Qualzuchten

12. Mai 2017 14:52; Akt: 12.05.2017 14:52 Print

Tierärzte kämpfen gegen die Haltung von Möpsen

von Stefan Ehrbar - Hundehalter kaufen immer häufiger Französische Bulldoggen, Möpse oder Boston Terrier. Doch die Tiere leiden. Nun handeln Ärzte.

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Sie sind die Trendprodukte unter den Hunden: Möpse, Boston Terrier, Englische und Französische Bulldoggen. Die Tiere haben nicht nur eine steigende Beliebtheit gemeinsam, sie leiden auch alle unter der Kurzköpfigkeit.

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Diese Hunde mit kurzen Nasen haben häufig Mühe mit dem Atmen. Sie erbrechen oder würgen, weil ihr Atemkreislauf eingeengt ist. Typische Symptome sind Schnarchen oder zischende Geräusche. Viele Hunde können nur kurze Spaziergänge unternehmen.

Kampagne gegen «Qualzuchten»

Während die Arten früher ein Schattendasein fristeten, ist die Französische Bulldogge mittlerweile die viertbeliebteste Hunderasse der Schweiz. Die Importe stiegen von 417 im Jahr 2009 auf knapp 1000 im Jahr 2014. Auch bei den Möpsen stieg die Zahl der Importe im selben Zeitraum um fünf Prozent auf 463 pro Jahr.

Schweizer Tierärzte kämpfen nun gegen die auch als «Qualzuchten» bekannten Rassen – mit einer Kampagne. Mit anderen Vereinigungen in den Nachbarländern werde zurzeit eine Aktion geplant, sagt Marie Müller von der Schweizerischen Vereinigung für Kleintiermedizin. In den nächsten Monaten soll die Kampagne starten. «Das Problem der Qualzuchten, vor allem die Kurzköpfigkeit, ist sehr aktuell», sagt sie.

«Hunde erwachen kurz vor dem Ersticken»

In einem Positionspapier begründen die Tierärzte ihren Einsatz. «Es ist nicht normal, dass Hunde von Natur aus so stark leiden müssen und nachts manchmal sogar keinen Sauerstoff bekommen, bevor sie kurz vor dem Ersticken aufwachen und nach Luft japsen.»

Den einzelnen Hunden könne mittels Nasenweitungen oder dem Entfernen von Anteilen der Nasenmuscheln zwar etwas geholfen werden. Eine artgerechte Wiederherstellung sei aber nicht möglich.

Hunde aus dem Ausland leiden mehr

Nachhaltiger sei die Rückzüchtung auf Hunde, die nicht so kurze Nasen haben. Eine Untersuchung der Burgergemeinde Bern hat gezeigt, dass viele der heute leidenden Hunde vor hundert Jahren signifikant längere Nasen hatten. Die Tierärzte empfehlen Haltern, sich die Frage zu stellen, ob es ein kurznasiger Hund sein muss. Ein Indiz für künftige Probleme kann sein, wenn bereits die Elterntiere Mühe haben.

Auch solle man sicherstellen, aus welcher Zucht der Hund komme, denn in der Schweiz bemühten sich die Züchter sehr – aber mehr als die Hälfte der betroffenen Hunde sei aus dem Ausland importiert oder komme aus nicht zertifizierten Zuchtstätten.

«Was als modern gilt, wird produziert»

Ähnlich sieht das die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) als Dachverband der Hundezüchter. «Das Problem sind die unkontrollierten Züchter, die sich ausschliesslich an den Markt richten und nicht aus Liebe zum Hund handeln», sagt Geschäftsführer Andreas Rogger.

Kontrollierte Züchter hätten Probleme wie Kurzköpfigkeit viel besser im Griff. «Bei der Französischen Bulldogge hatten wir letztes Jahr etwa hundert Welpen von kontrollierten Züchtern und ein Vielfaches davon unkontrolliert.» Dafür, was als modern angesehen werde, gebe es einen Markt, auch wenn das teilweise fragwürdig sei.

«Kampagne dient der Kundenbindung»

Eine isolierte Kampagne nur gegen die Kurzköpfigkeit sei nicht zielführend und diene den Tierärzten wohl auch zur Kundenbindung. «Das Problem ist generell die Art der Hundeauswahl und die Leute, die Hunde als Konsumgut und Modeprodukt interpretieren», sagt Rogger.

Er empfehle jedem Hundehalter, sich zuerst zu überlegen, was man genau für einen Hund wolle, was man ihm bieten könne – und ob man auch die Zeit für ihn habe.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Frei am 12.05.2017 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einseitige Beschränkung

    Der Kampf gegen Qualzüchungen sollten sich nicht nur auf Hunde beschränken. Das gleiche trifft auf Katzen zu, bei denen immer kürzere Schnauzen angestrebt werden. Züchter müsste man hier in die Pflicht nehmen

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  • Hundebesitzerin am 12.05.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Tierfreunde

    Ich frage mich, warum es den Menschen so egal ist, wie diese Tiere leiden. Dass es ihnen egal ist, dass ein Hund SO verzüchtet wurde. Nein, sie fördern diese Qualzuchten, indem sie solche Hunde kaufen, das ganze unterstützen. Es interessiert sie schlicht nicht. Für mich sind das keine Tierliebhaber. Was wäre wenn man Menschen SO genetisch anpassen würde? Einen riesen Aufschrei gäbe es dann.... Aber es sind ja NUR Tiere.

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  • Eva Meier am 12.05.2017 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Die hässlichsten Hunde der Welt!

    Ich mag Hunde über alles. Aber ich werde es nie verstehen, dass Hunde, die wie Kröten aussehen, als schön und herzig empfunden werden. Und selbst wenn diese Hunde schön wären, ist jegliche Qualzucht konsequent abzulehnen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • DaVinci am 12.05.2017 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hundezucht im allgemeinen

    Als Mensch mit Verstand sage ich und frage mich:"Woher nehmen wir nur diese ganze Frechheit und diesen Egoismus heraus? Das ist gesund, das ist krank, usw.!!" Schlussendlich verdienen sich die Tierärzte, die Genetiker und der extrem grosse Industrieapperat eine goldige Nase, weil wir keine Fehler in der Natur respektive den Tod jedes Lebewesen tolerieren.

  • Nora am 12.05.2017 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo liegt das Problem?

    Ich habe eine Französische Bulldogge die Gesund ist, mann hört sie manchmal aber es kommt auch auf die Position an die sie gerade hat. Habe sie von einer tolle Züchterin und ist auch auf alle mögliche Krankheiten die diese Hunde haben können getestet.

    • Frenchy am 12.05.2017 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nora

      Wir haben auch eine die Gesund und keine Probleme hat. Sind sehr zufrieden.

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  • Laura am 12.05.2017 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute Zucht ist wichtig

    das problem aind die leute die sich einen billig hund aus dem ausland oder so kaufen, den ein mops der kontrolliert gezüchtet wird, haben keine probleme beim atmen und lieben es herum zu rennen und auch lange spaziergänge zu machen

  • Igel am 12.05.2017 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau richtig

    Wer Tiere liebt kauft keine Überzüchteten. Dann gibt es bald wieder normale Tiere weil die anderen Konkurs gehen. Und das ist gut so.

  • St.D. am 12.05.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Fidele Mops

    Wenn wir schon das Thema überzüchtung der Rasse Mops nehmen, dann sollten wir doch allgemein mal mehr hinschauen. Den bei jeder Rasse wird übertrieben ,nur damit das Idealbild jener Rasse stimmt. Wir selbst besitzen seit sechs Jahren einen fidelen sehr agilen Mops, der gar keine Probleme mit dem atmen hat (Tierärztlich bestätigt). Wir können ohne Probleme zwei bis drei Stunden täglich am Stück spazieren gehen, ohne das er Atembrobleme hat oder die ganze Zeit die Zunge heraus hängt.Man sollte den Hund auch richtig halten. Das heisst nämlich auch, schauen das er nicht zu dick wird, denn auch der Mops braucht viel Bewegung. Der Mops selbst ist eine der älteste Hunderasse, und deshalb kann man nicht generell einfach behaupten es sei eine Modeerscheinung. Es ist einfach bei jeder Rasse , Kreuzung so, wenn man es übertreibt mit den Idealen kann es zu einer Qualzucht kommen. Aus der Ostschweiz

    • Sonia am 12.05.2017 19:05 Report Diesen Beitrag melden

      Wieder mal einfach alles veralgemeinen!!!

      Sie sprechen mir aus der Seele!! Mein Mops rennt, ist sehr gerne draussen, ist sehr verspielt und kerngesund!!! Und für nichts auf der Welt würde ich auf ihn verzichten wollen!!!

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