Präsidenten unter sich

11. Januar 2018 11:36; Akt: 11.01.2018 13:03 Print

Donald meets Alain – lesen Sie das Gespräch

Am WEF möchte Bundesratspräsident Alain Berset Donald Trump empfangen. Wir haben schon mal skizziert, wie das Gespräch ablaufen könnte.

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Alain Berset: Hello Mr. President, welcome to Switzerland.

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Donald Trump: Hi Alain ... what was your second name again? Müssten Sie nicht Alan heissen? Egal! Diese Landschaft ist atemberaubend. So nice! Und ich mag Ihre Schokolade. Wussten Sie, dass ich meinen eigenen Schokoladenkuchen kreiert habe? Beautiful!

Trump setzt zu seinem charakteristisch festen Händedruck an, zieht Berset zu sich, und die beiden lächeln in die Kameras. Ein Mitarbeiter zieht die cremefarbenen Vorhänge vor dem Zimmer zu, die Tür wird geschlossen.

Trump: Wissen Sie, meine Tochter Ivanka empfing kürzlich einen Schweizer Minister im Weissen Haus. Irgendetwas mit Bildung. Wie heisst Ihr Minister dafür nochmals?

Berset: Johann Schneider-Ammann.

Trump: Exactly. Eure duale Berufsbildung ist grossartig. So was brauchen wir auch. Ich sorge dafür, dass wir unsere Bildung noch greater machen.

Berset: Die Schweiz ist natürlich gerne bereit, Ihnen dazu unser Know-how zur Verfügung zu stellen.

Trump: Great. Meine Tochter Ivanka und ihr Mann Jared lieben es, Ski zu fahren. Ich bin eher der Golf-Typ. Ich denke darum, dass ich nicht das letzte Mal in der Schweiz war. Die Schweizer sind wunderbare Leute. Es ist wunderschön hier. Awesome.

Berset: Der Bundesrat würde sich freuen, Sie empfangen zu dürfen, auch zu einem Ausflug in die Berge. Sport ist wichtig, das sage ich auch als Gesundheitsminister. Ich gehe zweimal wöchentlich joggen.

Trump: Sie sind nicht nur Präsident, sondern auch noch Gesundheitsminister? Euer System ist wirklich speziell.

Die Tür geht auf. Herein kommt eine junge, hübsche Mitarbeiterin Bersets.

Mitarbeiterin: Hello, Mr. President. Alain, ich wollte nur sagen, dass wir schon etwas spät dran sind. Emmanuel wartet schon.

Trump: Oh honey, you can call me Donald. Wieso bleibst du nicht noch ein bisschen bei uns? Ist Alain ein guter Chef? Ich behandle alle meine Mitarbeiterinnen sehr, sehr gut. Sehr gut. Egal, was die Fake-News-Medien berichten. Niemand respektiert Frauen mehr als ich.

Die Mitarbeiterin errötet und blickt flehend Berset an.

Berset: Danke, Jeanette. Ich werde wohl noch eine Weile mit dem US-Präsidenten sprechen, da muss sich Macron gedulden.

Mitarbeiterin verlässt den Raum.

Trump: Oh, Alain. Du hast wirklich Glück mit den Swiss Girls. Ich habe 2013 Miss Switzerland Dominique getroffen und ihr gesagt, wie wunderbar sie aussehe und dass sie eine very strong personality habe. 2006 habe ich auch Lauriane an den Miss-Universe-Wahlen in Los Angeles kennen gelernt.

Berset: Die Miss-Schweiz-Wahlen wurden leider abgeschafft. Und Donald, ich bin verheiratet. Und treu. Ich würde gerne noch auf Ihre Steuerreform zu sprechen kommen. Die Kürzung der US-Unternehmenssteuern könnte in der Schweiz ansässige US-Konzerne in die USA locken.

Trump: Ich muss Ihnen sagen, eine solche Reform gab es seit Jahrzehnten nicht. Und jetzt habe ich es geschafft. Die Firmen sollen in die USA kommen und auch dort bleiben. Aber ich verstehe Ihre Bedenken, Alain. Wir finden eine Lösung, wie damals beim Bankgeheimnis.

Berset: Amerikanische Konzerne in der Schweiz erwirtschaften acht Prozent unseres Bruttoinlandprodukts. Einen Austausch darüber, wie wir diese Stellen erhalten können, würde ich begrüssen.

Trump: Natürlich. Ich habe grössten Respekt für die politische Stabilität der Schweiz und eure Wirtschaftskraft. Ich glaube, wir sind ein grossartiges Team. Übrigens: Meine Berater sagten mir, dass die USA jährlich Waren für 24 Milliarden Franken in die Schweiz exportieren. Die Schweiz ist mir wichtig. Very, very important. Warten Sie, ich twittere das gleich. Falls Sie es noch nicht wissen, ich bin ein very big deal auf Twitter. Ich habe so viele Follower. Millionen über Millionen. 46,4 Millionen, um genau zu sein. Wie viele haben Sie?

Berset: Ich weiss nicht. Ich glaube, es sind 80'000. Aber zurück zur Wirtschaftspolitik, Mr. President. Ich wollte anmerken: Auch der amerikanische Markt ist für die Schweiz zentral. 500 Schweizer Unternehmen sind in den USA tätig. Ihre Abschottungspolitik ist für uns nicht unproblematisch.

Trump: «America First» ist ein grossartiges Programm, glauben Sie mir. Zwar bezeichnen es die Mainstream-Medien als Abschottungsprogramm. Fake News! Es geht darum, dass die USA die Regeln des Handels bestimmen. Freihandel nach amerikanischem Modell.

Trump: Oh, es ist schon spät. Nimmt noch ein Praliné.

Berset: Es hat mich sehr gefreut, Mr. President.

Trump: It was a pleasure, Alan.

(pam/the/dp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau am 11.01.2018 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spesen

    Der Lacher für Heute. Genau so stelle ich mir ein Gespräch von besagten Herren vor. Ausser Spesen nichts gewesen!

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  • P.Hilpert am 11.01.2018 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Worte ohne Hammer

    Berset:Wir hoffen ,dann wollen wir schauen,vielleicht besteht eine Möglichkeit ,in die Zukunft schauen ,mal sehen,wie die Schweiz sich entwickelt?

  • M.C. am 11.01.2018 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es klappt nicht

    Glaube nicht,dass es zu einer grossen Unterhaltung kommt.Berset ist nicht sehr gut in der Kommunikation....also wird es zum schämen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Radix am 11.01.2018 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für mich essentiell

    Ich war schon lange vor DT in Davos und werde auch noch nach ihm dorthin kommen. Who cares? Mir egal!

  • Thoro am 11.01.2018 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wortschatz DT

    Der Wortschatz von DT ist extrem beschränkt. Andere Sätze wie ich weiss nicht, wir werden sehen, schauen wir mal etc. bring er nicht zustande geschweige denn einen zusammenhängenden Gedankengang ohne Beleidigungen

  • Realist am 11.01.2018 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Seit langem wieder einmal ein guter, humorvoller Beitrag, gratuliere 20 Min.!

  • Der Beste Mann der Welt am 11.01.2018 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht trump die schuld

    in die schuhe schieben. das volk ist selbst schuld. wer gewählt wird, der wird auch gewählt und ist 4 jahre im amt. selberschuld, mehr kann man da nicht sagen. und da donald trump der präsident der usa ist, kann er auch an der wef teilnehmen. ich bin kein fan von ihm, genau so wenig wie von amerikanern. schon hart wenn man sich von 3 wörtern beeinflussen lässt. build that wall.

  • Peter Wind am 11.01.2018 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufgeflogen

    Als Trump mehr als 12 Wörter in einem Satz verwendet hat, wurde klar, dass das frei erfunden ist :)