Empfang in Zürich

13. Dezember 2012 16:17; Akt: 13.12.2012 17:36 Print

Ueli Maurer feiert wider Willen

Der neu gewählte Bundespräsident Ueli Maurer ist in Zürich empfangen worden. Eine Feier mit allem Drum und Dran - obwohl der Gefeierte dies gar nicht wollte.

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Ueli Maurer will nicht feiern. (Video: Keystone) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Der Bundespräsident 2013, Ueli Maurer, ist am Donnerstagnachmittag in der Stadt Zürich mit einem grossen Bahnhof geehrt worden. Zahlreiche politische Würdenträger empfingen den ersten Zürcher SVP-Bundespräsidenten, der mit grosser Entourage im Extrazug am Hauptbahnhof eintraf.

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Die gesamte Zürcher Kantons- und Stadtregierung, Mitglieder des Kantonsparlaments, Weibel, Parteifreunde und Neugierige empfingen den Sonderzug aus Bern in eisiger Kälte auf dem flaggengeschmückten Perron. Im Blitzlichtgewitter und verfolgt von Kameras schüttelte Maurer strahlend - aber sichtlich etwas verlegen - zahllose Hände.

Mit ihm reisten zahlreiche Mitglieder des eidgenössischen Parlaments sowie Vertreter anderer Kantonsregierungen an. Auch die noch amtierende Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf war unter den Gästen.

Angeführt von der Korpsmusik der Kantonspolizei Zürich zog die Menge zum benachbarten Landesmuseum. Dort warteten auf der Terrasse bereits historisch unformierte Landjäger der Zürcher Kantonspolizei. Sie feuerten einen Salutschuss zu Ehren des neu gewählten Bundespräsidenten ab.

Nicht viel mit Kronen am Hut

Im Hof des Landesmuseums begrüsste die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) den neuen Bundespräsidenten. Einen geeigneteren Ort für seinen Empfang gebe es kaum, sei er doch speziell an der Schweizer Geschichte interessiert, sagte sie. Und hier sei er rundherum umgeben davon.

Mauch dankte Maurer für sein Engagement für Land und Bevölkerung - «für alle Menschen, die in diesem Land leben und sich hier zuhause fühlen».

Der Zürcher Regierungspräsident Markus Kägi (SVP) wandte sich in freundschaftlichen Worten an den «lieben Ueli». Auch Kägi knüpfte an den geschichtsträchtigen Ort an, wies aber auch auf die zukunftsträchtige Bedeutung des Landesmuseums hin. Dies passe zu Maurer: Er liebe zwar die Geschichte der Schweiz, verschanze sich aber nicht darin. Er sei kritisch und stets in Bewegung.

Seine Wahl zum Bundespräsidenten wie zuvor auch zum Bundesrat habe er nicht gesucht, sagte Kägi weiter. Maurer habe nie im Sinn gehabt, seinem politischen Engagement irgendwelche Kronen aufzusetzen. Das entspreche der Geschichte eines Landes, das «mit Kronen nie viel am Hut gehabt» habe.

Ein Gripen-Modell als Geschenk

Die abtretende Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) erinnerte daran, dass es in der Schweiz Trennendes und Verbindendes gebe. Der Bundespräsident habe die Aufgabe, für die Bevölkerung in ihrer Verschiedenheit da zu sein. Er müsse Brücken bauen und Risse flicken.

Es gebe heute viele grosse Probleme, und der Schweiz blase aus verschiedenen Richtungen ein rauer Wind entgegen. Da sei es wichtig, dass man zusammenhalte und gemeinsam Lösungen suche. Zum Abschluss überreichte Widmer ihrem Amtsnachfolger einen Bausatz: Ein Gripen-Modell. Dieses Flugzeug «habe ich bereits finanziert», versicherte sie.

Maurer: «Langsam wird mir wohler»

Schliesslich wandte sich Maurer selbst an die Gesellschaft. Eigentlich hätte er lieber auf den grossen Anlass verzichtet und stattdessen allen eine Wurst verteilt, sagte er. Langsam werde ihm aber wohler.

Das Amt des Bundespräsidenten sei eigentlich wichtig durch das, was es nicht sei: nicht ein Staatspräsidium, nichts Abgehobenes, keine zusätzliche Kompetenzen. Der Bundespräsident sei Teil eines Gremiums. Die Schweiz kenne auch den Pomp anderer Länder nicht.

Unter Repräsentation verstehe er vor allem, den Menschen zuzuhören, sie ernst zu nehmen und ehrlich zu sein. Wichtig sei auch Bescheidenheit gegen aussen - diese könne man durchaus selbstsicher leben. Offen, ehrlich, transparent: Dies sei sein Motto als Departementsvorsteher. Dies solle auch sein Motto als Bundespräsident sein, sagte Maurer.

Nach der offiziellen Feier reiste die ganze Gesellschaft an Maurers Wohnort Hinwil im Zürcher Oberland. Dort findet ein Empfang mit der Bevölkerung statt. Anschliessend versammeln sich die geladenen Gäste zum Festessen im lokalen Armee-Logistikzentrum.

(sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Mit Ueli Maurer haben wir wieder einmal einen Bundesrat der mit seiner Bescheidenheit uns allen gut tut. Widerwillig feiert er sicher nicht, aber es gibt für UM schöneres als so im Mittelpunkt zu stehen und das spricht für ihn. Er ist für mich mit Abstand der Bundesrat mit der höchsten Glaubwürdigkeit, Volksnah, direkt und Ehrlich. Ich hoffe sehr dass UM doch vermehrt der EU erklärt wie wir in der CH funktionieren ohne den Bückling zu machen. – Dany

Ich bin politisch überhaupt nicht auf Maurers Wellenlänge. Aber ich rechne ihm seine echte Bescheidenheit hoch an. – donkeydoo

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roberto Ferrari am 14.12.2012 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist beschämend

    zu sehen, wie viele auf der vorgegauckelten Bescheidenheit des ausgefuxten Politprofi U.M. hereinfallen.

  • Sven am 14.12.2012 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gripen

    Wo gibt es dieses Gripen-Modellflugzeug im Angebot? Das müssen meine Buben haben! Wir wollen diesen Gripen, wir brauchen diesen Gripen, erst mal aus Plastik und später aus Titan! Ueli sei Dank!

  • spot(t)lite zh am 14.12.2012 01:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht?

    Zürich mag Politclowns. Daher gebührt ihm die Ehre.

  • Hans Muster am 14.12.2012 00:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja sicher

    Besser als die Doppelmoral, ehrlich dazu stehen zeugt von Grösse.

  • Crisiov Lafleur am 13.12.2012 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bester Bundespräsident der Welt.

    Ueli Maurer als Bundespräsident in Zürich bejubelt. Von wem denn? Vom Volch? War irgend jemand von den 20-Min.-Lesenden vor Ort dabei? Applaudierend? Jubelnd? Oder war das wieder mal so ein irrelevanter Glanz-und-Gloria-Event mit Pseudo-Promis unter Ausschluss der Öffentlichkeit?

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