100 Millionen gefordert

19. November 2012 11:04; Akt: 19.11.2012 11:04 Print

Verbarrikadierte WCs zum Welttoilettentag

2,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Toiletten. Das führt zu gefährlicher Wasserverschmutzung. Helvetas sperrt WCs im ganzen Land ab, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

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Mit weiss-roten Signalbändern hat Helvetas am Montag, dem Welttoilettentag, schweizweit öffentliche WCs abgesperrt. Mit dieser Aktion will die Entwicklungsorganisation darauf aufmerksam machen, dass 2,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Toiletten haben.

Weltweit machen Organisationen jeweils am 19. November besonders deutlich auf die Notwendigkeit von Toiletten aufmerksam, weil die Folgen fehlender Anlagen wegen Wasserverunreinigungen tödlich sein können.

Über 3000 Menschen sterben täglich, weil Fäkalien die Umgebung verseuchen und Krankheitserreger ins Trinkwasser gelangen, wie Helvetas am Montag mitteilte. Hinzu kommt die Sicherheitsproblematik für Frauen und Mädchen: «Wenn sie im Freien ihr Geschäft erledigen müssen, sind sie Belästigungen ausgesetzt. Und weil sich deshalb viele bis zum Einbruch der Dunkelheit zurückhalten, leiden sie vermehrt an Unterleibserkrankungen.»

Investitionen in WC lohnen sich

Deshalb fordert Helvetas vom Bundesrat jährlich zusätzliche 100 Millionen Franken für Wasser- und Sanitärversorgung. «Geld für die sanitäre Grundversorgung und für Trinkwasser ist nämlich sehr gut investiertes Geld.» Eine Studie der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) belege, dass jeder in diesem Bereich investierte Schweizer Franken einen drei- bis fünfmal so grossen sozialen und wirtschaftlichen Nutzen entfalte.

Mit den Sperrbändern an öffentlichen Toiletten in Genf, Lausanne, Freiburg, Bern, Basel, Baden/Wettingen, Zürich und Umgebung, Frauenfeld und Chur will Helvetas zeigen, dass weltweit 2,6 Milliarden Menschen ohne Toiletten oder Latrinen leben. Das alles müsse nicht sein. Um allen Menschen Zugang zu Sanitäranlagen zu verschaffen, müssten über 20 Jahre hinweg jedes Jahr 17 Milliarden US-Dollar investiert werden. Dies entspreche den weltweiten Rüstungsausgaben in nur vier Tagen.

Der Welttoilettentag wurde erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen und wird von der UNO mitgetragen.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 22.11.2012 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo? Wo ist hier abgesperrt?

    Liebe Leute, jetzt schaut euch doch bitte mal die Fotos an. Das Dixi-Klo wurde offensichtlich nur für die Aktion dort hingestellt und das öffentliche WC ist doch in keiner weise abgesperrt, man hat nur ein Absperrband an die Tür geklebt. Aber einfach mal ein bisschen meckern, weil ja sowieso alles schlecht ist, was nicht für das eigene Portemonnaie bestimmt ist.

  • 807687 am 20.11.2012 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Super, Helvetas,

    hoffentlich haben alle, die dringend mussten, das in der freien Natur erledigt, wenn sie vor verschlossenen Toilettentüren gestrandet sind. Das wäre dann die Problematik zu Ende und mit allen Konsequenzen umgesetzt.

  • guntern goerg am 19.11.2012 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    geht arbeiten

    Man sollte für Organisationen wie Helvetas, das Geld streichen. Wir brauchen keine Menschen die auf was aufmerksam machen, wir brauchen Menschen die was bewegen und nicht glauben was zu bewegen. Geht doch vor Ort und helft als hier die Seelenapostel zu spielen, davon gibt es genug die dann die Hände nicht dreckig machen wollen..

  • Karma V. am 19.11.2012 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    sinnvoll?

    ich schicke morgen meine Kinder nicht zur Schule und mache so auf den Mangel an Bildungsstätten in der 3. Welt aufmerksam. Und ich gehe dann morgen auch nicht zur Arbeit, um so auf die Arbeitslosigkeit aufmerksam zu machen... Ich frage mich langsam, wohin das gespendete Geld an Helvetas hingeht, wenn ich solche Aktionen sehe *kopfschüttel

  • Gigi am 19.11.2012 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wie an der Streetparade

    Ohne das Problem verharmlosen zu wollen, aber ein Anlass, um darauf aufmerksam zu machen, wäre auch die Streetparade. Das sieht es in Zürich auch so aus, wie in einem Drittweltland-Slum. Oder noch schlimmer.

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