12. Februar 2018 23:56; Akt: 13.02.2018 00:09 Print

Versicherung soll Ergebnis Ihres Gentests erhalten

Wer einen Gentest hat machen lassen, soll das Ergebnis der Lebensversicherung offenlegen. Der Vorschlag der Nationalratskommission stösst jedoch auf Kritik.

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Immer mehr Personen lassen einen Gentest machen. So wollen sie herausfinden, ob ein Risiko für eine bestimmte Krankheit besteht – wie etwa Krebs, Alzheimer oder Diabetes. Die Daten sind höchst sensibel, doch nun sollen Versicherungen Zugriff erhalten. So will es zumindest die vorberatende Kommission des Nationalrats, berichtet die SRF-Sendung «10vor10».

Wer einen Gentest hat machen lassen, soll das Ergebnis der Lebensversicherung oder der privaten Invaliditätsversicherung offenlegen. «Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, niemand würde mit einem Gegenüber einen Vertrag abschliessen, wenn er wüsste, dass der andere Informationen vorenthalte», erklärt CVP-Nationalrätin Andrea Gmür-Schönenberger in der Sendung. Die obligatorische Sozialversicherungen und Krankentaggeldversicherungen sollen jedoch weiterhin keinen Einblick in die Daten haben.

Kritik von Patientenschützerin

Für Bruno Soltermann, Medizinischer Leiter beim Schweizerischen Versicherungsverband, ist dies ein Schritt risikogerechte Prämien zu erstellen. «Wir zwingen niemand zum Gentest», betont er. Patientenschützerin Erika Ziltener ist hingegen skeptisch: «Wer einen Gentest macht, erfährt intime Informationen über sich und seine Familie. Das gehört nicht in die Hände von Versicherungsgesellschaften.»

Noch ist aber nichts entschieden. Die Änderung ist Teil des neuen Bundesgesetzes über genetische Untersuchungen am Menschen. Dieses wird zurzeit überarbeitet. Der Bundesrat hat einen Entwurf dazu im letzten Sommer verabschiedet. Jetzt ist das Parlament am Zug.

(woz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Scorpione am 13.02.2018 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NEIN

    Auf keinen Fall!

  • Ephraim Lercher am 13.02.2018 00:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    echt jetzt?

    Ja klar... aber Handy-Auswertungen bei Identitätslosen und zur Prüfung der Identität verstossen gegen den Datenschutz. Hat diese CVP-Frau keine anderen Prioritäten?

  • Alter Sack am 13.02.2018 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht

    Geld verdienen ohne Risiko... eine eigenartige Geschäftspraktik für eine Versicherung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eibeler8 am 13.02.2018 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stop !!

    Nein. Nie und nimmer dürfen solche Informationen in die Hände von Versicherungsgesellschaften gelangen. Risikogerechte Prämien bedeutet die Abschaffung des auf dem Solidaritätsprinzip aufgebauten Versicherungssystems. Dann könnten sich nur noch topgesunde und reiche Personen einen benötigten Versicherungsschutz leisten. Das wird dann bestimmt auch auf die Pensionskassenfinanzierung Anwendung finden. Also STOP.

  • Chris77 am 13.02.2018 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch?

    Völlig unmöglich, solange der Gen-Test nicht für alle obligatorisch ist!

  • pit am 13.02.2018 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alle oder keiner

    ...nur dann ist es auch gerecht.

  • Dani B am 13.02.2018 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rosinenpickereu

    Ja aber wie war das mit dem eigentlichen Zweck einer Versicherung?

  • Böse Zunge am 13.02.2018 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Das wäre eine absolute Frechheit. Schliesslich handeln Personen die einen Gentest machen lassen präventiv und so kann bei einem erhöhten Risiko regelmässig eine Untersuchung durchgeführt werden. Hinzu kommt, dass diese Personen durchaus eine gewisse Bürde tragen. Also ich möchte nicht unbedingt wissen, ob ich mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer unheilbaren Krankheit erkranken werde...