Bundesgericht entscheidet

07. März 2018 12:35; Akt: 07.03.2018 14:40 Print

Der Mörder von Marie wird nicht lebenslang verwahrt

Das Bundesgericht hat die lebenslange Verwahrung von Claude Dubois, der die 19-jährige Marie in Payerne VD ermordet hatte, aufgehoben.

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Claude Dubois war zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe und einer lebenslänglichen Verwahrung verurteilt worden. Dagegen legte er Berufung ein. Anfang März 2018 hat das Bundesgericht die lebenslange Verwahrung aufgehoben. Die lebenslange Freiheitsstrafe gegen Dubois, hier im März 2016 im Gerichtssaal in Renens VD, hat es hingegen bestätigt. Dubois hatte Marie am Abend des 13. Mai in Payerne VD entführt und später erdrosselt. Am 1. September 2016 ging vor dem Waadtländer Kantonsgericht die Berufungsverhandlung im Fall Marie los. Der Angeklagte Claude Dubois wurde schwer bewacht ins Gebäude gebracht. Die Eltern der getöteten Marie, Antoine und Evelyne (hier mit ihrem Anwalt Jacques Barillon) beim schweren Gang vor Gericht. Vor der Tat traf er die 19-Jährige mehrfach und soll sie auch beobachtet und überwacht haben. Hier wurde Maries Leiche gefunden: Waldstück in der Nähe von Châtonnaye im Kanton Freiburg. (15. Mai 2013) Claude Dubois lieferte sich mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd: Der Wagen des Entführers auf der Strasse zwischen Vaulruz und Romont FR. (14. Mai 2013) Dubois wurde festgenommen und leicht verletzt ins Spital eingeliefert. (14. Mai 2013) Nur mit mehreren Schüssen konnte die Polizei den Täter stoppen. (14. Mai 2013) Nach seiner Festnahme führte er die Beamten zur Leiche von Marie. (14. Mai 2013) Hier hatte der Mann das 19-jährige Opfer in sein Auto gezerrt: Landstrasse bei Payerne. (14. Mai 2013) Der Fall löste Trauer und Wut aus: Kerzen zum Andenken an die getötete Marie in Payerne. (15. Mai 2013) In Gedenken an die getötete Marie marschierten rund 200 Personen durch Payerne VD. (15. Mai 2013) Drei Jahre mussten Maries Eltern Antoine und Evelyne auf den Prozess gegen Dubois warten. Sie erschienen am 7. März 2016 ebenfalls vor Gericht. Der Anwalt der Opferfamilie, Jacques Barillon, zusammen mit Maries älterer Schwester Laetitia und ihrer Mutter in Renens. Die Anwälte von Claude Dubois, Yael Hayat und Loïc Parein, vor dem Gericht in Renens.

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Das Bundesgericht hat die lebenslängliche Freiheitsstrafe für den Mörder der jungen Marie betätigt. Die vom Kantonsgericht Waadt angeordnete lebenslängliche Verwahrung von Claude Dubois haben die Lausanner Richter hingegen aufgehoben. Beide Parteien wurden am Mittwoch über den Entscheid informiert.

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Der wegen dem Tötungsdelikt Marie zu einer lebenslänglichen Verwahrung verurteilte Dubois hatte das Urteil ans Bundesgericht weitergezogen. Der Rekurs folgte vier Monate nach der Bestätigung des Höchststrafe durch das Waadtländer Kantonsgericht.

Das Kantonsgericht hatte am 2. September den Schuldspruch des Regionalgerichts bestätigt. Der Wiederholungstäter wurde zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe und einer lebenslänglichen Verwahrung verurteilt.

Wiederholungstäter

Er wurde erneut wegen Mordes, sexueller Nötigung, Freiheitsberaubung und Entführung sowie wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen. Dieses Urteil hatte Dubois angefochten.

Das Bundesgericht musste sich schon mehrfach mit Fällen von lebenslanger Verwahrung befassen. Bislang hat es jede lebenslange Verwahrung aufgehoben. Dies sorgte jeweils für Polemik: Besonders der Fall des Mörders des 16-jährigen Au-Pairs Lucie, dessen Verwahrung das Bundesgericht 2013 aufhob, war für Kritiker der Beweis, dass die Verwahrungsinitiative nicht umgesetzt werde.

Marie entführt und getötet

Dubois hatte am 13. Mai 2013 die 19-jährige Marie in Payerne VD in ein Auto gezerrt und entführt. In der Nacht auf den 14. Mai erdrosselte er die Frau in einem Wald bei Châtonnaye FR. Der Mann verbüsste zum Zeitpunkt der Tat eine Reststrafe in Hausarrest.

Er hatte 1998 seine damalige Ex-Freundin in einem Chalet in La Lécherette VD vergewaltigt und danach erschossen. Dafür wurde er im Alter von 22 Jahren zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

(sep/sda)