Syphilis und Tripper

26. November 2012 21:05; Akt: 27.11.2012 11:04 Print

Viele kratzt vor allem die Kampagne

von Deborah Sutter - Die Fälle von Syphilis und Co. nehmen weiterhin zu – trotz teurer Präventionskampagnen des Bundes. Dafür hagelts nun Kritik: Der Bund setze seine Kampagnen zu wenig gezielt ein.

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287 Fälle von Syphilis, 817 Meldungen von Tripper sind allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres verzeichnet worden. 2011 waren es noch 267 beziehungsweise 722 Fälle im selben Zeitraum.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet mit einer Zunahme von bis zu 13 Prozent bis Ende 2012 – auch bei den HIV-Diagnosen. Das, obwohl jährlich über 2 Millionen Franken für Prävention ausgegeben werden.

Viel Geld für unwirksame Kampagnen

Das ruft Kritiker auf den Plan: «Trotz des vielen Geldes erreicht man die erwünschte Wirkung nicht, was die stetig steigenden Zahlen zeigen», sagt Rudolf Horber, Geschäftsführer von der Allianz der Wirtschaft für eine massvolle Präventionspolitik.

Der Immunologe Beda Stadler ist überzeugt: «Es gibt einfach je länger je mehr Leute, die Spass am Leben haben – was gewisse Risiken birgt.» Zudem müsse besser untersucht werden, wer genau infiziert ist: «Spricht man etwa kein Deutsch, versteht man auch die hundertste Kampagne zum Thema nicht», so Stadler.

Mehr Fallzahlen, weil Leute erst jetzt zum Arzt gehen

Für Roger Staub vom BAG ist die aktuelle Kampagne LoveLife dennoch ein Erfolg: «Der Anstieg zeigt vielleicht auch, dass die Leute nun zum Arzt gehen – was sie vorher nicht taten.» Das sagt auch Infektiologe Pietro Vernazza.

Er rät zudem zu einem pragmatischen Umgang mit den Krankheiten: «In den Griff bekommen wir sie einzig mit Therapie. Der Appell, ein Kondom zu benutzen, bringt sie nicht zum Verschwinden – da Syphilis und Co. auch beim Oralverkehr übertragen werden.»

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ralf Erder am 27.11.2012 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Prävention gescheitert

    Habe nochmals nachgerechnet. Das BAG hat zwischen 1987-2004 rund 65 Millionen Franken für AIDS-Kampagnen aufgewenden. Bis hierhin sind die Zahlen genau. Von 2005-2012 nehme ich die oben genannten 2 Millionen dazu. Dann hat allein die Schweiz rund Fr. 80'000'000.- für Prävention ausgegeben. Mit dem Ergebnis, dass die Zahlen der Neuansteckungen steigen. In diesem Zusammenhang habe ich das Wort "Rekordhoch" gelesen. Was machen wir falsch? Ich halte die Prävention für grundsätzlich gescheitert.

  • Ralf Erder am 27.11.2012 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Lohnen sich solche Kampagnen?

    Wie kann man diese Kampagnen als erfolgreich bezeichnen, wenn man dafür jährlich 2 Millionen ausgibt. Wenn ich mal mit dieser Zahl hochrechne, haben wir in den letzten 10 Jahren Fr. 20'000'000.- ausgegeben und es stecken sich immer mehr Leute an.

  • Präser am 26.11.2012 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Dings kein Bums

    Wer heute noch bei ONS Bums ohne Dings betreibt, ist selber schuld wenn's danach juckt! Ich find die Kampagnen des BAG super!

    • leck am 27.11.2012 09:03 Report Diesen Beitrag melden

      Ist nun so

      @Präser: Es reicht auch Oral Verkehr um Tripper oder ähnliches zu haben. Das wo viele nicht wissen. Darum nicht nur bei BUMS ein DINGS haben sonder bei jedem Verkehr.

    • Hans am 27.11.2012 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      Das würde ich 1:1 so unterschreiben

    einklappen einklappen
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