Verurteilt

03. August 2016 16:51; Akt: 03.08.2016 16:51 Print

Walliser Schamane wollte Aids mit Lavendel heilen

Ein Medizinmann aus dem Wallis soll eine Patientin gefährdet haben. Er muss eine Strafe in Höhe von 1000 Franken bezahlen.

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Der Medizinmann verschrieb der HIV-Patientin Lavendel. (Bild: Keystone/Lisa Maire)

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Im Unterwallis soll ein selbsternannter Medizinmann einer seiner Patientinnen ätherische Öle mit Lavendel und Salbei verschrieben haben. Die Frau war mit HIV infiziert. Gemäss dem «Nouvelliste» gab der Schamane ihr den Rat, ihre chemische Medizin abzusetzen. Nun wurde er verurteilt. Der Mann hat gemäss Strafbefehl gegen das kantonale Gesundheitsrecht verstossen, weil die Frau «auf seine Aufforderung hin ihre Anti-HIV-Behandlung Ende 2014 abgebrochen hatte».

Der Medizinmann gab bei der Befragung der Polizei an, dass er seiner Patientin lediglich empfohlen habe, die Medikamente abzusetzen. Wie dem Strafbefehl zu entnehmen ist, hat er die Behandlung mit herkömmlichen Medikamenten als nutzlos abgestempelt. Dies sei auf seiner Homepage zu sehen gewesen. Durch seine Empfehlungen habe er die Frau in Gefahr gebracht, weil eine HIV-Infektion unheilbar sei. «Nur eine korrekte Behandlung ermöglicht eine Verzögerung des Ausbruchs von Aids.»

Laut der Zeitung hatte ein diplomierter Arzt im Jahr 2015 beim Gesundheitsamt Alarm geschlagen. Daraufhin wurde der Medizinmann wegen Körperverletzung verzeigt und für schuldig befunden. Der Mann muss eine Strafe von 1000 Franken bezahlen. Die Strafe wäre deutlich höher ausgefallen, wenn die Geschädigte ebenfalls Klage erstattet hätte. So konnte nur der Kanton klagen. Der Verurteilte selbst wollte sich auf Anfrage des «Nouvelliste» nicht äussern.

(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Solange am 03.08.2016 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Warum spricht die Frau nicht mit ihrem Arzt darüber? Etwas Eigenverantwortung und weniger Naivität darf's dann doch sein.

  • o.p. am 03.08.2016 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Wer am medizinischen Wissen der Menschheit kein Interesse oder kein Vertrauen hat sollte nicht gezwungen werden, unser Gesundheitssystem zu belasten.

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  • Theres am 03.08.2016 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lavendel

    Ich befürworte nicht was der angebliche Schamane empfohlen hat Doch wen man eine schwere Krankheit hat greift man nach jedem Strohhalm.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Celina am 03.08.2016 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Papier ist geduldig, wo ist wie Wahrheit

    Lavendel und Salbei-Öl um sich die Füsse zu massieren? Vielleicht hat sie das gar nicht richtig mitbekommen und die Medikamente einfach abgesetzt? Wer weisse es wirklich.

    • Rosina am 03.08.2016 22:30 Report Diesen Beitrag melden

      Keiner wird gezwungen ...

      o.p. .. Wer wird gezwungen, unser Ges-System zu belasten? ... Komisch ist nur, dass genau jene nachträglich zum Richter rennen, die allfällige Therapien verweigern und sich danach wundern. Deshalb ist es eben wichtig, dass man mit dem Arzt spricht, fragt und erst dann entscheidet oder eine Zweitmeinung einholt, wenn die Entscheidung schwer fällt. Das heisst Eigenverantwortung!!

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  • Insulaner am 03.08.2016 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wissenschaftlich gesehen..

    Was ist eigentlich an der Uriella-Front so los..?

    • Cira1206 am 03.08.2016 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Insulaner

      Das würde mich auch interessieren.

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  • Freddy Meyer am 03.08.2016 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Magie vor Wissenschaft

    Komisch, dass der Mann verurteilt wird. Müsste dann nicht auch die ganze Globuli-Industrie verurteilt werden? Ach nein, die müssen wir sogar mit der obl. Krankenvers. bezahlen, weil das Schweizer Stimmvolk lieber Magiern als Wissenschaftlern vertraut.

    • Linda Vogelberg am 03.08.2016 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Freddy Meyer

      Kein vernünftiger Homöopath würde Globuli gegen HIV verschreiben,und überdies hinaus die Absetzung der herkömmlichen Medikamente empfehlen. Allerhöchstens zusätzlich um Nebenwirkungen zu lindern. Ausserdem zahlt man diese Leistung extra!

    • Bilden, dann schimpfen am 03.08.2016 20:53 Report Diesen Beitrag melden

      Ignorant bilde dich

      Freddy Meyer - Das Eine hat mit dem Anderen nun wirklich nichts zu tun. Die homöopathischen Arzneimittel sind potenziert und geprüft, bevor sie in den Handel kommen. Zudem hat jeder klassische Homöopath in der Schweiz entweder zuerst ein Medizinstudium hinter sich oder eine solide Ausbildung und weiss, wo die Grenzen sind. Keiner würde einem Pat. die Medikamente "abstellen". Lavendelöl hat nichts mit Globuli zu tun. Darum solltest du dich zuerst bilden, bevor du solchen Mist schreibst.

    • Rolf am 03.08.2016 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Linda Vogelberg

      "vernünftige Homöopathen" ist ein Widerspruch in sich. Wer glaubt mit "Verdünnungsschlägen" komplett von ihrem Wirkstoff befreiten Globuli eine Wirkung erzielen zu können, ist nicht vernünftig.

    • Bill am 03.08.2016 21:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Bilden, dann schimpfen

      "geprüft" bevor sie in den Handel kommen? Was gibt es an homöopathischen, ähm, Zitat, "Arznei"-mitteln zu prüfen? Die gesundheitlichen Auswirkungen schon mal sicher nicht, da ja keine Wirkstoffe enthalten sind. Diesen unnützen Mist kann man ganz ohne jeglichen Wirkungsnachweis zu Wucherpreisen auf den Markt werfen, und die Alternativ-Klientel entleert dankbar das Porte-Monnaie über dem Tresen, währen sie über die geldgierige Pharmaindustrie schimpft.

    • Xeno72 am 03.08.2016 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wie es genau war

      Er wurde nicht wegen wirkungsloser Therapie verurteilt, sondern wegen seinem Ratschlag eine wirksame Therapie abzubrechen. Das ist schon ein Unterschied. Zum Schuldspruch kam es zudem nur, weil er gewerbemässig auftrat, nicht rein privat.

    • Rosina am 03.08.2016 23:05 Report Diesen Beitrag melden

      Sie war frei zu entscheiden

      An alle, die die Verantwortungslosigkeit der Patienten nicht wahrhaben wollen.. Der Medizinmann gab an, dass er seiner Patientin lediglich "empfohlen" habe, die Medis abzusetzen. ..Die Strafe wäre deutlich höher ausgefallen, wenn die Geschädigte ebenfalls Klage erstattet hätte. .. Die Patientin hat also selber nicht geklagt, weil sie allein genau wusste, wie sich die Gespräche gestaltet haben. Sie hatte zu jeder Zeit die Möglichkeit, sich an den behandelnden Arzt zu wenden und sich dort mehr "Durchblick" zu holen. Die Empfehlung des Schamanen "musste" sie nicht befolg, sie war frei zu entsc

    • Michael Thomas am 04.08.2016 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf

      Empirik kann durchaus ein Bestandteil von Vernunft sein. Ausserden: Welcher Kleingeist will da Kriterien für "Vernunft" aufstellen?

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  • ich am 03.08.2016 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    niemand, Reiche

    Das heißt ich kann die grosse Firmen wie Kosmetik und so weiter anklagen wegen betrug den die versprechen vieles bei denen Produkte wo es nicht stimmt so habe ich es vor kurzen hier gelesen

    • Xeno72 am 03.08.2016 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht ganz

      Sie vermischen da leider Dinge, gerade aus rechtlicher Sicht. Er wurde verurteilt, weil er gewerbemässig davon abriet eine wirksame Therapie weiterzuführen. Das hat nichts mit Ihrer Kosmetik zu tun.

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  • o.p. am 03.08.2016 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Wer am medizinischen Wissen der Menschheit kein Interesse oder kein Vertrauen hat sollte nicht gezwungen werden, unser Gesundheitssystem zu belasten.

    • Tschudi am 03.08.2016 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @o.p.

      Die Frau wird ja auch nicht belangt, sondern der Quacksalber. Es geht hier um eine lebensgefährdende Beratung, nicht um Medikamentenzwang.

    • Xeno72 am 03.08.2016 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Artikel lesen

      Das wird auch niemand. Die Patientin wurde natürlich nicht bestraft.

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