1. Mai

02. Mai 2016 05:47; Akt: 02.05.2016 09:39 Print

Warum viele Chaoten straffrei davonkommen

Dutzende Chaoten wüten jeweils am 1. Mai, nur wenige werden verhaftet. Laut Polizei sind die Demonstranten jeweils schwer zu fassen.

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1. Mai 2016 am Zürcher Helvetiaplatz: Polizisten in Zivil kontrollieren einen Demonstranten. (Bild: 20minuten)

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Schon vor dem 1. Mai wüteten dieses Jahr Chaoten in Zürich. Am Freitagabend zündeten sie Autos an, schlugen Fenster ein, versprayten zahlreiche Hauswände. Der Sachschaden liegt bei rund 200'000 Franken. Von den rund 60 Chaoten wurden 9 Personen verhaftet. Am 1. Mai selbst verhinderte die Polizei mit einem Grossaufgebot zwar die Nachdemo. Doch 300 Autonome marschierten am offiziellen 1.-Mai-Umzug mit, verschmierten Hauswände und schlugen Scheiben ein. Der entstandene Sachschaden dürfte laut Stadtpolizei Zürich mehrere 10'000 Franken betragen. Mehrere Personen seien vorübergehend mit Wegweisungen belegt worden.

Für SVP-Nationalrat Mauro Tuena ist es unverständlich, dass die Mehrheit der Chaoten straflos davonkommt. «Es bräuchte eine viel härtere Gangart der Polizei. Diese Chaoten werden aber von der linken Stadtregierung geschützt, die Polizei darf nicht entschieden genug gegen die Randale vorgehen.» Auch die Bestrafung seitens der Gerichte sei oft zu mild, die Autonomen vom Koch-Areal, die Polizisten angegriffen hätten, seien mit minimen Geldstrafen davongekommen. «Abschreckend wirkt nur, wenn man wegen U-Haft bei der Arbeit fehlt oder einen Eintrag im Strafregister hat.» Die Gefahr, Jugendsünden zu hart zu bestrafen, sieht Tuena nicht. «Wenn man da mitläuft, weiss man, auf was man sich einlässt.»

«Sie werden zwar links genannt, sind aber nur Chaoten»

Anders sieht dies SP-Nationalrat Angelo Barrile. «Wir haben einen Rechtsstaat, ob nun Fussballfan, linksradikaler Chaot oder Parksünder, jeder wird gleich nach geltendem Recht bestraft.» Zudem sei es verfehlt, eine Verbindung zwischen linker Stadtregierung und autonomer Gewalt zu sehen. «Diese Leute werden zwar links genannt, sind aber nur Chaoten und haben mit der SP oder den Grünen nichts gemeinsam.» Es sei schade, dass die autonomen Demonstranten jeweils den 1. Mai in ein schlechtes Licht stellten. «Den Tag verderben lasse ich mir deswegen jedoch nicht.» In Winterthur sei alles friedlich geblieben.

Für Marco Cortesi, Sprecher der Zürcher Stadtpolizei, sind 9 Verhaftungen bei 60 Demonstranten vom Freitag eine gute Quote. «Diese Personen sind alle noch in Haft, sind also nicht grundlos verhaftet worden und führen uns möglicherweise zu anderen Personen, die straffällig geworden sind.» Mehr Personen festzunehmen, sei nur schwer möglich. «Die Demonstranten stellen sich ja nicht an die Wand und lassen sich verhaften, sondern greifen die Polizei mit Steinen und körperlicher Gewalt an und fliehen dann in alle Himmelsrichtungen.»

«Früher liess man die Chaoten gewähren»

Man könne auch an einem normalen Tag wie dem Freitag nicht hunderte Polizisten auf Reserve aufbieten, denn diese würden dann an anderen Orten fehlen, zudem sei man kein Polizei- und Überwachungsstaat. Am 1. Mai selbst sei man zusammen mit der Kantonspolizei mit einem Grossaufgebot vor Ort. Auch wenn man mehr Polizisten einsetze, könne man solche Sachbeschädigungen aber nicht verhindern. «Jeder kann sich mit seinen Kollegen treffen und ein paar Scheiben an der Bahnhofstrasse einschlagen.»

Wie gefährlich ein Polizei-Einsatz bei Ausschreitungen ist, kann Anwalt Valentin Landmann berichten. «Ich hatte einen Polizisten als Mandanten, der von einem Stein getroffen und schwer verletzt wurde. Der Demonstrant kam zweieinhalb Jahre in Haft.» Früher habe man bei Sachbeschädigungen die Chaoten oft gewähren lassen, heute würde man früher eingreifen. «Meiner Meinung nach die richtige Taktik, da es von einem Steinwurf auf ein Schaufenster zu einem Steinwurf auf einen Polizisten nicht weit ist.» Eine mögliche Lösung, wie man mehr Chaoten erwischen könnte, sieht Landmann in Helmkameras oder Drohnen. «Mittels Videoaufnahmen kann man die Chaoten oft identifizieren, und Drohnen könnte man zur Verfolgung der fliehenden Demonstranten einsetzen.»

(the)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • McMoneysac am 02.05.2016 06:04 Report Diesen Beitrag melden

    Maifeier

    Es sind ja "nur" Linksautonome. Wären sie von der anderen Seite, wären das dann Rechtsradikale...

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  • Stöff am 02.05.2016 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nur?

    Wieso wird immer alles schön geredet von Vertretern der SP? Wer verantwortlich ist für ein Fest, ein Umzug oder was auch immer, ist auch verantwortlich für das Pack, welches es anzieht. Also, Verantwortung übernehmen und nicht immer nur den Anderen die Schuld zuweisen und ausweichen.

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  • Innerschwyz am 02.05.2016 06:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strafe

    Die arbeit der polizei ist wahrhaft keine schleckerei; was muss die sich von diesen jungen schlägern u randalierern nicht alles gefallen lassen?! Ja, tag der arbeit für die polizei... die verursacher der saubannerzüge sollten hart drangenommen werden u mit geldstrafen und gemeinnütziger arbeit bestraft werden..!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mundtod am 02.05.2016 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Antwort:

    Wegen unserer Kuscheljustiz!

  • Martin L. am 02.05.2016 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unnötiger Feiertag

    wann wird dieser absolut unnötige Feiertag endlich abgeschafft? Verstehe nicht wieso dieser Tag an welchem der sozialismuss verherrlicht wird in der Schweiz überhaupt gefeiert wird ?

    • Dr tubel uf em hubel am 02.05.2016 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin L.

      ...höchstwahrscheinlich wird dieser Feiertag dann abgesetzt, an welchem Sie sich das auch für den -1. August einfordern werden ( Sie sind doch sicher auch tolerant..?) und sich auch der letzte Sonnenanbeter für Geschichte ( nicht verw. mit Gechichts-Mythen) -Dieser Kommentar ist nur zu95% ernstgemeint-

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  • ChrisV am 02.05.2016 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte Welt

    Verkehrte Welt, straffrei, man kann alles zusammen schlagen, fremdes Eigentum beschädigen usw. auch nach Fussballspielen jeweils eine riesen Sauerei auf der Strasse aber oh weh, 3 Min Parkzeit überschritten, 2 km/Std zu schnell, Kippe wegwerfen, Kaugummi weg werfen dann hats mich erwischt ohne Gnade und Kompromis.

    • Mario M. am 02.05.2016 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ChrisV

      Sie können doch nicht ein Vergehen mit einem anderen vergleichen. Was möchten Sie den beim Parkieren, gar keine Busse? 2 Min zu spät ist zu spät oder wo machst du sonst die Grenze? Genau dasselbe ist es bei der Geschwindigkeitsübertretung. Und da gibts bei 2km/h noch gar keine Busse, du hast nämlich noch 5 km/h Toleranz. Aber der Witz ist doch, dass die meisten Autofahrer diese Toleranz bereits zum normalen Tempo dazurechnen. Dann ist 7km/h eben nicht 2 sondern 7 zuviel! Bei Randalierern ist es schon grundsätzlich schwieriger, da oft der Täter nicht bekannt ist. Wollen Sie unschuldig bestraft

    • Schneidewind am 02.05.2016 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mario M. 

      Und nur weil es "schwierig" ist die Täter zu eruiren sollen sie deiner Meinung straffrei davon kommen. Das zeugt von einem Rechtsverständnis das genau dem der Chaoten entspricht. Die sind weder links noch rechts sondern ganz einfach kriminell.

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  • marko 31 am 02.05.2016 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chaoten

    Sie müssen den Sachschaden bezahlen!

  • Stöffu am 02.05.2016 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffung für den Tag der Arbeit

    Ich bin eindeutig für die Abschaffung von 1. Mai als Tag der Arbeit mit den ganzen Demos... die Zeiten haben sich geändert und das ganze Zeugs ist nicht mehr nötig!

    • Innerschweizer am 02.05.2016 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stöffu

      Du bist ja ein ganz lustiger, glaubst du wirklich das es diese Chaoten interessiert ob der 1.Mai ein Feiertag ist oder nicht?

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