Schädliches Kleinplastik

10. Juni 2018 11:23; Akt: 10.06.2018 11:25 Print

Sind Wattestäbchen bald verboten?

Plastikkleinteile sollen in der EU bald nicht mehr erlaubt sein. Auch in der Schweiz formiert sich jetzt eine Allianz gegen Kaffeerühr-Stäbchen, Röhrli und anderes Einweggeschirr.

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Plastikmüll verseucht Meere und Umwelt, ist schwer abbaubar und nur mit grossem Aufwand zu recyclen. Die Europäische Union hat daher einen ambitionierten Plan: Strohhalme zum Beispiel soll es künftig nicht mehr geben.

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Auch in der Schweiz findet diese Idee Anhänger, wie die «Sonntagszeitung» (Abruf des Artikels kostenpflichtig) berichtet. Der grüne Nationalrat Bastien Girod hat sich für ein Verbot von Plastikkleinteilen in der Schweiz ausgesprochen. Unter ein solches Verbot würden etwa Wattestäbchen, Kaffeerühr-Stäbchen, Plastikbesteck und Trinkhalme fallen. Girod will im Bundesparlament einen entsprechenden Vorstoss einreichen.

Der Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen unterstützt das Vorhaben von Girod. Jetzt hofft der grüne Politiker, dass sein Vorhaben auch Zuspruch bei den Bauern und Fischern findet.

Wattestäbchen im Kompost

Die Abfallverwerter haben mit Plastikteilen des Alltagsgebrauchs vor allem deswegen zu kämpfen, weil sie oft im Grüngut landen und diesen verschmutzen. Aus dem Kompost einzelne Plastikteilchen auszusortieren sei eine ungemein teure und aufwendige Prozedur.

Aus diesem Grund ärgern sich auch Landwirte über achtlos weggeworfene Trinkbecher und Einweggeschirr aus Plastik. Auf Feldern und Wiesen besteht zudem die Gefahr, dass Kühe die Kleinteile fressen und daran verenden.

Das Problem sei grösser, als es der Bundesrat wahrhaben wolle, äussert sich Bastien Girod gegenüber der «Sonntagszeitung». Er beruft sich dabei unter anderem auf den «Swiss Litter Report», der Ende Juni veröffentlicht wird und belege, dass die Schweiz in Sachen Plastikkleinteile nicht besser dastehe als andere Länder.

(jdr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto_E am 10.06.2018 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plastik minimieren

    Ich bin auch dafür das wir Plastik minimieren. Aber bitte zuerst dort ansetzen wo Plastik wirklich unsinnig ist. In unseren Läden werden geschälte Eier und geschälte Orangen angeboten. Das darf einfach nicht sein. Im weiteren sollten die Firmen die Alternativ Plastik recycelbar herstellen gefördert werden. Und dann bringt das ganze noch den Chinesen und den Amis bei!

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  • Bänz am 10.06.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wattestäbchen?

    Bei den Coop Naturaline Bio Wattestäbchen ist der Schaft aus Papier.

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  • Maler50 am 10.06.2018 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptproblem

    Das Hauptproblem ist doch unsere Wegwerfgesellschaft, solange diese Medalliät sich nicht ändert ist alles andere nur eine Pflästerlipolitik.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vera Balmer am 11.06.2018 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich wird gehandelt

    Ich finde das eine gute sache. Man kann nicht immer nur alles bemängeln und nichts machen.

  • Flunder am 11.06.2018 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Papierwattestäbchen

    Dann nehmt halt die Wattestäbchen mit dem Kartonröhrli. Die Ohrenstäbchen mit dem Plastik habe ich schon lange nicht mehr gesehen (ausgenommen die Budget von der Migros, aber die sind unbrauchbar und knicken sofort).

  • Karin Müller am 11.06.2018 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Im kleinen fängt es an..

    Ich kaufe seit ich mich erinnern kann immer nur die Wattestäbchen mit Papier. Sind sogar angenehmer als die mit den Plastikstäbchen. Alle die hier aufschreien, dass man doch mit was anderem anfangen soll, es fängt im kleinen an! Klar gibt es noch ganz viele andere Sachen, unnötige Verpackungen etc. die geändert, bzw. minimiert werden müssten, aber es gibt absolut keinen Grund weshalb man nicht Wattestäbchen aus Papier verwenden sollte!!!

  • Kein EU-Schääfli am 11.06.2018 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das???

    Die EU mit ihren Verboten....im EU-Mitgliedsstaat Griechenland gibt es ca 3'000 Mülldeponien - dass wo bei uns in Container und in der Müllverbrennungsanlage landet, wird dort auf die Deponie gekippt. Es gibt Tiere, Wind und Wetter wo es überall verteilen und es auch im Meer landet. Wann wird endlich dort etwas von der lieben EU unternommen?? ahh ja stimmt Sanktionen müssten ja wieder von der EU bezahlt werden, und anständige Verbrennungsanlagen sind zu teuer....lieber mal den Leuten die Plastiklöffeli verbieten. PS: Plastik-Ersatz besteht oft aus Gentech-Mais, was auch Rohstoffe kostet

  • Jacky M. am 11.06.2018 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Plastik sinnvoll reduzieren

    Mal ehrlich, gibt es wirklich viele sinnvolle EU Richtlinien? Nein, Hauptsache alles verbieten und strenge Regeln setzen. Ich bin auch dafür, dass weniger Plastik verwendet wird. Aber erstmals in Verkaufsläden, wo alles 3 fach, sinnlos verpackt ist. Finde es ja auch ok, wenn Plastiksäckli was kosten. Aber immer mehr wird uns von der EU alles vordiktiert. Zuerst Stromsparen (Staubsauger nur noch 900 W) dann das tolle Datenschutzgesetz. Was kommt als nächstes?