Mobilfunknetz

25. Februar 2015 22:04; Akt: 25.02.2015 22:04 Print

Weg frei für höhere Strahlenbelastung

Der Bundesrat erwägt die Erhöhung der Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung. Zunächst will er mehr Daten zu den gesundheitlichen Folgen erheben.

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Höhere Strahlungswerte oder mehr Mobilfunkantennen: Dieser Entscheid wird zu fällen sein. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Die Zunahme des Datenverkehrs bringt das Schweizer Mobilfunknetz an seine Grenzen. Für den Bundesrat sind Anpassungen deshalb unabdingbar. Er zieht unter anderem die Lockerung der Strahlenschutz-Grenzwerte in Betracht.

Mit einer Anpassung der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung könnte die Kapazität der einzelnen Sendeanlagen gesteigert werden. Das schreiben das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) und weitere Bundesämter in einem Bericht, den der Bundesrat am Mittwoch genehmigt hat.

Im Bericht werden verschiedene Möglichkeiten zur Lockerung der Anlagengrenzwerte aufgelistet. Im schlimmsten Fall würde die Strahlenbelastung im Einflussbereich einer Anlage um den Faktor 3,5 steigen.

Höhere Grenzwerte oder mehr Sendeanlagen

Den Anstoss zum Bericht hatten zwei Vorstösse aus dem Parlament gegeben. Einer davon, eingereicht von der FDP-Fraktion, forderte die Überprüfung der Strahlenschutz-Grenzwerte. Die Grenzwerte in der Schweiz seien rund zehnmal tiefer als beispielsweise in Deutschland oder Österreich.

Dies bestätigen auch die Autoren des Berichts. Die hierzulande geltenden Grenzwerte aus dem Jahr 1999 führten dazu, dass von den total rund 15'000 Standorten mehr als 6000 die Grenzwerte ausschöpften. Für die Erhöhung der Netzkapazität im betreffenden Gebiet müssten dadurch neue Anlagen gebaut werden.

Experten erwarten Widerstand der Bevölkerung

Gemäss dem Bericht ist bisher nur ein für den Menschen schädlicher Effekt von Mobilfunkstrahlung zweifelsfrei nachgewiesen worden: Die Erwärmung des Körpergewebes. Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko gebe es keine, heisst es mit Verweis auf Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation.

Trotzdem polarisiere der Aufbau der Mobilfunknetze nach wie vor. Im Falle einer Lockerung der Strahlengrenzwerte rechnen die Experten des Bundes deshalb «mit Opposition von Teilen der Bevölkerung». Gemäss einer Erhebung des Bundesamts für Statistik schätzt mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Strahlung von Mobilfunkantennen als gefährlich oder eher gefährlich ein.

Zuerst braucht es Daten zur Strahlenbelastung

Damit sich die Bevölkerung «rational» mit der Thematik auseinandersetzen könne, brauche es Daten über die Strahlenbelastung, heisst es im Bericht. «Solche fehlen bislang in der Schweiz.» Ein Monitoring zur Mobilfunkstrahlung solle deshalb rasch an die Hand genommen werden.

Der Bericht diene als Grundlage für die Beratungen im Parlament, teilte das Bakom am Mittwoch mit. Die Diskussionen würden zeigen, ob eine Anpassung der Strahlenschutz-Verordnung «zweckmässig» sei.

Telekom-Branche will höhere Grenzwerte

Aus der Telekom-Branche sind bereits ermunternde Wort an die Politik gerichtet worden. Der Schweizerische Verband der Telekommunikation (Asut) hat in einer Stellungnahme erklärt, eine massvolle Lockerung der Umweltauflagen wäre die beste Lösung.

Asut fordert das Bundesparlament auf, «die notwendigen Anpassungen im Umweltrecht und insbesondere bei den Grenzwerten zu veranlassen, damit die Mobilfunknetze rechtzeitig modernisiert und ausgebaut werden können».

(fbs/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roman berger am 25.02.2015 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    handy und trotzdem jammern

    wenn alldiejenigen die über die strahlenbelastung jammern kein handy mehr hätten, dsnn gäbe es dieses problem nicht da dann weniger daten übers netz jagen

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  • J.F am 25.02.2015 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legt öfters einfach mal das Handy weg

    War mal wieder klar, dass die Telekom Branche dafür ist... Benutzt mal wieder mehr euer Gehirn als euer Handy. Wenn man heutzutage unterwegs ist, sieht man wie praktisch jede und jeder permanent ihr/sein Handy benutzt. Als ich noch klein war, gingen wir bei den Freunden noch läuten ob sie rauskommen und haben sie nicht angerufen oder eine SMS geschrieben. Die Menschheit verkommt immer mehr.

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  • Steven Enrique Goncalez am 25.02.2015 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handy strahlt auch

    Interessant finde ich, dass diese Kommentare wahrscheinlich die meisten via Handy geschrieben werden. Aber Hauptsache jeder jammert über Strahlung...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Spatenpauli am 26.02.2015 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mikrowellenstrahlung macht homosexuell

    Werden Katzen mit Nahrung gefüttert, die zuvor Mikrowellen ausgesetzt wurde, werden die Tiere erst homosexuell, dann fett und am Ende verhungern sie. Klingt irre, ist es auch, wird aber dennoch behauptet: Mehr über diese absurde Geschichte hier:

  • Klardenkender Handynutzer am 26.02.2015 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Klare Sache, unschädlich

    Das mit den "Strahlen" ist ein Witz. Vor ein paar Jahren hat VOX einen Test gemacht. Sie stellten als Telecom-Techniker verkleidet in einer Wohngegend einen Antennendummi ohne jede Technik auf und sagten der Bevölkerung, dieser werde am anderen Tag auf Sendung gehen. Nach 3 Wochen kamen sie als TV-Team wieder und befragten die Bevölkerung zu ihrem Befinden. Mehr als 3/4 gaben an , sie leiden unter gesundheitlichen Störungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein und dergleichen. Das käme alles nur von der Antenne obwohl diese nur ein leeres Rohr war! Es war alles nur Einbildung!

  • Handybauer am 26.02.2015 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hysterie der Halbwissenden

    machen hier alle auf Panik, ohne mit der Materie vertraut zu sein. Legen dann aber das Babyphon direkt neben das Kleinkind, telefonieren mit dem DECT Telefon, haben WLAN, fliegen jährlich nach Übersee (mehr Strahlung als ein Ganzkörper-Röntgen im Spital!) Aber bei Strahlung denken alle gleich an Atompilz, Fukushima, Haarausfall etc.

    • Remo am 26.02.2015 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      Die Dosis macht das Gift

      War noch nie in Übersee, hatte nie ein DECT Telefon, habe zuhause Ethernet und nutze mein Handy nur zum Telefonieren. Nur weil die meisten Rücksichtslos sind, muss es allen egal sein? Mir ist bewusst, dass simple Handystrahlung nicht besonders schädlich sein kann (rein physikalisch). Aber wenn dann alle gleichzeitig 4K-Filme über's Mobilfunknetz streamen sieht's anders aus. Deswegen ist es auch gut, wenn die Leistung der Masten eingeschränkt bleibt.

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  • Barbara am 26.02.2015 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Strahlen sind schädlich

    Alle wissen es - Strahlen sind schädlich, aber keiner wehrt sich dagegen! Geld und Komfort sind auch hier leider wichtiger als die Gesundheit.

  • Arzt am 26.02.2015 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strahlung

    Ich bin Assistenzarzt im inselspital und habe mich bereits mit dem Thema gründlich befasst. Es gibt weltweit keine studie die kurz- oder langfristig einen Schädlichen Effekt von Handystrahlen oder Elektrosmog am Menschen nachweisen konnte. Einzig der sog. Noceboeffekt ( z.B. Kopfschmerzen aus angst vor Strahlung) war erruierbar. Also bitte macht euch keine sorgen.

    • Mark am 26.02.2015 10:43 Report Diesen Beitrag melden

      Strahlenbelastung und OP

      Eine Verwandte hatte vor 3 Wochen eine schwere OP. Ein grosses Geschwulst wurde entfernt. Die Untersuchung des Gewebes ergab eine starke elektro-magnetische Strahlenbelastung. Es war die Stelle am Körper wo sie immer das Handy trug. Ev. können sie diese Info im Pubmed publizieren...sofern das nicht in Konflikt steht mit Forschungsfinanzierungen etc.

    • robbie P am 26.02.2015 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      Störung..

      Aber es gibt fälle wo Tiere Fehlgeburten haben und kaum wurde die handyantenne demontiert.. ist das Problem verschwunden!

    • blooper am 26.02.2015 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      Inselspital? Telematik Assistent?

      Sie passen völlig in den Inselspital mit Ihrer falschen Aussage. Arzt sind Sie wohl noch nicht, assistieren jedoch. Strahlen schaden, darum hat man Grenzwerte eingeführt. Habe Messungen in der Wounung gehabt da eine neue Antenne aufgesetzt wurde. Die Messungen wurden gemacht um die Strahlen won den Häusern weg zu richten, so dass die Antenne in Richtung Strasse sendet/empfängt.

    • hans am 26.02.2015 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      was beweisst ein nicht vorhanden sein von studien?

      Gar nichts! Asbest war zuerst super, alu im deo auch. Es gibt 100te solcher beispiele. Erstmal studieren wer hinter den grenzwerten steht und wozu diese sind. Persilschein für die betreiber der netzte um nicht in die verantwortung zu kommen? Warum "grenz" wert erhöhen um mehr durchsatz zu erreichen. Ich dachte bei grenze geht es um risiken und nicht um durchsatz.

    • b. schneider am 26.02.2015 12:55 Report Diesen Beitrag melden

      An Blooper

      Ich finde es Toll das ein Arzt schreibt, wenn medizinisch nichts Nachweisbar ist wird es wohl auch so sein. Die Mediziner wollen den Leuten schliesslich helfen also ein bisschen mehr Respekt für die Ärzte bitte. Danke Herr Doktor !

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