Seltene Gäste

11. April 2013 21:24; Akt: 13.04.2013 10:54 Print

Wer stolziert denn hier durchs Schweizer Moor?

Seltener Besuch im Kaltbrunner Riet: In der Sumpflandschaft in der Linthebene hat sich eine Kranichschar niedergelassen. Wer die Vögel sieht, kann sich glücklich schätzen.

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Leser-Reporter Heinz Zumbühl erwischte die Kraniche bei einem ihrer seltenen Zwischenhalten in der Schweiz.

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Zwölf gigantische Vögel, die anmutig durch den Sumpf des Kaltbrunner Riets stolzieren. Das Herz von Hobby-Fotograf Heinz Zumbühl «hat gerade etwas höher geschlagen», als er realisierte, welch seltenes Motiv er da vor der Linse hatte. Es handelt sich um Kraniche, die sich auf ihrem Frühlingszug in der Schweiz niedergelassen haben. «Eine echte Rarität», erklärt der Leser-Reporter stolz.

Thomas Kuske, der Geschäftsführer von BirdLife Zürich, bestätigt dies. Es sei schon «etwas Spezielles», wenn man Kraniche in der Schweiz in freier Wildbahn antreffe. Der Vogelexperte hatte bislang selbst nur ein einziges Mal die Gelegenheit, Kraniche in der Schweiz zu beobachten – ebenfalls im Kaltbrunner Riet. «Offensichtlich sagt ihnen die Weitläufigkeit dieses Gebietes sehr zu.» Im Sumpf fänden die Vögel Nahrung und könnten neue Kraft für den Weiterflug tanken.

Schauspiel Kranichtanz

Mit ihrer Grösse und einer Flügelspannweite von bis zu zwei Metern seien die Tiere, die in Nordosteuropa sowie in Asien heimisch sind, «äusserst imposant», so Kuske. Nicht umsonst haben Kraniche in vielen Kulturen ihren festen Platz in der Mythologie.

Wem das Glück besonders hold ist, der wird gar Zeuge eines Schauspiels, das die Menschen bereits seit Jahrhunderten fasziniert. Der Kranichtanz, ein Balzritual, wird im Frühling von ganzen Gruppen von Vögeln aufgeführt – begleitet von lauten Trompetenrufen und imposanten Choreografien.

Die zwölf Kraniche vom Kaltbrunner Riet noch in Aktion beobachten zu können, dürfte aber schwierig werden. Die Vögel ziehen laut Experte Kuske vermutlich schon «sehr bald» weiter in ihre Brutgebiete im Osten.

Den Kranichtanz auf Video ansehen:

(Quelle: Youtube.com/ Ruedi Abbühl)

(jbu)