Bankkultur

03. Mai 2018 12:42; Akt: 03.05.2018 15:19 Print

Wo steht dein Lieblingsbänkli?

Der Verein zur Förderung der Bankkultur will Bänkli ein Gesicht geben – und die besten Geschichten rund um die Sitzgelegenheiten erzählen.

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Der Verein Bankkultur huldigt den Bänkli. Mit dem Projekt «Bankgeheimnis» plant er eine Karte mit Schweizer Bänkli. Dort können Nutzer zudem ihre persönlichen Geschichten aufschreiben. Damit ist der Verein nicht allein. Auch in der Studenten-App Jodel werden im Channel Bänklibewertung Sitzgelegenheiten bewertet. Dieses leicht löchrige Exemplar erhielt einen von zehn Punkten. Wer gern Gesellschaft hat und harten Untergrund beim Sitzen mag, dem sollte diese Bänkli entgegenkommen. 4 von 10 Punkten. Die perfekte Sitzbank für alle, die gern im Dunkeln sitzen. Kreativität zahlt sich aus. Aus Absperrlatten wird ein Bänkli. Wer es in der Küche bequem haben will, sollte sich diese Bank zulegen. Sie erhält 7 von 10 Punkten. Dieses Bänkli ist gut getarnt. Zehn von zehn Punkten. Verdient! Dieses Bänkli wird für Päärli empfohlen. Der Jodel-Nutzer belohnte es mit einem guten Rating. 15 von zehn Punkten wegen des Biers. Eine Hängebank für Hanger. Sieben von zehn Punkten. Am Brienzersee steht dieses Bänkli in einem privaten Garten. Wenn man auf der Bank sitzt, richtet sich der Blick direkt auf den See. Überall in der Schweiz gibt es interessante Formen von Bänkli. So auch in Neuenburg. Diese Sitzgelegenheit bietet zwar keine Lehne, dafür eine schöne Sicht auf den Vierwaldstättersee. Auf dem Weg zum Genfersee in Dent de Vaulion kann man sich auf dieses kalte Bänkli setzen. Dabei kann man die Sicht über die Wolken geniessen. Dieses Bänkli steht im Kanton Schwyz beim Wägitalersee.

Zum Thema
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Renate Albrecher hat einen speziellen Job: Sie kümmert sich als Präsidentin des gemeinnützigen Vereins Bankkultur um die Dokumentation und Förderung von öffentlichen Sitzbänkli. «Wir wollen den Menschen, Gemeinden und Regionen die Bedeutung von Bänkli wieder bewusst machen – auf individueller, sozialer, gesundheitlicher und touristischer Ebene», sagt Albrecher.

Welche Geschichten erzählen Bänkli? Was hast du auf einem Bänkli schon alles erlebt – und wo steht dein Lieblingsbänkli? Erzähle uns deine persönliche Geschichte unter Angabe des Ortes und wenn möglich mit Foto.

Dazu baue ihr Verein eine bankophile Community auf und gebe den Bänkli ein Gesicht, eine Stimme, eine Adresse und einen Charakter – «versehen mit einer Prise Humor». Darunter versteht Albrecher Folgendes:

Die Community
«Wir sind Hunderte, wenn nicht bereits Tausende von ‹Bankophilen›, die hier Gleichgesinnte finden. Wir teilen Erlebnisse in Form von Kommentaren, Geschichten, aber vor allem Fotos. Wir nehmen nicht nur Bänkli überall wahr, wir fangen auch an, wegen Bänkli zu reisen – auf der Suche nach Bänkli werden wir gewissermassen zu ‹Banktouristen›.» Dabei gebe es verschiedene Faktoren zu berücksichtigen:

Das Gesicht
«Das sind die Fotos vom Bänkli und von dem, was das Bänkli zeigen will.»

Die Stimme
«Im virtuellen Bänkli-Buch, das wir für jedes Schweizer Bänkli anbieten, können persönliche Geschichten, Bank-Poesie, aber auch Empfehlungen rund um das Bänkli geschrieben und nachgelesen werden.»

Eine Adresse
«Da Bänkli bislang noch nie systematisch in Landkarten eingezeichnet wurden, also nicht einfach auffindbar waren, haben wir die Carte banc'aire beziehungsweise die Bänkli-Landkarte erstellt.»

Der Charakter
«Der Charakter eines Bänkli wird dargestellt durch Kategorisierungen wie Erreichbarkeit, Aussicht, Lage, aber auch Infrastruktur und Ruhefaktor.»

Wie ist der Verein entstanden?
Den Verein habe sie aus einer persönlichen Erfahrung heraus gegründet, sagt Albrecher. Beim Wandern habe sie gemerkt, dass an allen schönen Orten Bänkli stehen. Also habe sie ihre Wanderungen und Picknicks nach diesen ausrichten wollen, aber keine Karte mit den Standorten gefunden.

Sie sei damals in einer Umorientierungsphase gewesen und habe nach einem Projekt gesucht, das für Menschen unmittelbar Sinn mache und deren Lebensqualität verbessere. Mit dem Wortspiel Bankgeheimnisse spiele sie auf die Tatsache an, dass bislang die Standplätze von Bänkli schwer zu finden waren. Zudem seien Bänkli Zeugen von so manchen Geheimnissen: All ihre Gesprächspartner hätten von emotionalen Erlebnissen und Erinnerungen mit Bänkli erzählt, sagt Albrecher.

Warum sie sich für Bänkli einsetzt, erklärt Albrecher so: «Weil ich möchte, dass jeder ein Stück vom Glück haben kann. Egal, was sonst im Leben passiert, Bänkli-Momente tun jedem gut. Erst dann, wenn jeder ein Bänkli nach seinen Bedürfnissen und Interessen finden kann, wann immer er eines braucht – ob mit Rollstuhl erreichbar oder als Picknickplatz bei einer Bergtour – ist dieses Glück auch wirklich jedem zugänglich.»

Auf Jodel findet man Bänkli auch cool

Damit ist Albrecher nicht allein. In der Studenten-App Jodel etwa überbieten sich die Nutzer mit den Geschichten zu ihren Lieblingsbänkli. Im Channel Bänklibewertung stellen sie Fotos ihres Lieblingsbänkli vor und bewerten dieses nach verschiedenen Kriterien. Die lustigsten und schönsten Beispiele findest du in der Bildstrecke.

(wsa)