Laura Zimmermann

06. März 2018 05:44; Akt: 06.03.2018 05:44 Print

«Ich fühle mich überhaupt nicht mächtig»

von Silvana Schreier - Die Operation Libero schwimmt auf der Erfolgswelle. Ein Politologe erklärt, wie viel Macht Co-Präsidentin Laura Zimmermann hat.

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Das Nein zur No-Billag-Initiative am vergangenen Sonntag ist ein Sieg für Operation Libero. Während vier Monaten kämpfte sie an vorderster Front gegen No Billag. Ihr Aushängeschild: Die 26-jährige Co-Präsidentin, Laura Zimmermann.

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Mit der Ablehnung der No-Billag-Initiative siegt die Operation Libero bereits zum zweiten Mal: Der erste Sieg fand im Februar 2016 statt. Damals lehnte die Stimmbevölkerung die Durchsetzungsinitiative mit 58,9 Prozent ab. Das Resultat wurde der Operation Libero zugeschrieben – allen voran der Co-Präsidentin Flavia Kleiner. Andere engagierte Parteien fühlten sich übergangen. Die «Schweiz am Sonntag» fasste im März 2016 zusammen: «Nur mit Kleiner, der jungen Studentin, hat sich der Abstimmungskampf als Märchen erzählen lassen.»

«Operation Libero hat richtiges Thema ausgesucht»

Der Politologe Michael Hermann sieht deutliche Parallelen zwischen den Abstimmungskämpfen zur Durchsetzungsinitiative und zu No Billag: «Operation Libero hat sich wieder das richtige Thema ausgesucht, das die Bevölkerung beschäftigt.» Dieses Gespür zeichne sie aus.

Nach dem Sieg mit der Durchsetzungsinitiative sei Operation Libero als «Eintagsfliege» abgestempelt worden. Hermann: «Jetzt hat sie gezeigt: Sie können mit ihrer Art der Kampagnenführung beliebig oft Erfolg haben.» Ihre Macht liege darin, sich die richtigen Kämpfe auszusuchen, so der Politologe der Universität Zürich.

«Freche, kämpferische Art» überzeugt Stimmvolk

Inmitten der Vielzahl an No-Billag-Gegnern sei Laura Zimmermann der entscheidende Faktor gewesen: Während des Abstimmungskampfes hat sie es laut Hermann mit ihrer «frechen, kämpferischen Art» immer wieder geschafft, «die einfachen Argumente der Befürworter mit Fakten» zu entkräften.

Damit unterscheidet sie sich laut Hermann von der Co-Präsidentin Flavia Kleiner. Diese beschreibt er als «anti-populistische Symbolfigur, die über dem Geschehen steht». Zimmermann hingegen verbuche ihre Erfolge «im Nahkampf während den Debatten mit Kontrahenten». Sie bleibe als «spannendstes Gesicht der No-Billag-Debatte» in den Köpfen des Stimmvolkes hängen, was ihr auch nach der gewonnenen Abstimmung Aufmerksamkeit einbringen werde. Eine unmittelbare Macht gehe von Zimmermann nicht aus. Denn: «Sie befindet sich noch immer ausserhalb des etablierten Parteiensystems», sagt Hermann.

«Ich wollte Paroli bieten»

Laura Zimmermann war bei der No-Billag-Kampagne das Aushängeschild von Operation Libero. Sie tingelte von Podiumsdiskussionen zu Auftritten in der SRF-Sendung «Arena» oder Interviews bei regionalen Fernsehsendern. «Ich war vielleicht das prominente Gesicht unserer Kampagne, das stimmt. Aber hinter mir stand ein grosses Team», sagt die Bernerin auf Anfrage.

Mächtig fühle sie sich überhaupt nicht. Vielmehr sei sie unschlüssig, wie viel sie als einzelne Person zum Sieg beigetragen habe. Denn eine breite Gegnerallianz habe das Nein zu No Billag zu Stande gebracht. «Ich habe jeweils einfach versucht, in jeder Diskussion die Leute zu überzeugen, gegen diesen Anschlag auf unsere Demokratie zu stimmen. Ich wollte Paroli bieten», so Zimmermann.

Für Operation Libero gehe es nun nahtlos weiter: «Wir haben noch viel vor», sagt die Co-Präsidentin. Das nächste grosse Projekt sei die Selbstbestimmungsinitiative der SVP, die voraussichtlich im November an die Urne kommt. Bei dieser Abstimmung werde sie «für ein noch deutlicheres Nein kämpfen». Zimmermann: «Ich bleibe der Operation Libero auf jeden Fall erhalten.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Remo am 06.03.2018 05:59 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Wissenschaftler?

    Also mich hat diese Operation Libero weder mit Argumenten noch sonst irgendwie beeinflusst.

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  • ThomThom am 06.03.2018 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geenau

    Sie hatten zwei Mal Erfolg, und man spricht echt schon von "beliebig vielen Erfolgen"? naaaja ich kann mir auch Initiativen aussuchen die zum scheitern verurteilt sind, da einfach zu extrem... und danach von Erfolg sprechen.

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  • Stern am 06.03.2018 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin ich alleine mit dieser Erläuterung?

    In letzter zeit wird immer nur für eine Abstimmung Werbung gemacht als müsste man die Anderen Abstimmungen vertuschen....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandroh am 06.03.2018 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totaler Unsinn

    Selten so ein Unsinn gelesen. Staune immer wieder über unsere Politologen, was die uns alles einreden wollen. Ob mit oder ohne Operation Libero, dass Resultat wäre genau das gleiche. Genau wie bei der Durchsetzungs Initiative waren auch hier wieder sämtliche Parteien ausser der SVP und sämtliche Institutionen und Medien dagegen. Bei der nächsten Abstimmung über die Begrenzungs Initiative wird es genau gleich sein. Da von einem Erfolg von einer Gruppe zu reden ist schon sehr merkwürdig. Am Schluss sind es immer die Bürger , die sich eine eigene Meinung bilden ob mit oder ohne Operation Libero.

    • Klaus07 am 06.03.2018 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sandroh

      Und mit was für einer Grundlage macht sich der Bürger seine Meinung? Die wenigsten lesen oder verstehen das Abstimmungsbüchlein, also wird die Meinung durch den öffentlichen Diskurs bestimmt. Jegliche Partei oder Gruppe die mit guten und nachvollziehbaren Argumenten operiert, kann sehr viel Einfluss auf ein Abstimmungsergebnis haben. Ich würde solche Gruppen wie Operation Libero nicht unterschätzen.

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  • Paul. am 06.03.2018 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu früh gelacht

    Viele können das schlucht nicht bezahlen, wir haben schon massiv hohe Steuern.

  • Arnold am 06.03.2018 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Realistisch gesehen

    Zum Glück verdiene ich ein Heidengeld und mir ist die Billag-Gebühr sowas von egal, wobei mir die Alten und Armen schon leid tun. Naja, die Schweizer sind halt, genau wie Deutschen, ein obrigkeitshöriges Volk und die Medien bestimmen ihr Leben.

  • Balzli am 06.03.2018 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glaubenlassen

    Ist doch Blödsinn, diese Operation Libero bewirkt bei mir das Gegenteil. Diese Retter der Schweizer Demokrat finden sich jetzt wahnsinnig gut!

  • Dani am 06.03.2018 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo

    Wieso wird jetzt diese laura so gepuscht? Wil sie in die Polikt?