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19. Juni 2017 10:52; Akt: 19.06.2017 11:11 Print

Wie würdest du die Armee attraktiver machen?

Armeechef Philippe Rebord will mit Internet-Pausen die Jungen für die Armee begeistern. Mit welchen Reformen würdest du den Dienst anpassen?

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Es ist kein einfacher Job, Chef der Schweizer Armee zu sein. Während diese gemeinsam mit der Politik dagegen anzukämpfen versucht, dass immer mehr Wehrpflichtige in den Zivildienst wechseln, zieht Philippe Rebord die Fäden. Für ihn steht fest: Es muss sich etwas ändern. «Wenn sich der Zivildienst so weiterentwickelt, bekommen Armee und Zivilschutz ein Problem», sagt er im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Seit der Abschaffung der Gewissensprüfung 2008 hätten sich die Zivildienst-Gesuche vervierfacht.

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Rebord weiss jedoch auch, dass in seinen eigenen Reihen ebenfalls Änderungen fällig sind. So soll die Tauglichkeitsquote mit der Wiedereinführung der differenzierten Diensttauglichkeit bei 66 Prozent stabil bleiben. «Gleichzeitig wollen wir den Einstieg in die Armee etwas sanfter gestalten, um im ersten Monat weniger Leute zu verlieren», sagt Rebord zur Zeitung.

«Überdurchschnittlich viele Studenten gehen in den Zivildienst»

Dass gerade im WK die Soldaten lediglich Zeit totschlagen würden, hält er für falsch. «Das ist doch nur Stammtischgerede! Ich sage nicht, dass es keine leere Zeit im Militär gibt. Doch die Erfahrung aus meiner Brigade ist das nicht.»

Trotzdem ist Rebord bewusst, dass sich in der Armee etwas ändern muss. «Mein Bauchgefühl sagt mir, dass überdurchschnittlich viele Studenten in den Zivildienst gehen. Und das ist eine Katastrophe. Wenn in einem Zwangssystem ausgerechnet die künftigen ‹Eliten› ihre Vorbildfunktion nicht mehr wahrnehmen, ist das System tot.»

Internetpausen und Turnschuhe für neue Generationen

Doch auch junge Generationen machen der Armee zu schaffen. So habe die Generation Z ein anderes Weltbild als die Jungen davor. Es brauche deshalb Anpassungen. «Die Schere zwischen dem zivilen und dem militärischen Leben wird immer grösser», so Rebord. Als Beispiel nennt er die Internetnutzung der jungen Leute. «Wenn sie in die Armee kommen, bleibt ihnen dafür nur die Nacht. Und wenn der Rekrut während der Nacht surft, hat er nach zwei Tagen ein Problem.»

Deshalb würden derzeit verschiedene Massnahmen geprüft. Dazu zählen etwa Internet-Viertelstunden, in denen die Soldaten surfen können. Auch dass die Rekruten ihre Stiefel nach dem Feldeinsatz gegen Turnschuhe eintauschen dürfen, ist für Rebord eine Option.

«Müssen unsere Werte leben»

Bezüglich des Frauenanteils in der Armee ist der 60-Jährige zuversichtlich. Denn die Kantone prüfen derzeit, ob der Orientierungstag für Frauen obligatorisch werden soll. «Ich denke, dass dieser Infotag uns dreimal mehr Frauen bringen könnte, als wir heute haben.»

Rebord ist seit sechs Monaten Chef der Armee. Er dient schon über dreissig Jahre – auch unter seinem Vorgänger André Blattmann. Auf die jüngsten Terroranschläge in Europa angesprochen, setzt er auf Schweizer Werte. «Dieser Krieg gegen die Barbarei ist nicht zu gewinnen mit mehr Polizisten oder mehr Militär. Wir müssen die Werte in unserem Land leben. Dann werden die Terroristen nicht gewinnen. Auch wenn sie uns treffen werden.»

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr Besserwisser am 19.06.2017 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Falsch nicht der Orientierungstag sollte zur Pflicht werden sondern der Dienst!

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  • HP Seipp am 19.06.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Evolution der Armee

    Ich bin ein grosser Militärbefürworter und hoffe wirklich, dass es das Militär schafft, in der Gesellschaft vermehrt Akzeptanz zu finden. Das erreicht das Militär aber nur, in dem es den Angehörigen der Armee sowie allenfalls deren Arbeitgebern einen Mehrwert bieten. Eine Lastwagenprüfung zählt heute schon dazu. In Zukunft vielleicht auch eine IT-Ausbildung (Stichwort Cyberwar). Hier müsste die Armeespitze mal über die Bücher...

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  • Sandro am 19.06.2017 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es im Krieg

    auch die Internet Viertelstunde..?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto G am 19.06.2017 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Obligatorisches schiessen im WK

    Bin fertig zwar fertig mit WKs, aber mein Wunsch: Obligatorisches schiessen sollte man im WK machen können. Ich arbeite zwar 200m von einem Schiessstand entfernt, aber ich durfte das Gewehr nicht ins Büro nehmen, um zwischendurch das Obligatorische zu schiessen. Beim 500m entfernten Zeughaus wollten sie es auch nicht für ein paar Stunden zwischenlagern. Im WK hätte man weiss Gott genug Zeit dafür. Dann hätte man sich immerhin einen Samstag-Morgen gespart.

  • Dankedafüriblali am 19.06.2017 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Euer Ernst??

    Dass man jetzt sogar noch nachfragen muss wie man das Militär attraktiver macht ist doch ein WITZ. Ich bin eher dafür dass wenn man schon ins Militär geht dass man sich da auch durchbeissen muss. Im Ernstfall könnte man auch nicht den Feind fragen wie man den Angriff attraktiver machen kann. Das Militär darf einfach kein Kindergeburtstag sein, es muss hart sein denn nur die stärksten kommen weiter

  • Std. A.D M am 19.06.2017 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Berufsarmee/Elitetruppe

    Eine Berufsarmee/Elitetruppe von ca. 10'000 Männer und Frauen. Stationiert und ausgebildet in den Bergen mit genug Munition und Proviant für 4 Jahre .Bzw. top ausgebildete und ausgerüstete Guerilla die nur aus den Bergen operiert. KEINE Armee der Welt könnte so ein Land über Jahre besetzen geschweige denn besiegen!

  • Unter Offizier Einsiedeln am 19.06.2017 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Ferien

    Ja klar 15 Wochen Dienst 37 Wochen Ferien. Bezahlt natürlich. Dann kommen alle

  • Marko 32 sein Sohn am 19.06.2017 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Militär attraktiver

    Wenn auch Frauen Militär leisten müssen, würde es bestimmt mehr Spass machen!