Suche auf Instagram

23. Mai 2018 17:51; Akt: 23.05.2018 22:23 Print

Wo steckt die 12-jährige A.?

Auf Instagram wird eine 12-Jährige gesucht. Das Verschwinden des Mädchens soll im Zusammenhang mit einer Ausschaffung stehen.

storybild

User rufen auf Instagram zur Mithilfe auf. Die 12-jährige A. soll seit dem 15. Mai 2018 verschwunden sein. (Bild: Leser-Reporter)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Hilfsbereite User rufen auf Instagram dazu auf, einen Suchaufruf zu verbreiten, den die verzweifelte Mutter in Adliswil ZH ausgehängt haben soll. Die 12-jährige A.* sei seit dem 15. Mai verschwunden. Hinweise kann man an eine Handynummer richten.

Was steckt hinter der Vermisstmeldung? 20 Minuten rief die angegebene Nummer an. Es meldete sich eine Frauenstimme. Sie gab an, As. Mutter zu sein.

Familie muss die Schweiz verlassen

Die Frau sagt, sie sei zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter aus Tadschikistan in die Schweiz gekommen. Weil sie hier keine Aufenthaltserlaubnis bekommen hätten, sollte die Familie nach Litauen ausgeschafft werden.

Um zwei Uhr morgens sei die Polizei in ihr Zimmer in der Notunterkunft Adliswil gekommen. Sie seien zu sechst gewesen. A. sei wach geworden, weil die Männer so laut waren. «Sie fing an zu weinen und hatte Angst. Am nächsten Tag ist sie weggelaufen», so die aufgelöste Mutter.

Vater in Ausschaffungshaft

Nun sei sie schon seit acht Tagen weg. Die Frau gibt an, keine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgegeben zu haben. Sie wolle gar nicht, dass der Aufruf auf Instagram veröffentlicht wird.

Auch die Wochenzeitung (WOZ) berichtete über den Fall. Demnach war die Polizei in die Notunterkunft gekommen, um den Vater abzuholen und in Ausschaffungshaft zu bringen. Mutter und Tochter sollten am nächsten Tag ebenfalls abgeholt werden.

Ununterbrochen geweint

Die Mutter beschreibt ihre Tochter gegenüber der WOZ als «starkes Mädchen». In Tadschikistan sei sie gerne zum Boxunterricht gegangen. Doch seit der Verhaftung des Vaters habe A. ununterbrochen geweint. «Ich habe sie noch nie so gesehen», sagt die Mutter zu der Zeitung.

Sie werde auf keinen Fall nach Litauen gehen, habe die Tochter immer wiederholt. Beim nächsten Eintreffen der Polizei sei das Mädchen dann verschwunden gewesen. Gegenüber der WOZ beteuerte die Mutter, dass sie das Mädchen nicht verstecke und nicht wisse, wo sich ihre Tochter befindet.

Mädchen war schon weg, als Polizisten kamen

Marc Schmid, Sprecher des Migrationsamtes des Kantons Zürich, sagt gegenüber 20 Minuten: «Es trifft zu, dass die Kantonspolizei in unserem Auftrag die vom Staatssekretariat für Migration auf den 15. Mai 2018 angesetzte Rückführung der Familie hätte vornehmen wollen. Diese konnte nicht durchgeführt werden, weil die Tochter bei Ankunft der Polizei in der Notunterkunft nicht aufgefunden wurde und der Vater die Rückführung verweigerte. Der Aufenthaltsort des Mädchens ist uns derzeit nicht bekannt.»

Man stehe mit der Anwältin der Familie in Kontakt. Das Mädchen werde polizeilich gesucht.

(wsa)