Trendwende

18. Februar 2016 21:09; Akt: 18.02.2016 21:24 Print

Wohnen in Zürich wird günstiger

von Nikolai Thelitz - In Zürich sind die Mietpreise erstmals wieder gesunken. Auch in anderen Schweizer Städten zeichnet sich eine Trendwende ab.

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Jetzt kann man vielleicht in eine neue Wohnung ziehen, die Mietpreise in der Stadt Zürich sind 2015 zum ersten Mal seit Langem wieder gesunken. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Wohnen ist 2015 in der Schweiz wieder teurer geworden, wie die Analyse von 1,7 Millionen Homegate-Wohnungsinseraten zeigt. Der Preisanstieg fällt im Vergleich zu den Vorjahren jedoch moderat aus. Die durchschnittliche 2,5-Zimmer-Wohnung kostete 2015 neu 1470 statt 1465 Franken, die Preise für 3,5- und 4,5-Zimmer-Wohnungen stagnieren bei 1780 bzw. 2100 Franken. In den Vorjahren wurden jeweils deutlichere Preisanstiege verzeichnet.

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Allerdings gibt es auch Ausnahmen: In der von hohen Mietpreisen geplagten Stadt Zürich wird das Wohnen günstiger. So kostete letztes Jahr eine durchschnittliche 4,5-Zimmer-Wohnung 190 Franken weniger als noch 2014 und 280 Franken weniger als 2013. Neu sinken auch die Mieten für kleinere Wohnungen. Eine durchschnittliche 2,5-Zimmer-Wohnung kostete 2015 noch 1950 Franken, im Jahr zuvor waren es noch 2013 Franken gewesen.

Auch andere Städte konnten im letzten Jahr einen Rückgang der Mieten verzeichnen, etwa Bern oder Genf. In Basel oder Winterthur hingegen steigen die Mieten weiter an. In Luzern zeigt sich ein gemischtes Bild: Während 4,5-Zimmer-Wohnungen 2012 günstiger werden, nehmen die Mietpreise für 3,5- und 2,5-Zimmer-Wohnungen weiterhin zu, wenn auch unregelmässig.

Das Ende eines Trends

Diese neue Entwicklung steht im Gegensatz zu dem jahrelangen, massiven Preisanstieg für Wohnungen in Schweizer Städten. Die Medianmiete für eine 3,5-Zimmer Wohnung in Zürich stieg in acht Jahren um 38 Prozent, eine 4,5 Zimmer-Wohnung wurde innerhalb von sechs Jahren im Schnitt gar 41 Prozent teurer.

«Der Peak in der Stadt Zürich ist definitiv erreicht», sagt Immobilienexperte Daniel Bruckhoff. Dies habe damit zu tun, dass man in der Vergangenheit zu viel an der Preisschraube gedreht habe, sodass die Nachfrage nun nachlässt. Auch der Rückgang in Bern oder Genf lasse sich so erklären.
«Wir sehen momentan eine klare Verschiebung der Nachfrage in die Agglomeration. Daraufhin gehen die Preise in den Städten runter, weil man dadurch hofft, dass die Nachfrage wieder dorthin gelenkt werden kann.»

Gesamtschweizerisch dürften die Mieten laut Bruckhoff in naher Zukunft nicht zurückgehen. Da die Nachfrage allgemein weiter hoch bleibe und die Bautätigkeit zwar etwas rückläufig, aber trotzdem noch auf hohem Niveau sei, würden die Preise schweizweit weiterhin steigen. «Dies aber sicher nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren», sagt Bruckhoff. Bei der Stadt Zürich misst man die Bestandsmieten. Dort merkt man noch nichts von einer Trendumkehr. «Der Anstieg des Zürcher Mietpreisindex, ist aber in den letzten Jahren deutlich abgeflacht, und der Index reagiert träger als die Preise, die gerade am Markt angeboten werden», sagt Sprecher Nat Bächtold.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gaby am 18.02.2016 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt

    Gestern hatten wir doch gerade einen grossen Bericht das sich bald kein Knochen mehr eine Wohnung in Zürich leisten kann...entscheidet euch doch mal.

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  • H. K. am 18.02.2016 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Miete

    Bei 2300.- 5 Frsnken weniger bezahlen und schon wird die grosse Glocke geläutet: Mieten werden billiger. So ein schmarren , ehrlich.

  • joel91 am 18.02.2016 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zügel-Ueli

    Waren heute gerade in Basel am Zügeln, eine 2-Zimmer Wohnung für 1800.- (o.Nk) Auch in der Stadt Zürich wird es wohl eher hoch bleiben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mike myers am 20.02.2016 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles nach plan

    nachfrage macht den preis.umso höher die zuwanderung umso mehr steigen die preise. bei den löhnen siehts anders aus.. bald ist jeder ersetztbar

  • Dani am 19.02.2016 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht heulen

    Jeder sucht sich seine wohnung selber aus,zieht doch weg von zürich,,randregion da sind mieten gleich billiger. Oder kauft ein haus wie ich,,,da könnt ihr sparren,,,wenn die hypo tief ist die hypo fast abbezahlt

    • Züri Giger am 20.02.2016 10:36 Report Diesen Beitrag melden

      Züri läbt!

      Nein danke. Zürich bleibt weiterhin die Stadt, wo der Puls schlägt. Parties, Kunst, junge Leute, Open-air Anlässe, Konzerte,...die Vorstadtgebiete hinken weit hinterher.

    • mikey am 20.02.2016 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani

      ja wenn man gut verdient kann man so was machen.. es gibt aber leute die nicht mal 40000 im jahr verdienen.

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  • zeta am 19.02.2016 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    ah gut...

    dann so von 3500fr für eine 4 1/2 Wohnung auf 3400fr....das freut mich!

  • K.Ritiker am 19.02.2016 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wohnen in Zürich wird günstiger??

    Ja wo denn wo genau?? Und günstig war es ja noch nie! Wie kann es dann günstiger werden?

    • Mensch am 19.02.2016 21:24 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort@K.Ritiker

      Das stimmt jetzt aber nicht ganz. Ich kann mich daran erinnern, dass ich für meine erste eigene Wohnung in Zürich vor 29 Jahren gerade mal 630 Franken bezahlt habe. Immerhin hatte die 3, 5 Zimmer und war schön gelegen. Aber damals war eben alles noch etwas billiger, z.B. Krankenkasse vor 29 Jahren gerade mal 42 Franken. Heute in der Schweiz von irgend etwas günstigem zu sprechen wäre eine schlechter Witz.

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  • ImmoPeter am 19.02.2016 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Verfälschung

    Die Luxuswohnung werden günstiger und drücken dadurch den Schnitt. Wenn eine 7500.-teure 3- Zimmerwohnung nur noch 6500.- kostet, dann sinkt zwar der Schnitt der Mietpreise, jedoch hat der Ottonormalbürger davon nichts. Der bezahlbare Wohnraum wird immer noch teurer und bleibt gleich...