Fake-Inserate

31. März 2016 20:17; Akt: 31.03.2016 20:21 Print

Wohnungs-Betrüger sind eine landesweite Plage

Gauner zocken Schweizer Wohnungssuchende mit perfiden Methoden ab. Trotz Warnhinweisen bleiben sie damit seit Jahren erfolgreich.

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Leere Wohnung - aber Vorsicht: Wer auf Mietinserate-Betrüger hereinfällt, leert bloss sein Konto, denn eine Wohnung gibt es gar nicht. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Bezahlbare schöne Wohnungen sind in der Schweiz vielerorts Mangelware – entsprechend gross ist das Interesse, wenn eine schöne, zentral gelegene und erst noch bezahlbare Wohnung ausgeschrieben wird. Doch nicht nur ehrliche Vermieter erhalten auf ihre Inserate viel Feedback: Auch Betrüger profitieren von der grossen Nachfrage. Sie bieten Wohnungen an, die entweder gar nicht existieren oder die sie nicht besitzen. Sie wickeln ihre Opfer so lange gekonnt um den Finger, bis sie Geld auf ein angeblich sicheres Sperrkonto einzahlen.

Ab dann hören die Opfer nichts mehr von den Abzockern – das Geld ist weg. Die Betrüger werden immer besser: Ihre Online-Wohnungsinserate sind auf den ersten Blick oft kaum von echten Angeboten zu unterscheiden. Ganz Abgefeimte legen sich sogar erfundene Identitäten (mit dazugehörigen Profilen auf Social Media und eigenen persönlichen Websites) zu und missbrauchen den Namen angesehener Vermieter, um ihren Opfern die perfekte Falle zu legen. Fliegt eine dieser Identitäten auf, machen sie nächste Woche unter anderem Namen weiter.

Konstant hohe Fallzahlen in der Schweiz

Seit Jahren sind Betrüger auf dem Schweizer Wohnungsmarkt aktiv. Und sämtliche seriösen Anbieter warnen ausführlich vor den möglichen Vorgehensweisen. Trotzdem: Nach wie vor sind die Gauner erfolgreich. Und das im ganzen Land.

«Die Fälle mit betrügerischen Mietinseraten haben weder zu- noch abgenommen: Das bleibt in etwa konstant», sagt Judith Hödl, Sprecherin der Stadtpolizei Zürich, zu 20 Minuten. Konkret bedeutet das: «Wir nehmen in Zürich monatlich nach wie vor rund zehn Anzeigen entgegen.» Zehn Anzeigen pro Monat – das sind hochgerechnet rund 120 Betroffene pro Jahr, allein in Zürich. Und das, obwohl kaum alle Betrogenen Anzeige erstatten: «Die Dunkelziffer dürfte relativ gross sein», sagt Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen. In den vergangenen vier Jahren habe man im Kanton «mindestens 26 Anzeigen» entgegengenommen – und nach wie vor sei das Vorgehen «bestens bekannt», so Krüsi.

Zunahme in Bern

In Bern spricht die Polizei von einer «leichten Zunahme» der Fälle, sagt Kapo-Sprecherin Jolanda Egger. Waren es im Jahr 2014 noch 20 Fälle, hatte die Kantonspolizei Bern im vergangenen Jahr bereits in 31 Fällen mit betrügerischen Mietinseraten zu tun. Auch in Bern sei das Problem weiterhin aktuell. In Basel ebenfalls: Die Fallzahlen blieben in etwa «konstant», und die Miet-Masche komme «immer wieder vor», sagt Kriminalkommissär René Gsell von der Basler Staatsanwaltschaft. Gsell: «Letztes Jahr hatten wir in Basel-Stadt um die dreissig Fälle.»

Das Problem ist bekannt. Die Täter – meist vom Ausland aus aktiv – nur schwer zu fassen. In der Deutschschweiz ist es bisher erst einmal gelungen, einem Inserate-Betrüger das Handwerk zu legen. Wer einige Grundregeln einhält (siehe Box), sollte selbst die meisten Betrugsversuche verhindern können.

(gbr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ChrisV am 31.03.2016 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja,

    Wie kann man so bloed sein und vorab eine Zahlung machen bevor man den Makler gesehen hat und die Wohnung

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  • Oskar Dreyfinger am 31.03.2016 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    sorry, aber mein Mitleid für die Opfer, die offensichtlich nicht selber gut genug denken können, und scheinbar auch nie Zeitung lesen, hält sich in Grenzen..

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  • Angela Meyer am 31.03.2016 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klugen Kopf bewahren

    Ist mir beinahe passiert... suchte eine Wohnug für den Sprachaufenthalt in Lausanne. Jedoch als die angebliche Vermieterin Geld überwiesen haben wollte bevor ich die Wohnug gesehen habe, habe ich sofort den Kontakt abgebrochen. Nicht mit mir ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Michi am 01.04.2016 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal den Kopf benutzten

    Menschen die darauf reinfallen müssen schon unheimlich gescheit sein ...

  • G.Merkig am 01.04.2016 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nie, nie, nie, Geld im Voraus bezahlen!

    Ich habe meine Traumwohnung gefunden, bis der Vermieter 1500 CHF "Kaution wollte. Erst dann würde er mir den Schlüssel senden. Er sei bereits in Ausland gezogen und der Treuhänder würde mir dann den Schlüssel senden, sobald er den Betrag erhalten hätte. Jedenfalls habe ich diesen Vorfall bei der Polizei gemeldet. Sie konnten nichts machen, da aus dem Ausland operiert wird. Ich habe es bei der Plattform, wo ich die Wohnung gefunden habe, gemeldet. Ich habe bis heute nichts gehört. Und das ist jetzt zwei Jahre her....

  • max b. am 01.04.2016 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geiz ist geil

    Hauptsache billig, ja so ist der Schweizer. Alles muss billig und gratis sein. Hauptsache geizig und im Luxus leben wollen. Sind alle selber schuld die auf solche Maschen hineinfallen. Mal ganz ehrlich. Wer bezahlt im Voraus ohne die Wohnung gesehen zu haben? Desweitern, Auslandkonto? Kontakt nur per E-Mail oder Telefon? Gewisse geizige Menschen müssen noch viel lernen.

  • BVBkusi am 01.04.2016 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Easy

    Das haben wir doch mal gelernt.wirt man bedrängt - lass es.

  • Hildegard am 01.04.2016 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Misstrauisch sein und denken....

    Also ich frag sogar bei der Verwaltung persönlich nach, ob das stimmt, wenn ein Termin von Handwerker oder z.B. Swisscom per Flyer ins Haus schneit, wo sie an einem bestimmten Tag Zutritt zur Wohnung zwecks Besichtigung wollen. Lass mich nicht gerne ausrauben oder auskundschaften. Einfach misstrauisch sein (muss man leidsr heute) und Köpfchen einschalten.