Erster Bericht

04. Mai 2016 14:51; Akt: 04.05.2016 15:00 Print

Zu wenig Personal, zu viele Kesb-Fälle

Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde hat ihren ersten Bericht dem Bundesrat vorgelegt. Dieser will nun das Schutzrecht auf Schwachstellen prüfen.

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Das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht gilt seit dem 1. Januar 2013: Eingangstür zur KESB Obwalden. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Urs Flueeler)

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Im Jahr 2014 haben die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) schweizweit mindestens 24'527 Gefährdungsmeldungen für Erwachsene und 21'879 für Kinder erfasst. Viele Behörden klagen über zu wenig Personal respektive zu viele Fälle. Dies zeigt der erste Bericht zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, welchen der Bundesrat am Mittwoch zur Kenntnis genommen hat. In gut der Hälfte der Fälle kommt es aufgrund der Meldung schliesslich zu einer Massnahme.

Besonders einschneidend ist die «Aufhebung der elterlichen Obhut», bei welcher ein Kind ausserhalb der eigenen Familie untergebracht wird, etwa in einer Pflegefamilie oder in einem Kinderheim. Gemäss der Studie haben die KESB im Jahr 2014 in insgesamt 1518 Fällen entsprechend entschieden. In rund 30 Prozent der Fälle waren die Eltern mit der Massnahme einverstanden.

Ein starker Eingriff bei Erwachsenen ist die sogenannte «fürsorgerische Unterbringung». Dabei werden die betroffenen Personen zu ihrem eigenen Schutz in eine stationäre Einrichtung, etwa die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik, eingewiesen. Diese Massnahme wurde im Jahr 2014 schweizweit insgesamt 1116 Mal angeordnet.

Schwachstellen identifizieren

Das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht gilt seit dem 1. Januar 2013. Der nun vorliegende Bericht liefert erste Kennzahlen zu Leistungen und Kosten und zeigt die unterschiedlichen Organisationsformen in den Kantonen.

In einem zweiten Schritt will der Bundesrat etwaige Schwachstellen des neuen Rechts identifizieren und mögliche Lösungen vorschlagen. Zu einem allfälligen gesetzgeberischen Handlungsbedarf will sich der Bundesrat erst im Frühling 2017 äussern, wie er in einer Medienmitteilung schreibt.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De mike am 04.05.2016 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Idee ist gut, aber...

    Wenn man all die fälle die die kesb betreffen in den zeitungen liest hat man das gefühl die gesamte kesb schweizweit ist ein fehler. Ich hoffe das dieser bericht etwas bringt und das die praktiken der kesb geändert werden, bzw die kesb nicht alles alleine entscheiden darf. Denn, so erlich muss man sein, die idee an sich ist sehr gut.

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  • Rob62 am 05.05.2016 04:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen!

    Noch so eine unnötige Behörden Organisation mit überflüssigen, selbstherrlichen Mitarbeiter, die sich als Gott fühlen wenn sie Mitmenschen bevormunden und denunzieren. Diese und weitere wie zB. RAV etc. gehören abgeschafft. Absolut unfähige Mitarbeiter und ein riesiger Büro Apparat, der unmengen Steuergelder frisst.

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  • Patrick am 04.05.2016 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Mücken zu Elefanten

    Meinen Eltern wurde die Obhut auch entzogen, das war damals völlig übertrieben und hat weit mehr geschadet als geholfen. Ich sags mal so: Wenn ich als Informatiker für die Sicherheit von Computer&Handys zuständig wäre und selbst entscheiden könnte, welche Geräte eine Massnahme benötigen, würde ich auch nur noch Sicherheitslücken sehen und wäre total überlastet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • AndyM69 am 08.05.2016 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage der Sicht

    Leider sieht auch der Alkoholiker nicht ein, dass er ein Problem hat. Und oft eben auch Leute die mit der Kesb in Berührung kommen.

  • oesi am 05.05.2016 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunt? Wieso?!

    Kein Wunder, wenn diese Institution zu 2/3 mit Bagatellen beübt wird. Und dies in einem Umfeld, welches einem eher in einem Laientheater, als in einem wirklich wichtigen Entscheidungsumfeld wähnt.

  • oesi am 05.05.2016 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunt? Wieso?!

    Kein Wunder, wenn diese Institution zu 2/3 mit Bagatellen beübt wird. Und dies in einem Umfeld, welches einem eher in einem Laientheater, als in einem wirklich wichtigen Entscheidungsumfeld wähnt.

  • Cavi33 am 05.05.2016 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu technisch

    Das verwundert nicht wenn nur Anwälte in diesen Gremien hocken. Der Rest sind Psychiater und Psychologen normale Betreuer hat es zu wenige.

  • Dr.Fröhlich am 05.05.2016 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hochbezahlte Sesselwärmer

    Kesb abschaffen ohne Wenn und Aber.