Chaaban macht Druck

23. März 2014 20:07; Akt: 24.03.2014 10:40 Print

Zwei neue Initiativen gegen Pädophile geplant

Anita Chaaban ist nach dem Urteil gegen den Berner Pfleger fassungslos: Er wird nicht verwahrt. Jetzt will sie mit einer neuen Initiative Druck machen.

storybild

Der Berner Sozialtherapeut H.S. hat über 100 Buben und Mädchen missbraucht. Doch verwahrt wird er nicht.

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Täter therapierbar ist», sagt Anita Chaaban in der «SonntagsZeitung». Sie hat die Verwahrungsinitiative 2004 quasi im Alleingang durchgebracht und kann das Urteil gegen den pädophilen Berner Betreuer H. S. nicht nachvollziehen. Dieser hat während 29 Jahren über 100 Buben und Mädchen missbraucht. Am Freitag wurde er zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Eine Verwahrung wurde nicht angeordnet: Der verurteilte Sozialtherapeut habe eine Chance verdient, hiess es in der Begründung.

«So jemand gehört verwahrt», kommentiert Chaaban das Urteil des Berner Regionalgerichts. Darum will sie jetzt beim Bund Druck machen. Seit Dezember liegen zwei neue Volksinitiativen bei der Bundeskanzlei zur Prüfung vor.

Einerseits will Chaaban möglichst rasch Unterschriften für ein nationales Täterregister sammeln. Anderseits will sie zeitgleich mit einem separaten Begehren Verantwortliche persönlich haftbar machen, wenn Straftäter nach der Haftentlassung wieder straffällig werden.

Sie würden wieder bei null anfangen, sagt die 54-Jährige. Sie will mit ihrer Schwester die beiden Initiativen ohne Unterstützung einer Partei zustande bringen.

(zum)