ETH-Analyse

08. Februar 2017 15:49; Akt: 08.02.2017 17:08 Print

«Bodensee-Stonehenge» gibt weitere Rätsel auf

Das Geheimnis um die Steinhaufen im Bodensee bleibt ungelöst. Nun haben ETH-Forscher Hölzer analysiert, die aus den Haufen geborgen wurden: Sie sind rund 5500 Jahre alt.

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Auf die Steinhaufen sind deutsche Forscher 2015 gestossen, als sie mit modernster Technik den Grund des Bodensees neu vermassen. Die Haufen liegen zwischen Bottighofen und Romanshorn etwa 250 Meter vom Ufer entfernt in regelmässigen Abständen in einer Tiefe von rund fünf Metern und messen rund 20 mal 15 Meter.

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Seither wird über das «Stonehenge vom Bodensee» gerätselt: Handelt es sich um menschliche Bauwerke oder um eine blosse Laune der Natur? Einen möglichen Hinweis sollten Holzstücke liefern, die Taucher aus den Haufen geborgen hatten. Forscher der ETH untersuchten die Eschen-Proben auf ihr Alter. Das Ergebnis: Das Holz muss zwischen 3650 und 3350 vor Christus, also in der Jungsteinzeit, geschlagen worden sein, wie der «Südkurier» berichtet. Waren also Pfahlbauer am Werk?

Wie der Thurgauer Kantonsarchäologe Hansjörg Brem ausführt, lässt diese Erkenntnis noch keine Schlüsse zu, was das Alter der Steinhügel betrifft: «Ein direkter konstruktiver Zusammenhang zwischen den Hügeln und den Hölzern konnte nicht festgestellt werden.»

Auch was den möglichen Zweck der Erhebungen betrifft, tappt man im Dunkeln. Eine mögliche Erklärung, wonach es sich um eine Leitvorrichtung für Flosse und Boote handeln könnte, hat sich bisher nicht erhärtet. Auch sind keine Pfahlbauten in der Gegend bekannt. Mit anderen Worten: Die Steinhaufen dürften die Archäologen noch eine Weile beschäftigen.

(eli)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Doris am 08.02.2017 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Ich kenne diese Steine. Habe mir beim Schwimmen in Kesswil schon ix Male meine Füsse daran angeschlagen. Im Sommer 2003 war das der Wasserstand so tief, dass man sie fast sehen konnte. Ich ich hoffe die Archäologen machen ihre Arbeit weiter gut. Vielleicht ist ja ein Geheimnis dahinter...auch wenn es nur Steine sind.

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  • Phil am 08.02.2017 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mal was anderes als Pfahlbauten

    Sehr spannend. Wenn man bedenkt, dass das gefundene Holz 5500 Jahre alt ist, könnten es Pfeiler von etwas gewesen sein. Vielleicht war dort damals gar kein Wasser. Bin geschpannt was da noch kommt

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  • Martina am 08.02.2017 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschichte

    Ich habe zu Hause auch ein Stein der ist 65 Jahre alt ,und der hat mein Bruder damals meiner Mutter geschenkt ,hellblau graugrün,und hellgrau ,kurz darauf ist er gestorben mit 5 Jahren,seit meine Mutter gestorben ist ist der bei mir,und für mich sehr Kostbar,auch eine Geschichte,

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rudolf Aeschimann am 12.02.2017 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Aushub Romanshorner Hafen?

    Ich bin etwas erstaunt, was die Forscher so alles vermuten. Ernst S. sel. aus Uttwil hat mir schon vor 40 Jahren erzählt von diesen "Hügeln". Dies stammen seinen Angaben nach von verklapptem Aushub, der beim Bau des Romanshorner Hafens angefallen sei. Sein Vater habe ihm das erzählt, der anlässlich dieses Bauvorhabens seinerzeit eigens als Arbeiter mitsamt seiner Familie nach Romanshorn gezogen sei. Allerdings ist die schöne senkrechte Anordnung der Steine auf dem Foto 3 schon etwas seltsam.

  • Richi Schönbächler am 09.02.2017 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mysterium

    Vielleicht sind in diesen Steinen ja sogar versteinerte uralte Fossilien doch werden wir es jemals erfahren? Das weiss niemand so genau...

  • Schreinermeister am 09.02.2017 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Atlantis?

    Alle Welt sucht Atlantis irgendwo auf den Meeren. Vielleicht gab es dieses Atlantis wirklich, nur eben auf dem Bodensee, welches durch (noch) unerklärbare Umstände versank? Nein? Nun ja, wäre doch eine Idee gewesen. Vielleicht aber war der Bodensee damals nur ein sehr kleiner See, was ein Hinweis auf mögliche Bauten sein könnte?

  • werner am 09.02.2017 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Rätsel gelöst!

    Ja dort stand aus grauer Vorzeit ein Mäuseturm-ein Turm um das Getreide zu lagern vor den hungerigen Nagern.

  • Lüchttürmli am 09.02.2017 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steiniger Weg

    Auf diese "Inseln" wurden damals aus anderen Kantonen eingeschleppte Raumplaner ausgesetzt. Dies in der Hoffnung die Strömung erledige das Problem. Durch den Anstieg des Pegels sucht man im Thurgau aktuell nach neuen Lösungen.