Feuerwalze von Arbon

20. August 2012 11:48; Akt: 20.08.2012 16:16 Print

«Die Hitze war das grosse Problem»

Am Tag nach dem Flammen-Inferno auf dem Saurer-Areal in Arbon werden die Dimensionen des Grossbrands ersichtlich. Der Schaden ist immens. Der Einsatz der Feuerwehr eine Herkules-Aufgabe.

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Beim Grossbrand auf dem Saurer-Areal vom Sonntagabend, der erst am Montagmorgen unter Kontrolle gebracht werden konnte, entstand ein Schaden von mehreren Millionen Franken. Gut 350 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Das sagte Manuel Britschgi, Einsatzleiter der Stützpunktfeuerwehr Arbon, auf dem Schadenplatz.

Um 8 Uhr, 14 1/2 Stunden nachdem der Alarm ausgelöst worden war, standen noch immer 40 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie löschten von Hubrettern aus und mit Hilfe von Tanklöschfahrzeugen mit Wasser aus dem Bodensee letzte Glutnester im Brandschutt, der rund zwei Meter hoch ist.

Eine Feuerwalze

Eine regelrechte Feuerwalze hat am Sonntagabend fünf Hallen zerstört, in denen früher Saurer-Lastwagen hergestellt wurden und bis Sonntagabend mehrere Dutzend kleinere und mittelgrosse Firmen eingemietet waren. Die Flammen und die Rauchsäule waren bis nach St. Gallen und vom deutschen Bodenseeufer aus zu sehen.

Bei den Löscharbeiten, in die Feuerwehrleute aus dem ganzen Oberthurgau und dem Kanton St. Gallen involviert waren, wurden gemäss Britschgi vier Männer verletzt: Einer erlitt Verbrennungen, zwei eine Rauchvergiftung, und einem Feuerwehrmann fiel ein Balken auf den Kopf.

Die Hitze als grosses Problem

Mehrere Feuerwehrleute mussten wegen Hitzestaus vor Ort behandelt werden. Die Hitze – sie war gemäss Britschgi das grosse Problem beim Löschen des Feuers. «Wir konnten die Flammen nur aus der Distanz bekämpfen», sagt der Einsatzleiter. Ernst Vogelsanger, Sprecher der Kapo Thurgau, ergänzt: «Die unheimliche Hitzeentwicklung durch das Feuer plus die Hitze, die allgemein schon herrschte, machte den Feuerwehrleuten enorm zu schaffen.»

Darum wurde auch ein Helikopter eingesetzt. Unter anderem wegen dieses Helikoptereinsatzes musste die nahe Seelinie zwischen Horn TG und Egnach TG unterbrochen werden. Statt der Züge verkehrten Busse.

Brandursache noch unklar

Die Brandursache war am Montagmorgen noch unklar. Laut Britschgi brach das Feuer möglicherweise in einer Firma aus, die Holz verarbeitet. Sicher sei aber gar nichts.

Gemäss Fredy Weber vom Schadendienst der Thurgauer Gebäudeversicherung (GVTG) beträgt der Schaden nach ersten Schätzungen mehrere Millionen Franken. Es werde dauern, bis die ganze Schadensumme genau beziffert werden könne.

Inhaberin des 200 000 Quadratmeter grossen Areals ist die Generalunternehmung HRS, die die Hallen an gegen 40 Firmen vermietet. «Einige dieser Firmen stehen jetzt vor dem Nichts», sagte Patrick Hug, Stadtammann ad interim. «Es ist eine Katastrophe für den Werkplatz Arbon», so Hug.

Andere Hallen für Firmen
Hug war am Sonntagabend vier Stunden auf dem Saurer-Areal. Er lobte am Montag die Arbeit der Feuerwehrleute. «Ihr selbstloser Einsatz verdient Dank und Anerkennung.» Hug war vor Ort, um zwischen den Firmeninhabern und der HRS zu vermitteln. Auf dem Areal gibt es noch leere Hallen.

Hug hofft, dass möglichst viele der vom Brand betroffenen Firmen in diesen Hallen, die ebenfalls der HRS gehören, unterkommen und dort weiter arbeiten können. Vor zehn Jahren hatte schon einmal ein verheerendes Feuer ehemalige Saurer-Hallen in Schutt und Asche gelegt.

Brand in Arbon:


(Videos: Leser-Reporter)

(sda/feb)