Anwalt klagt an

21. April 2016 13:09; Akt: 21.04.2016 14:21 Print

«Die Kesb hat eine Straftat begangen»

Jetzt meldet sich der Anwalt der Mutter des aus dem Schulzimmer abgeführten Samuel* zu Wort. Er bezichtigt die St. Galler Behörden der Kindsentführung und der Willkür.

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Anwalt Daniel U. Walder. (Bild: Obersee Nachrichten)

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«Eine derartige Behördenwillkür wie hier habe ich sonst noch nie erlebt», sagt Daniel U. Walder in einem Interview mit den «Obersee-Nachrichten». «Ganz viele Beteiligte, die den Fall zu verantworten haben, müssten sich tief schämen.»

Walder ist der Anwalt der Mutter von Samuel*. Der heute 10-jährige Bub war vor zwei Jahren im Auftrag der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) für die Region Linth aus dem Schulzimmer von der Polizei abgeführt und in eine Pflegefamilie gebracht worden. Bis heute weiss die Mutter nicht, wo ihr Kind untergebracht ist. Einmal im Monat darf sie ihren Sohn sehen.

«Haltlose mütterliche Fantasien»

Im Vorfeld hatte sich die Mutter gegen die Vaterbesuche ihres Buben gewehrt. Dies, nachdem der Amtsarzt von Rapperswil-Jona und eine Kinderpsychologin wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch vor den Besuchen gewarnt hatten. Angesichts dieser Warnungen sei es die Pflicht der Mutter gewesen, dem Rat der Experten zu folgen, findet der Anwalt.

Anders sieht es die Kesb: Die Behörde wirft der Mutter laut deren Anwalt «haltlose mütterliche Fantasien» vor. Für Walder ein skandalöser Vorgang: «Es wäre die Pflicht der Kesb gewesen, die Fakten zu klären und vor allem Konfliktlösungen zu finden, statt das Kind und die Mutter abzustrafen.»

Langes Verfahren

Für den Zürcher Anwalt ist klar, dass die Kindeswegnahme illegal war und damit eine Entführung vorliegt. Deshalb täten sich die St. Galler Richter schwer, den Fall zu entscheiden. Dabei dauere das Verfahren in Anbetracht dessen, dass es um ein Kind geht, schon jetzt «sträflich lange». Walder gibt sich kämpferisch: «Wenn Samuel vom Kantonsgericht St. Gallen nicht zur Mutter gebracht wird, wird das Bundesgericht über diesen Fall entscheiden.» Und fügt an: «Wenn das, was die Kesb in diesem Falle getan hat, rechtens wäre, müsste sie künftig flächendeckend Kinder fremdplatzieren.» Differenzen zwischen Eltern gebe es schliesslich Tausende quer durch die Schweiz.

* Name geändert

(eli)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sofie am 21.04.2016 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sofie

    Finde es eine absolute frechheit von diese kesb! Ich verstehe nicht wieso sie zu solchen unmenschlichen mitteln greifen. Der arme junge tut mir sehr leid! Hoffe er darf bald wieder zu seiner Mutter... Das sich dass schon über zwei Jahren zieht ist eine frechheit!

  • cludi am 21.04.2016 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arrogante Kesb

    Ich wünsche dem Anwalt viel Glück das er sein Ziel erreicht, wir sind immer noch in der Schweiz und da gibts Gesetze an die sich auch die Kesb zuhalten hat, aber die Strozen ja vor Arroganz und meine sie seien das Gesetz Persönlich zustände wie in einer Bananenrebublik. Mehr gibts nicht zu sagen.

  • s..k.. am 21.04.2016 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    woher???

    Niemand hat auf dieser welt das recht ein kind von seinen eltern zu trennen!! schon garnicht einfach von der schule oder sonst wo mit der polizei abführen (ENTFÜHREN!!) vater vergib ihnen den sie wissen nicht was sie tun!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • klare Worte am 26.04.2016 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht es um das Kind selbst?

    die KESB kann nur so gut sein, wie deren Mitarbeiter. Wie überall gibt es verantwortungsvolle Menschen und Übereifrige. Wurde dem Kind mitgeteilt, dass es selbst auch ein Recht auf einen Anwalt hat? Das Gesetz muss wohl für die Zukunft so angepasst werden, dass jedes betroffene Kind, in jedem Fall, immer ein eigener Anwalt zur Verfügung gestellt wird, damit deren Bedürfnisse berücksichtigt werden. Mir scheint dass dies den Kinder jeweils vorenthalten wird. Traurig dass Kinder immer wieder zum Interessensspielball der Erwachsenen herhalten müssen.

  • lys am 21.04.2016 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibs ene!

    Ich hoffe doch sehr, dass die Richter zum gleichen Schluss kommen werden, auf das sich diese übermächte Behörde in Zukunft seehr hüten wird, solche Entscheide ohne entsprechende Abklärungen zu treffen. Wünsche dem Anwalt, der Mutter aber vor allem auch dem armen Jungen viel Glück und Erfolg.

  • cludi am 21.04.2016 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hat sich rein gar nichts Geändert

    Also eins kann ich mit Bestimmtheit bestädigen, ich und meine Schwester hatten kein Vater, also stellte man meiner Mutter als Unterstützung einen Beistand bei, das war vor gut 50 Jahren, damals hies der Verein noch Vormundschaftsbehörde und heute halt die Modernere Version, aber geändert, ausser der Name hat sich aber rein gar nichts,Fehlentscheide am Laufmeter und das schlimmste von den Typen die Arroganz mit der die Auftreten, haben das Gefühl wenn Sie kommen müssen alle den Bückling machen, Gottseidank lassen sich die Menschen heute nicht mehr alles Gefallen wie Früher und wehren sich.

  • s..k.. am 21.04.2016 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    woher???

    Niemand hat auf dieser welt das recht ein kind von seinen eltern zu trennen!! schon garnicht einfach von der schule oder sonst wo mit der polizei abführen (ENTFÜHREN!!) vater vergib ihnen den sie wissen nicht was sie tun!

    • Da Foe am 21.04.2016 14:31 Report Diesen Beitrag melden

      Erungenschaft unserer Zeit

      Äh doch. Wer seine Kinder tagtäglich abschlägt oder gar schändet dem gehören die Kinder entzogen. Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter.

    • Grossmutter+Grossvater. am 21.04.2016 15:05 Report Diesen Beitrag melden

      Brauchten keine Kesb

      Auf der anderen Seite ,gibt es Grossmütter und Grossväter wie wir die ein Kind grossgezogen haben ohne diese KESB.Grossvater +Grossmutter eines Enkelkindes einer allein erziehenden Tochter.

    • Nichtvondieserwelt am 21.04.2016 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Da Foe

      Bitte erst hinschauen!!! Kesb platziert kinder in ein heim welche weder geschlagen noch misshandelt noch vernachlässigt werden! Es ist reine willkür und kann jeden treffen! Eine anschuldigung eines eifersüchtigen nachbarn,ein verbitterter ex,ec reicht schon aus. Das ist Fakt!

    • Cinike am 21.04.2016 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nichtvondieserwelt

      Diese KESB ist an nichts Schuld.Die Schuldige sind die Politiker,-innen, die diese Behörde installiert haben und mit Vollmachten ausgestattet haben,die zu weit gehen.Politiker kann man in der ach so demokratischen Schweiz,leider,nichtzu Verantwortung ziehen,Politiker,die vom Volk gewählt sind,kann man nicht absetzen!!!! Wenn das rechtens ist,sollte man diese Regelung schnellsten stornieren,weil sie nicht zeitgemäß ist und öffnet der Korruption und dem Machtmissbrauch die Türen.

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  • PG am 21.04.2016 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon mal gemerkt....

    Die Kesb ist nur eine weitere staatliche Institution die man ins Leben berufen musste weil man (wir Bürger) nicht in der Lage sind unsere gesellschaftlichen Probleme selber an zu gehen und zu lösen.

    • Sandro P am 21.04.2016 15:08 Report Diesen Beitrag melden

      Wo ist da die Menschlichkeit.

      Trotz allem wird bei dieser KESB in vielen Fällen nicht menschlich gehandelt,sondern nach Paragraphen.Artikel in den Obersee Nachrichten!

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