Münchwilen TG

03. Mai 2018 17:20; Akt: 03.05.2018 20:24 Print

Auch dieser zahmen Ente droht der Abschuss

Münchwiler sind begeistert: Wo kürzlich der Jagdaufseher eine zahme exotische Ente erschoss, hat sich nun eine Artgenossin niedergelassen. Aber: Auch sie soll weg.

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«Die Ente am Rosenthaler Weiher in Münchwilen TG ist auferstanden!», kommentiert eine 21-jährige Leser-Reporterin begeistert ihr Bild. Darauf ist eine exotische Ente zu sehen, die sich diese Tage am Weiher niedergelassen hat.

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Sollte die neue Ente ebenfalls erschossen werden?

Die Entdeckung des Tieres weckt Erinnerungen bei den Münchwilern: Erst im Januar hatte der Jagdaufseher eine sogenannte Bastard-Ente erlegt. Das zutrauliche Tier war den Menschen im Dorf über die Jahre ans Herz gewachsen. Der Weisskopfadler, wie sie ihren Liebling nannten, liess sich sogar streicheln.

Zutraulich wie die Vorgängerin

Die neue Ente sieht ihrem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. «Es ist sensationell, dass nach allem, was passiert ist, wieder so eine seltene Art bei uns gelandet ist», freut sich die Leser-Reporterin. Und: «Sie ist genau so zutraulich und zahm wie die Vorgängerin.» Das Tier habe das Potenzial, wieder zum Liebling des Dorfes zu werden.

An einen erneuten Abschuss durch den Jagdaufseher glaubt die Münchwilerin nicht: «Die Aufruhr war viel zu gross, als dass so etwas wieder passieren könnte.» Das denkt auch ein anderer begeisterter Anwohner: «Ich glaube nicht, dass sie den selben Fehler nochmals machen.»

Erneuter Abschuss möglich

Bei der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau erklärt der Wissenschaftliche Mitarbeiter Michael Vogel: Aus rechtlicher Sicht ist der Abschuss von wildlebenden Hybridenten erlaubt. «Wenn sich der Jagdaufseher dazu entscheidet, die Ente abzuschiessen, dann handelt er nicht gesetzeswidrig.» Falls es wirklich die selbe Entenart wäre, dann könnte es sich um eine Kreuzung zwischen einer Moschusente und einer Wildente handeln, vermutet Vogel. «Solche Kreuzungen können langfristig eine Gefährdung der Genetik einheimischer Tiere darstellen», fährt er fort. «Beim Abschuss solcher Tiere geht es um das Schützen einheimischer Arten», so Vogel.

Jagdaufseher bekam Morddrohungen

Warum sich nach wenigen Monaten erneut eine exotische Ente am Rosenthaler Weiher niedergelassen hat, weiss Vogel nicht. Aber: «Oft lassen Menschen Tiere in neue Lebensräume frei, ohne zu beachten, dass das ungeahnte Folgen haben kann.»

Der verantwortliche Jagdaufseher war am Donnerstag für 20 Minuten nicht erreichbar. Nachdem er im Januar die zahme Ente in Münchwilen erschossen hatte, wurde er beschimpft und bekam sogar Morddrohungen.

(viv)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. K. am 03.05.2018 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    Tötet alle Menschen. Sie bedrohen alle einheimischen Arten!

    einklappen einklappen
  • Monika Gamper am 03.05.2018 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Vor der eigenen Türe kehren!

    Abschuss unnötig. Der Mensch macht sich überall in der Natur breit und verdrängt einheimisches Leben. Ob Mensch, Tier oder Pflanze. Wird er erschossen????

    einklappen einklappen
  • Frau Ente am 03.05.2018 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entegut alles gut

    Kann man die Ente nicht unterbinden? Nun ja, sie ist ja schon da. Das wäre doch zum Wohle beider.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Katie Sommer am 14.05.2018 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Adoptieren

    Ich nehme die Ente zu mir , ich habe einen Teich zuhause .

  • Elmar Sperger am 14.05.2018 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst dieses Tier den Menschen

    Lasst den Menschen dieses Tier. Den sie wollen verdrängen wie es in den in den Tier Fabriken zugeht.

  • Julius am 07.05.2018 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vermischung ahoi

    Diese Ente hat sich nicht erst diese Tage hier niedergelassen, die habe ich schon lang vorher Anfangs April an diesem Ort beobachtet.

  • Andy Sch am 04.05.2018 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Verständnis

    Der Mensch steht im Vordergrund. Er alleine hat das Wissen und das Sagen über die Natur! Wie krank ist das eigentlich??? Schon beim ersten Fall absolut unverständlich, weshalb man eine NICHT einheimische Ente, die friedlich neben heimischem Gefieder lebt, erschiessen musste! Und das, weil sie anscheinend gestört und alles vernichtet hat? Jetzt wieder derselbe Scheiss??? Lasst die Natur Natur sein und mischt Euch nicht ständig ein, denn sie regelt das auf ihre Weise!!! Auch diese Ente wird, wie ihre Vorgängerin, keinen Schaden anrichten und hat ein Anrecht auf ein Leben! Oder warum konnte die Vorgängerin über Jahre an diesem Weiher leben?

  • E. Xpat am 04.05.2018 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Gott Schweizchen....

    Habt ihr keine anderen Sorgen - schaut doch mal auf eure Hudelwährung, nur als Beispiel.