Amriswil TG

18. Oktober 2017 05:45; Akt: 18.10.2017 08:20 Print

«Dieses Tattoo sieht aus wie eine Kinderzeichnung»

Weil sie mit ihrem Tattoo überhaupt nicht zufrieden ist, will eine 20-Jährige einen Tätowierer aus dem Thurgau anzeigen. Dieser verteidigt sich.

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«Ich wollte einen grossen Löwenschädel auf meinem Arm haben», sagt die 20-jährige Kristina Mihajlovic aus dem thurgauischen Erlen. Was nach der Prozedur vor rund zwei Monaten im Waikiki-Tattoo-Studio von Othmar Bissegger in Amriswil aber herauskam, erschüttert die junge Frau noch heute zutiefst. «Es ist überhaupt nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Es sieht aus wie eine Kinderzeichnung.» Sie schäme sich, so etwas auf dem Körper zu haben. Während des Stechens habe sie bereits gemerkt, dass es nicht so kommt, wie sie es sich wünscht. «Ich habe aber nicht abgebrochen, weil ich hoffte, dass es am Ende doch gut kommt», so Mihajlovic.

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Cover-up mit Schmerzensgeld finanzieren

Einen ähnlichen Fall beim gleichen Tattoo-Studio erlebte eine 32-Jährige aus Steckborn. Sie wollte sich eine kleine Eule stechen lassen. Mit der Vorlage sei sie sehr zufrieden gewesen. «Doch vom richtigen Tattoo war ich sehr enttäuscht», so die Frau. Sie habe Bissegger dann darauf angesprochen. Dieser habe geantwortet, dass sich das Tattoo vielleicht durch eine Gewichtszunahme verändert habe.

Haben auch Sie schon ein schlimmes Tattoo gehabt? Schreiben Sie uns und schicken Sie am besten gleich ein Foto des Tattoos mit.

Mihajlovic will die Sache nicht auf sich sitzen lassen. Bereits via Facebook machte sie ihrem Ärger Luft. «Er hat sich nicht einmal bei mir entschuldigt», so Mihajlovic. Nun erwägt sie sogar, Anzeige zu erstatten. Sie wolle auch Schmerzensgeld, um damit ein Cover-up zu finanzieren.

Lösung angeboten

Tätowierer Bissegger räumt ein, dass das Löwenmotiv nicht sein bestes Werk ist. «Das Tattoo sieht schlimm aus, das gebe ich ehrlich zu.» Allerdings sei Mihajlovic direkt nach dem Stechen zufrieden gewesen und hätte die Kosten von 350 Franken in bar bezahlt. Zudem gibt er der 20-Jährigen eine Mitschuld. Sie habe den Heilungsprozess nicht unterstützt. «Dann kann es gut sein, dass die Haut gewisse Farben abstosse und das Tattoo entstellt aussieht», sagt Bissegger.

Er habe Mihajlovic deshalb angeboten, sie solle vorbeikommen um das Ganze zu besprechen. Man hätte bestimmt eine Lösung gefunden. «Doch sie hat dies strikt abgelehnt und droht mir nun mit dieser Anzeige. Es belastet mich, dass sie sich nicht helfen lassen wollte», so Bissegger weiter. Tätowierer seien keine Roboter und machen auch Fehler. Doch es gebe immer Lösungen, die man mit den Betroffenen finden kann, damit sie zufrieden sind.

Noch nie so ein schlimmer Fall gesehen

Mihajlovic selber wird sich im November ein Cover-up stechen lassen. «Dies werde ich in Konstanz bei Tattooair machen lassen», so die 20-Jährige. «Wir werden unser Bestes geben», sagt Eugenio Pentrelli von Tattooair. In der Regel mache er etwa zwei bis drei Cover-ups pro Woche. «Doch so einen Fall wie bei Kristina haben wir zum Glück nicht häufig», so Pentrelli.


(jeh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • selber schuld am 18.10.2017 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    ich zahle auch mehr

    also für 350.- CHF? Preis/Leistung stimmt... Auch selber schuld!

  • JV am 18.10.2017 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Alarm

    Wenn man für so ein tattoo nur 350.- bezahlt, wie oben erwähnt, dann müssten schon die Alarmglocken klingeln...

  • Hd am 18.10.2017 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Selberschuld , bei den tattoos wollen die leute immer sparen Hauptsach billig muss es sein

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ste Jae am 18.10.2017 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sieht aus wie .....

    Das Tattoo sieht ein wenig aus wie Dog-Der Kopfgeldjäger Wäre übrigens auch ein Cover-up Vorschlag :D hehe

  • Pascal am 18.10.2017 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Beide schuldig

    Also das Tattoo ist in der Tat eine Frechheit. Das sich so einer Tätowierer nennt gehört schon mal beendet. Er verpasst einer Frau ein Tattoo wo er genau weiss das er nicht dazu fähig ist. Das ist Körperverletzung. Aber die Frau ist echt auch selber schuld. Etwas Recherche über den Tätowierer und sie hätte realisieren können, dass er nicht in der Lage ist ein Tattoo dieser Art zu stechen und gut ist. Und wenn man keine Referenzen findet sollte man sich vielleicht auch nochmals überlegen ob das so eine gute Idee ist da hin zu gehen.

  • Tammy am 18.10.2017 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Tiger im Tank

    Dazu kommen dann noch die Gifte, die mit dem Tatoo in die Haut eingebracht wurden. Würde mir das nie antun...

  • Nell am 18.10.2017 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Sorry aber ich kann nur sagen selber schuld . Ein Realistic Tattoo für 350 Fr ... kopfschüttel . Ich habe für mein Realistic Tattoo zwei Jahre lang einen guten Tättoowierer gesucht . Bin dann in Schlieren ZH fündig geworden . Habe für mein Tattoo am Unterarm 1200 bezahlt ...

  • L. Lorenzo am 18.10.2017 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch ca 60 Jahre...

    Es ist einfach nur extrem amüsant zu beobachten wie resp. mit was für Motiven sich sehr viele Leute tättowieren lassen, ohne das Hirn vorgängig nicht eine Sekunde aktiviert zu haben. Wenn das Tattoo schon auf junger, gespannter Haut katastrophal ausschaut, wie schaut es dann im Alter aus? Naja, nicht mein Problem. Aber die junge Dame darf nun die nächsten +/- 60 Jahre täglich ihr schönes 350Franken-Tattoo bewundern... Viel Spass!