Beizenfasnacht

17. Februar 2017 05:56; Akt: 17.02.2017 12:35 Print

«Es soll sexy sein, aber nicht billig»

von J. Büchel - Die Beizenfasnacht hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Im Rheintal sind aber nach wie vor viele Beizen dekoriert. Und auch den weiblichen Gästen wird etwas geboten.

Die Beizenfasnacht - eine Tradition die erhalten bleiben soll. (Video: jeb)
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Safari, Las Vegas, Mafia – während der Fasnacht sind in der Ostschweiz viele Beizen nach einem Motto dekoriert. Die sogenannte Beizenfasnacht dauert jeweils rund sechs Wochen und endet am Aschermittwoch.

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Zu einer dekorierten Beiz gehören in der Regel meist auch leichtbekleidete Bardamen, die in Fasnachtsstimmung sind und sich mit den Gästen unterhalten und manchmal auch flirten. Mehr jedoch nicht. Anfassen ist verboten.

Beizenfasnacht Rheintal

Eine, die seit 15 Jahren an die Beizenfasnacht kommt, ist Cynthia Hennig (38). Dieses Jahr serviert sie in der «S-Kurve» in Widnau. «Mir gefällt die lockere Atmosphäre und der Austausch mit den Rheintalern», sagt sie. Sie arbeitet so gerne an der Fasnacht, dass sie sogar im achten Monat schwanger Drinks serviert hat. Danach setzte die Berlinerin drei Jahre aus. «Es hat mir richtig gefehlt.» Vor allem die vielen lustigen Unterhaltungen mit den Gästen.

«An der Fasnacht sind alle gut drauf, deshalb macht es Spass, das Lokal Jahr für Jahr zu dekorieren, auch wenn es ein grosser Aufwand ist», sagt Carmen Saringer (38), Pächterin der «S-Kurve». Doch die Fasnacht habe sich auch gewandelt. «Es kommen unter der Woche weniger Leute.» Vor allem die Generation der 18- bis 30-Jährigen fehle. Damit eine dekorierte Beiz funktioniere, sei es vor allem wichtig, gutes Personal zu haben. Wichtig sei, dass die Mädels freundlich sind, gerne Party machen und sich problemlos mit den Gästen unterhalten können.

Welches Outfit die Damen tragen, wird gemeinsam entschieden. «Es soll sexy sein, aber nicht billig», sagt Saringer. «Wichtig ist, dass sich die Servierinnen wohl fühlen.»

Stripper tanzt an «Rue de Blamage»

An der Fasnacht gibt es auch für die Frauen etwas zu sehen. Im Soirée in Altstätten SG findet diesen Samstag die Ladys-Night mit Stripper Ramon statt. «Von 20 bis 1 Uhr werden nur Frauen reingelassen, die dann ausgelassen feiern und die Show von Tänzer Ramon geniessen», sagt Serjoscha Graber (34). «Wenn um 1 Uhr die Türe auch für Männer aufgeht, dann stehen diese jeweils Schlange», sagt Graber, der schon früher Partys nur für Frauen organisiert hat.

Seit 13 Jahren wird das Lokal an der bekannten «Rue de Blamage» in Altstätten aufwendig dekoriert. «Mit einer Gruppe Freunden sind wir jeweils sechs Tage mit Dekorieren beschäftigt. Dieses Jahr wurde sogar ein Boden gepflastert», so Graber. Wenn man an der Beizenfasnacht mitmacht, müsse man das mit ganzem Herzen tun. «Es ist viel Arbeit, aber es macht sehr viel Spass.»


Die aufwendige Deko im «Soirée» (Video: jeb)

Punkten mit Dekoration und Personal

Während andere Beizen in der Fasnachtshochburg Altstätten auf knapp bekleidete Girls aus Osteuropa setzen, arbeiten im Soirée nur Mitarbeiter, die auch unter dem Jahr in der Bar servieren. «Sie kennen unsere Stammgäste, die Handgriffe sitzen, ihnen muss ich in der Hektik nichts Neues erklären und sie sprechen alle Dialekt», erklärt Graber. Das Outfit können die Mitarbeiter selber bestimmen.

«Wir punkten mit der Dekoration und dem Stammpersonal und können uns so von der Konkurrenz abheben, die recht gross ist.» Der Zusammenhalt unter den Beizern sei jedoch gross und man helfe einander auch mal aus. Und dadurch, dass es verschiedene Konzepte habe, sie die Beizenfasnacht auch abwechslungsreich für die Gäste, die von Lokal zu Lokal ziehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Günni am 17.02.2017 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Beizenfasnacht ist eine schöne Tradition. Mit Freunden von Beiz zu Beiz ziehen und es lustig haben - das ist doch toll.

  • Jasmin am 17.02.2017 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moto

    Ihr würdet euch lieber zum moto der beiz verkleiden das finde ich viel interesannter lustiger und 'lässiger' als dass es so sexy sein sollte-> kann ja als piratenbraut auch einen kürzeren rock anziehen;)

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  • Süffel am 17.02.2017 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn nur wann ?

    Und wann beginnen sie Sexy und nicht billig zu sein .

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Diegito am 18.02.2017 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo genau?

    Im Rheintal oder doch in DE/AU? Schrecklich...

  • Güxler am 17.02.2017 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fasnacht

    Als stadtbekannter Güxler komme ich bei den dekorierten Bars voll auf meine Kosten.

  • Süffel am 17.02.2017 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn nur wann ?

    Und wann beginnen sie Sexy und nicht billig zu sein .

    • meli am 17.02.2017 14:44 Report Diesen Beitrag melden

      wäähh

      hab ich mir auch gedacht... das outfit sieht oberbillig aus, und erst die dekoration :))

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  • Heidi Dietsche am 17.02.2017 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Veraltet und verklemmt

    Es müssen nicht alle Bräuche erhalten bleiben... Je katholischer und verklemmter eine Gegend, desto primitiver die Fasnacht. Besonders im Rheintal ist dies gut sichtbar, verschwindet aber sogar auch da langsam...

  • JAYonly am 17.02.2017 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    38?

    und kinder? hat sich sehr gut gehalten. jeder wie er möchte