Auktion beendet

20. Februar 2013 20:51; Akt: 21.02.2013 09:14 Print

«SG 1» geht für 135'000 Franken über den Tisch

von Simon Beeli - Die Autonummer «SG 1» ist verkauft. Für stolze 135'000 Franken hat Bieter «rh1915» das begehrte Kontrollschild ergattert – und damit zur teuersten Autonummer der Schweiz gemacht.

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Satte 135'000 Franken hat das Kontrollschild «SG 1», das Regierungsrat Fredy Fässler hier den Medien präsentiert, dem Kanton St. Gallen in die Kassen gespült. Für diesen Betrag ersteigerte es ein Unbekannter mit dem Synonym «rh1915» am Mittwoch, 20. Februar 2013. Damit egalisierte das Schild einen Rekord, den «TI 10» am 30. November 2011 aufgestellt hatte. Francesco Magistra hatte die Autonummer bei einer öffentlichen Auktion des Tessiner Strassenverkehrsamts in einer Lastwagenhalle in Camarino. Die Nummer LU1 gehört dem Verkehrshaus der Schweiz. Direktor Daniel Suter erhielt sie im März 2003 von der Luzerner Regierung offiziell ausgeliehen und montierte sie umgehend an den Delage D.M.,1926. Eigentlich war die Nummer 1 dem Verkehrshaus schon 1983 geschenkt worden. Weil die Schenkung aber nirgends aktenkundig war und Kontrollschilder rechtlich immer Kantonseigentum bleiben, kam es zur «offiziellen Ausleihe». In Appenzell-Ausserrhoden wechselt diese Nummer 1 wohl öfters das Fahrzeug, aber nicht den Eigentümer, eine Garage. Auch die Baselbieter Nummer 1 gehört einem Garagisten. Ja drno! Beim Besitzer dieser 1 möchte man nicht immer freiwillig einsteigen. Da eignet sich diese Berner Nummer 1 schon besser, zum Beispiel für eine Stadtrundfahrt. Richtig exklusiv wird es in Nidwalden... ... Hier werden nur Regierungsräte und Gäste der Regierung unter der Nummer 1 umherchauffiert. Im Vergleich dazu ziert die Nummer 1 in der Waadt ein bescheideneres Vehikel. «Klein aber oho» scheint auch im Kanton Uri das Motto zu sein.

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Die Auktion um das Kontrollschild «SG 1» ist beendet: Mit einem Gebot von 135'000 Franken hatte ein Bieter oder eine Bieterin mit dem Pseudonym «rh1915» am Schluss die Nase vorn und darf sich neu als stolzen Besitzer der begehrten Autonummer bezeichnen. Bis zum Schluss blieb das Rennen offen, «rh1915» hatte sich mit «Orsetto» und «Strubbi» einen spannenden Schlussspurt geliefert.

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Georges Burger, Leiter des St. Gallischen Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts, zeigt sich hoch erfreut: «Ich bin positiv überrascht, dass so viel Geld zusammengekommen ist, das hätten wir nicht erwartet.» Nach seinen Recherchen dürfte «SG 1» nun das teuerste Nummernschild der Schweiz sein. «In den Kantonen Zürich, Graubünden und Tessin wurden auch schon Beträge im seschsstelligen Bereich bezahlt, aber ein so hoher Betrag ist bisher noch nie erzielt worden.» Tatsächlich wurden für «ZH 1000» 131'000 Franken hingeblättert. «VD 1» liess sich ein Käufer 122'500 und «GR 8» 111'111 Franken kosten. Doch eine offizielle Statistik über Auktionen von Kontrollschildern führen die Schweizer Strassenverkehrsämter nicht.

Burger und sein Team haben bereits langjährige Erfahrungen mit Online-Auktionen. Über 2'000 wurden in den letzten vier Jahren durchgeführt. Zusammen mit dem Direktverkauf der Nummernschilder flossen so etwa eine Million Franken in die Staatskasse. Ein lukratives Geschäft, wie Burger nicht ohne Stolz zugeben muss.

Besitzer wird geheimgehalten

Über den glücklichen Ersteigerer will Burger nichts verraten, der neue Besitzer von «SG 1» wird geheim gehalten. «Top Secret, darüber darf ich keine Auskunft geben», lässt er verlauten. Mit der Person würde er allerdings in Kontakt stehen. «Natürlich kennen wir sie von der Registrierung. Wir haben alle Bieter in den letzten Wochen begleitet, kontrolliert und überwacht.»

Der oder die Glückliche hat jetzt 30 Tage Zeit, das Geld dem Strassenverkehrsamt zu überweisen. «Es ist gut möglich, dass die Nummer auch nicht gleich eingelöst wird. Manche müssen sich zuerst noch das passende Auto dazu kaufen», sagt Burger. Doch was ist, wenn der Meistbietende die Summe nicht überreicht? «In der Regel kommt dann der zweithöchste Bieter zum Zuge», so Burger. Das sei aber sehr unwahrscheinlich. «Wir haben bis jetzt mehrheitlich gute Erfahrungen gemacht.»

«Wir haben noch einige Nummern an Lager»

Der Chef des Strassenverkehrsamtes hat eine befriedigende aber auch ziemlich anstrengende Woche hinter sich. Doch Burger schaut schon wieder in die Zukunft. «Schon heute Abend stellen wir eine neue Serie von zehn Nummern online. Bis am Mittwoch in einer Woche kann dann wieder geboten werden.» Auf der Facebook-Seite des Kantons St. Gallen konnten die User schon mal ihren Favoriten krönen und entscheiden, welches Kontrollschild als Highlight an den Start gehen soll.

Die «SG 11» konnte sich gegen «SG 9» und «SG 20» dursetzen und düfte wohl bei bei der nächsten Ersteigerung am meisten Geld unter dem virtuellen Hammer machen. Ziel sei es, so Burger, dieses Jahr alle Schilder von «SG 1» bis «SG 20» zu versteigern. «Wir rechnen damit, dass die Nachfrage nach wie vor gross bleibt. Und von unserer Seite stimmt das Angebot auch, wir haben noch einiges an Lager.»

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Was ein solcher Liebhaber an den Kanton zahlt, müssen die restl. Bürger nicht mit Steuern begleichen. Es wird immer Menschen geben, die sehr viel Geld haben - wenn sie es ausgeben kommt es wenigstens unter die Leute... – Thomas Beck

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Toni Berger am 21.02.2013 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Staatseigentum

    Wenn man für Staatseigentum soviel Geld ausgeben möchte gerne... Für mich wären 135'000 Fr. zuviel! Immer mit dem Gedanken, dass die Nummer deswegen nicht mir gehört... Schliesslich kann der Kanton diese jederzeit ohne Grund einziehen.

  • Alexander K. am 22.02.2013 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Coole Sache

    Gut, ich hät mit dem Geld auch etwas anderes gemacht. Schlussendlich sein entscheid und mal ehrlich, alleine diese Nummer weckt fast gleichviel Interesse wie ein Auto in dieser Preisklasse :) Zudem kann er von sich behaupten, dass die Nummer bezahlt ist :P

  • Mac Apple am 21.02.2013 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Statussymbol

    Satussymbol halt! Andere kaufen sich ein iphone 5 das sie auch nicht wirklich brauchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alexander K. am 22.02.2013 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Coole Sache

    Gut, ich hät mit dem Geld auch etwas anderes gemacht. Schlussendlich sein entscheid und mal ehrlich, alleine diese Nummer weckt fast gleichviel Interesse wie ein Auto in dieser Preisklasse :) Zudem kann er von sich behaupten, dass die Nummer bezahlt ist :P

  • Nicolas am 22.02.2013 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ich gönns ihm

    Ich gönne es dem Herrn. Er hats bar bezahlt. Nicht wie all die Angeber mit ihren teuren Leasingautos, welche nicht ihnen gehören. Von denen habe ich keine Achtung. Ist ja nicht ihr Auto, sondern das der Bank. Dem Herrn mag ichs von Herzen gönnen.

  • rh 4489 am 21.02.2013 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Hochwertigkeitsgefühl erkauft?

    So so, rh1915 hat also die Nummer gekauft und will anonym bleiben? Mal sehen ob SG 1 auf den St.Galler Strassen nicht gesehen wird...mehr als dekadent!

    • funny am 23.02.2013 10:59 Report Diesen Beitrag melden

      funny

      ja und der Kanton hat's vorangetrieben... LOL

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  • User01 am 21.02.2013 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre mir ...

    nur peinlich mit so einer Nummer herum zufahren auch an einem Oldi. Dafür wäre mir jedes Fahrzeug zu schade. Aber ich finde das ganze sehr bedenklich in einem demokratischen Staat in welchem alle gleich sein sollen. Es gibt eben solche die gleicher sind wie andere, war ja schon immer so hier. Früher waren die CEOs mit 4 stelligen Nummern unterwegs und heute?

  • D.K. am 21.02.2013 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung

    Na wer Geld zuviel hat der soll mal machen.....Persönlich find ichs einen Blödsinn.

    • Palmi am 23.02.2013 19:22 Report Diesen Beitrag melden

      Blödsinn

      finde ich eben so

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