Rorschach SG

08. Januar 2018 18:08; Akt: 08.01.2018 18:16 Print

«Zuerst stand das Auto noch auf den Schienen»

Brenzlige Situation am Bahnübergang: Eine Leser-Reporterin wird am Montagmorgen in Rorschach SG Zeugin, wie ein Auto zwischen Bahnschranken eingesperrt wird.

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«Ich fragte mich, wie sie da rein gekommen ist», sagt Leser-Reporterin Karin Wyler am Montag gegenüber 20 Minuten. Sie hielt am Montagmorgen um etwa 9.30 Uhr beim Bahnübergang bei der Industriestrasse in Rorschach, als sie sah, wie eine Autofahrerin mit ihrem Auto zwischen den Bahnschranken eingesperrt stand. Erst sei das Auto noch auf den Schienen gestanden. Danach sei die Frau ein Stück nach vorne neben die Geleise gefahren.

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Haben Sie auch schon ein Mal die Situation erlebt, dass ein Auto zwischen den Bahnschranken eingeklemmt war?

Daraufhin hätten nacheinander zwei Züge in beiden Richtungen den Bahnübergang passiert. Als die Schranken wieder aufgingen, sei die Frau ein paar Meter weiter bis zum Parkplatz gefahren. «Da musste die Frau vor Schreck gleich wieder anhalten», so Wyler.

«Ich wäre sofort aus dem Auto herausgesprungen»

«Ich verstehe nicht, warum niemand geholfen hat und versucht hat, die Schranke zu öffnen», sagt die 50-Jährige. Sie sei auf der anderen Seite gewesen und habe nicht helfen können. «Ausserdem wusste ich nicht, ob überhaupt ein Zug kommt, vielleicht gibt es Sensoren, die dem Zug gemeldet hätten, dass ein Auto auf den Gleisen stand», mutmasst Wyler.

Die Frau im Auto sei die ganze Zeit einfach sitzen geblieben. «Ich wäre sofort aus dem Auto ausgestiegen und aus den Schranken herausgerannt», so die Sekretärin. Glücklicherweise sei alles gut gegangen. «Ich will mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn der Zug das Auto auch nur gestreift hätte.»

Busse gleich wie bei Überfahren von Rotlicht

Die SBB hat Kenntnis vom Fall: «Die Abläufe sind bei solchen Vorkommnissen situativ», erklärt Oli Dischoe, Mediensprecher der SBB. In diesem Fall hatte der Lokführer jedoch keine automatische Meldung erhalten. Dies geschehe nur, wenn zum Beispiel ein Auto beim Überqueren der Gleise die Bahnschranken touchiere. Da das im konkreten Fall nicht passiert sei, sei der Zug gefahren.

Erst beim Vorbeifahren des Zuges wurde die Frau mit dem Auto bemerkt. «Das betreffende Lokpersonal meldete den Vorfall daraufhin, die Autofahrerin ist nach Öffnung der Barrieren für uns unerkannt weggefahren», so Dischoe weiter. Im Allgemeinen sei es enorm wichtig, sich bei Bahnübergängen ans Gesetz zu halten. Dischoe: «Die Barriere senkt sich früh genug, damit sich niemand mehr auf den Bahnübergang verirren kann.»

«Vom aktuellen Fall haben wir keine Kenntnis», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, auf Anfrage. Passiere es jedoch, dass ein Auto zwischen den Bahnschranken gefangen ist, so würde der Fahrer auf jeden Fall gebüsst. «Die Busse beträgt dann 250 Franken, gleich viel wie beim Überfahren eines Rotlichts», so Krüsi.

Passiert immer wieder

Nicht zum ersten Mal ist ein Auto zwischen die Bahnschranken geraten. Im Juli vergangenen Jahres ereignete sich eine lebensgefährliche Situation an einem Bahnübergang in Interlaken.


(lad)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The Spectator am 08.01.2018 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Und wieder mal, wieso fährt man nich einfach durch die Schranken. Ist das Auto mehr Wert als das eigene Leben? Ich verstehs nicht

    einklappen einklappen
  • Max König am 08.01.2018 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Schranken durchbrechen und den Schaden selber zahlen wär die bessere Lösung. Falls die Schranken noch nicht ganz unten sind ist es am besten, wenigstens noch unter die Schranke zu fahren und sie am Senken zu hindern - dann kommt erst gar kein Zug, aber immerhin eine Rechnung...

    einklappen einklappen
  • Kien R. Nellen am 08.01.2018 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Denken vor Lenken

    Für solche EgoistInnen gibt's in Trumpistan bei fast jeder Kreuzung Schilder mit der Aufschrift "DONT BLOCK". Vielleicht gehört das in CH nicht zum Prüfungsstoff.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lolo am 23.01.2018 03:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lolo

    Würde aus dem Auto steigen sofort als noch versuchen weiter zu fahren

  • Gusti am 11.01.2018 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Frau mit Mercedes

    Was sagt uns das!? Frauen fahren defensiv, drängeln kommt so nicht in Frage, ev. Motor abgestorben.. wer weiss das schon., Gut ist nichts passiert, Fr. 250.- ist das aber schon Wert.

    • thefuture am 12.01.2018 15:03 Report Diesen Beitrag melden

      Frauen, mimimimi

      Ganz langsam Gusti. Das liegt ganz sicher daran, dass sie kein drittes Bein hatte ;-) Voll deiner Meinung, nicht.

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  • Denis Herren am 11.01.2018 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn's blinkt, sofort halten! Wenn nicht...

    Wenn das trotzdem passiert und kein Platz zum Parkieren vorhanden, Gaz geben und durch die Barriere fahren! (Sie sind extra schon vorbereitet um schnell zu brechen)

  • BiChaDe am 09.01.2018 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nich schnell durch...

    Na ja, gibt immer wieder Automobilisten, die trotz Blinklicht denken sie kommen noch durch... finde ich persönlich unverantwortlich... man stelle sich den Schreck vom Zugführer vor!!!

  • Luise,9,01,2018 am 09.01.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Der Herr Gott schaut,

    Sagen wir mal so ,wenn Ihr das Foto genau ansieht, die Barriere zum Glück weit genug vom Gleis weg, das der Wagen mit der Schnauzte unter die Barriere Gefahren werden konnte und nur das Heck noch da war,