Kantonsspital St. Gallen

07. März 2016 18:47; Akt: 07.03.2016 20:26 Print

«Dieser Blitzer ist ethisch nicht vertretbar»

David Fischer-Rodriguez wurde auf dem Weg ins Spital geblitzt. Nun macht er seinem Ärger öffentlich Luft. Sein Post wurde in kurzer Zeit tausendfach geteilt.

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Sorgt für Ärger: Blitzer in der 30er-Zone auf der Zuffahrtstrasse zum Kantonsspital St. Gallen. (Bild: 20 Minuten)

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Der Blitzkasten auf der Lindenstrasse, einer Zufahrtstrasse zum Kantonsspital St. Gallen, steht in einer 30er-Zone und beschäftigt derzeit sowohl die User von Facebook als auch die Stadtpolizei St. Gallen. Innert weniger Stunden ging ein Bild des Kastens viral und wurde hundertfach kommentiert.

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liebe stadtpolizei st. gallen... Dieser blitzkasten ist aus meiner sicht ethisch nicht vertretbar! gestern fuhr ich in...

Posted by David Wanda Fischer-Rodriguez on Samstag, 5. März 2016

David Fischer-Rodriguez war wegen eines familiären Notfalls auf dem Weg zum Kantonspital St. Gallen. Offenbar zu schnell, denn er wurde geblitzt. «Der Standort des Blitzkasten ist ethisch überhaupt nicht vertretbar», regt sich Fischer-Rodriguez nun auf Facebook auf. Und: Er fände es eine Frechheit, wenn man das Leid anderer dazu benutze, um Geld zu verdienen. Jemand aus seiner Familie habe einen Herzstillstand erlitten, darum sei er ein bisschen schneller unterwegs gewesen, rechtfertigt er sich weiter. «Es scheint mir so, als würde die Polizei vor nichts zurückschrecken, um das Bussen-Budget zu erreichen.»

«Es ist nicht unsere Aufgabe, uns beliebt zu machen»

In kürzester Zeit diskutieren hunderte Facebook-User mit. Viele stimmen dem Geblitzten zu, doch nicht alle geben ihm Recht. So finden mehrere User die 30er-Zone völlig gerechtfertigt: «Würde es diese Geschwindigkeitsbeschränkung nicht geben, müssten wir viel mehr Familienangehörige im Spital besuchen», heisst es in einem Kommentar. Es sei ja völlig logisch, dass vor einem Spital eine Tempo-Limite bestehe. Immerhin seien dort kranke und alte Leute stationiert und darauf müsse man Rücksicht nehmen, meint ein anderer User.

Das findet auch die Stadtpolizei St. Gallen und äussert sich in einem öffentlichen Statement zum Beitrag: «Wie würden Sie es ethisch vertreten, wenn an der Lindenstrasse ein Kind aufgrund zu hoher Geschwindigkeit eines Autofahrers zu Schaden kommt?», heisst es unter anderem in dem Schreiben. Es sei zwar klar, dass die Polizei sich mit ihren Geschwindigkeitskontrollen nicht immer beliebt mache. Doch liege es nun einmal in der Natur der Polizeiarbeit, dass man nicht bei jedermann beliebt ist. Ausserdem werde in der Stadt St. Gallen nur zur Verkehrssicherheit geblitzt. «Und das Bussenbudget wurde seit Jahren nicht erhöht, obwohl wir jährlich mehr Verkehr zu verzeichnen haben. Da würde ein Anstieg der Busseneinnahmen eigentlich auf der Hand liegen.»

(nab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Scherzi am 07.03.2016 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit. Hahaha.

    Es dient ja der Verkehrssicherheit, nicht wahr ;-) Und an allen anderen Standorten, wo zwar keine Blitzer, wohl aber Kinder stehen, ist die Verkehrssicherheit massiv gefährdet. Liebe Eltern, bringt eure Kinder zum nächsten Budgeterreichungsapparat und lasst sie dort herumtollen. Nur dort sind sie sicher... Wie bei uns im Dorf - ich wohne vis a vis vom Schulhaus, aber der Blitzer steht dorfauswärts wo nun wirklich keine Gefahren hinter unübersichtlichen Kreiselgebilden stehen. Quietschen tuts meist vor dem Schulhaus, weil nur noch die eine Gruppe der Verkehrsteilnehmer aufpassen muss...

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  • Driver Lady am 07.03.2016 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alternative finden

    Evtl kann man eine bauliche Einschränkung der Strasse machen so dass man nicht ganz so schnell fahren kann. Damit wäre beiden Seiten geholfen.

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  • Lorenz am 07.03.2016 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht wirklich geschickt

    Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass die Polizei durch Radaranlagen nicht nur die Verkehrssicherheit erhöht. Aber mir ist das lieber als wenn z.B die Steuern erhöht werden,schliesslich hat das jeder selber in der Hand, oder im Fuss. Ein Radarkasten an dieser Stelle finde ich jedoch trotzdem etwas unsensibel.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Doma am 08.03.2016 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polizei verteilte auch Bussen auf Beerdigung!

    Vor einem Jahr hat die Polizei In Bronschhofen Bussen verteil an einer Beerdigung! Dass ist krass und eine riesen Schweinerei!! Weil es zuwenig parkplätze für die trauergäste gab haben die Leute verständlicherweise in der Wiese psrkiert! Traurig traurig! Ich würde mich in Grund und Boden schämen! Den trauernden noch eine Busse zu geben für etwas wo sowieso niemand stört und nichts blockiert wurde

  • Giusi92 am 08.03.2016 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    In der einfahrt der Stephanshorner klinik steht auch kurz vor beginn der 30 zone ein blitzer! Ist der auch nur zur Sicherheit?

  • Tdnie am 08.03.2016 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist Ethik?

    Jemanden zu besuchen rechtfertigt schnelles fahren? Das ist absoluter quatsch. Ich würde das Gegenteil sagen, wer sein persönliches Ziel über die Sicherheit anderer setzt und sich nicht an Verkehrsregeln hält, der handelt unethisch. Also: Zahl die Busse und lern draus!

  • Superwomen am 08.03.2016 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Diskussion

    Blöde Ausrede! Habe Schwerkranken Schwiegervater im Spital. Fahre andauernd diese Strasse. 30 ist 30 und nicht 50. Ganz einfach..

  • H.H. am 08.03.2016 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Money, Money, Money...

    Wenn die Behörden dürften, dann würden sie einen weiteren Kasten in der Vorfahrt des Spitals installieren. Natürlich auch gleich noch das ganze Parkhaus (5 km/h) total Radar überwachen.