St. Gallen

16. Oktober 2016 15:34; Akt: 16.10.2016 15:35 Print

Häftling durchsägt Gitterstäbe und flieht

Schon wieder macht ein Ostschweizer Gefängnis Schlagzeilen: In der Nacht auf Samstag ist im Gefängnis St.Gallen einem Häftling die Flucht gelungen. Unbemerkt entkam er durch das Fenster.

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Durch ein solches Fenster konnte der Häftling unbemerkt ausbrechen. (Bild: 20 Minuten)

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«Dem Insassen ist es gelungen, die Gitterstäbe zu durchsägen und so zu entkommen», so Markus Rutz, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, am Sonntag auf Anfrage. Aktuell sei er immer noch flüchtig.

Elf Stunden Unklarheit

Das letzte Mal wurde der Insasse am Freitag um 21 Uhr in seiner Zelle gesichtet. Danach herrschten elf Stunden Unklarheit. «Erst um Samstag um 8 Uhr morgens, als die Wächter das Morgenessen bringen wollten, bemerkten sie, dass der Häftling verschwunden war», sagt Rutz. Das ganze Gefängnisgelände ist Video überwacht. Momentan sei der Spezialdienst der Kantonspolizei St.Gallen an den Video-Auswertungen, um den Fluchthergang zu untersuchen.

Gitterstäbe durchsägt

Der Mann konnte mit Hilfe eines Werkzeugs die Gitterstäbe seiner Zelle durchtrennen und so unbemerkt ausbrechen. Das Gefängnis St.Gallen befindet sich mitten im Stadtzentrum. «Der Häftling hatte seine Zelle im Erdgeschoss in Richtung Stadt, also nicht zum Innenhof», sagt Rutz. Wie der Häftling an das Werkzeug heran kam, ist allerdings noch unklar. Die Insassen des Gefängnisses würden jedoch nicht arbeiten, somit könne das Werkzeug nicht vom Gefängnis selber stammen. Einzig sei es ihnen erlaubt, auf dem Gefängnishof spazieren zu gehen, so Rutz. Das wiederum bedeutet, dass der Insasse das Instrument ins Gefängnis schmuggeln konnte oder dass der Mann es von Mitinsassen bekam.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Weiter weist Rutz darauf hin: «Es gibt absolut keine Hinweise, dass der Flüchtende eine Gefahr für die Bevölkerung darstellt.» Denn der 37-jährige Kroate befand sich nicht wegen einer körperlichen Straftat, sondern wegen Vermögensdelikten im vorzeitigen Strafvollzug im Gefängnis St.Gallen.

Die Polizei hat schon eine nationale Fahndung des Flüchtigen herausgegeben. Rutz erklärt, dass es im Moment noch zu früh sei, irgendwelche Schlüsse zu ziehen, da noch nicht geklärt sei, wie der Ausbruch zustande kam. Er stellt klar: «Falls die Untersuchungen ergeben, dass es im Ablauf oder bei den Sicherheitsvorkehrungen zu einem Fehler kam, wird die Polizei nötige Massnahmen sofort in die Wege leiten.»

Ostschweizer Gefängnisse machen Schlagzeilen

Vor kurzem starb in der Strafanstalt Gmünden in Niederteufen AR ein Insasse an einer Überdosis Morphin, das er von einem Zellnachbaren erhielt. Auch der Ausbruch des Immobilienbetrügers Peter Eberle warf ein schlechtes Licht auf die Strafanstalt.

(luh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roro am 16.10.2016 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Das ist ja eine peinliche Vorstellung für das Gefängnis. Da braucht es aber keine spezielle Untersuchung wegen den Sicherheitsvorkehrungen. Das darf doch nicht passieren. Ich denke es ist an der Zeit endlich strengere Gefängnisse einzuführen. Ein Leintuch, eine Säge oder das Personal hilft mit, das ist ja fast wie im Mittelalter. Wo ist da die Überwachung.

  • Filomena am 16.10.2016 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Eine "Säge" die keinen Lärm verursacht?

    Gitterstäbe zu durchsägen und niemand will etwas gehört haben, da werde ich stutzig. Duschen und Baden darf man auch nur bis 10.00 wegen Nachtruhestörung.

  • Turbo am 16.10.2016 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruhestörung

    Die Wärter werden froh sein, dass er endlich abgehauen ist. Wegen dem sägenden Geräusch in der Nacht, könnten sie gar nicht richtig schlafen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alcapone am 16.10.2016 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alcatraz

    Gibt ihm doch gleich den Schlüssel, ist einfacher und macht kein Lärm und hat erst noch keine folgende Kosten für die Gitterstäbe.

  • Cavi33 am 16.10.2016 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kritische Sicherheit

    Wie soll der Staat eigentlich die Bevölkerung schützen wenn bald jeder Gefangene zu Werkzeug kommt und verschwinden kann.

    • lexy am 16.10.2016 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cavi33

      Der Staat kann die Bevölkerung nicht wirklich schützen. Oder wie fiel z.b Vergewaltiger sind nur auf Bewährung?! Da sind die 4-5 Ausbrecher unsere kleinste Sorge (Die fliehen und bleiben nicht)

    einklappen einklappen
  • Turbo am 16.10.2016 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruhestörung

    Die Wärter werden froh sein, dass er endlich abgehauen ist. Wegen dem sägenden Geräusch in der Nacht, könnten sie gar nicht richtig schlafen.

  • roro am 16.10.2016 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Das ist ja eine peinliche Vorstellung für das Gefängnis. Da braucht es aber keine spezielle Untersuchung wegen den Sicherheitsvorkehrungen. Das darf doch nicht passieren. Ich denke es ist an der Zeit endlich strengere Gefängnisse einzuführen. Ein Leintuch, eine Säge oder das Personal hilft mit, das ist ja fast wie im Mittelalter. Wo ist da die Überwachung.

  • Filomena am 16.10.2016 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Eine "Säge" die keinen Lärm verursacht?

    Gitterstäbe zu durchsägen und niemand will etwas gehört haben, da werde ich stutzig. Duschen und Baden darf man auch nur bis 10.00 wegen Nachtruhestörung.