Recherche-Krimi

02. Juli 2014 07:02; Akt: 02.07.2014 09:57 Print

Kristallhöhlenmord mit Fall Ylenia verknüpft

Der Mord an zwei Mädchen bei der Oberrieter Kristallhöhle erschütterte die Ostschweiz. 32 Jahre später liefert ein Krimi neue Indizien und bindet auch den Fall Ylenia mit ein.

Der Doppelmord bei der Oberrieter Kristallhöhle beschäftigte auch Aktenzeichen XY ungelöst. (Quelle: YouTube/Laibachs Hoden-Wohl)
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«Es haben sich unglaublich viele Zeugen bei mir gemeldet», so der Autor Peter Beutler. Das geschah, nachdem 20 Minuten letzten Herbst über den geplanten Roman «Kristallhöhlenmord» berichtet hatte. Diesen Aussagen ist Beutler nachgegangen und hat sie mit weiteren Fakten und Indizien im Buch verarbeitet. Nun ist das Werk vollendet und kann ab sofort bestellt werden.

Eine Person an beiden Fällen beteiligt

Beutlers Krimi rollt die ungelöste Bluttat bei der Oberrieter Kristallhöhle auf, bei dem die damals 15-jährige Karin Gattiker und die 17-jährige Brigitte Meier ermordet wurden. Die Goldacher Mädchen verschwanden am 31. Juli 1982 auf einer Velotour. Zwei Monate danach wurden ihre Leichen in der Nähe der Kristallhöhle gefunden.

Ausgehend von diesem Doppelmord schlägt der Roman eine Brücke in die Gegenwart zum Fall Ylenia. Das damals fünfeinhalbjährige Mädchen wurde im Sommer 2007 vor dem Hallenbad in Appenzell entführt und mit Gift umgebracht. Ihre Leiche wurde in einem Wald bei Oberbüren vergraben. Der mutmassliche Mörder brachte sich später selber um (20 Minuten berichtete). Für Beutler ist klar: «Ein damals etwa 30-jähriger Mann hat 1982 geholfen, das Verbrechen bei der Kristallhöhle zu vertuschen. Genau diese Person hatte auch im Fall Ylenia eine zentrale, aktive Rolle.» Bei beiden Fällen ist sich Beutler sicher, dass es sich um keine Sexualdelikte handelt. Seiner These zufolge war der Kristallhöhlenmord eine Verkettung unglücklicher Umstände. Die Täter sollen mit den Mädchen bekannt gewesen sein. «Ich habe zahlreiche Rückmeldungen erhalten, die meine These bestätigen und ebenfalls eine Verknüpfung der Fälle vermuten», so Beutler.

30 Jahre Recherchearbeit

Zum Krimi angestossen hat den 71-jährigen Berner die Recherchearbeit eines Ostschweizer Privatmannes, der während 30 Jahren Hinweise und Fakten zum Kristallhöhlenmord gesammelt hat. «Die Zusammenarbeit gestaltete sich schwierig», so Beutler. Deshalb habe er den Roman schliesslich alleine beendet.

Peter Beutler, «Kristallhöhle», Emons Verlag, lieferbar ab September

(taw)