Die Seuche ist noch da

05. Dezember 2012 18:01; Akt: 05.12.2012 18:04 Print

1200 Schweine im Appenzell geschlachtet

Auf einem Hof in Appenzell Innerrhoden war bei 14 Schweinen der PRRS-Seuchevirus gefunden worden. Weil man davon ausgehen muss, dass noch mehr infiziert waren, wurden alle geschlachtet.

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Die Schweineseuche PRRS ist noch nicht ausgestanden. In einem Schweinezuchtbetrieb in Appenzell Innerrhoden mussten am Mittwoch wegen des Virus 1200 Tiere geschlachtet werden.

Für den betroffenen Betrieb sei es eine Katastrophe, sagte der Kantonstierarzt beider Appenzell, Sascha Quaile, am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Appenzell. An die 250 Sauen wurden geschlachtet; ihr Fleisch wird normal verwertet, da das PRRS-Virus für Menschen ungefährlich ist.

Die 1000 Ferkel des Betriebs wurden direkt auf dem Hof getötet. Verstärkung erhielten die Behörden vom Veterinäramt Zürich, das eine spezielle Equipe nach Appenzell schickte.

Finanzielle Folgen

Der Entscheid für diese «drastische Massnahme» war laut Quaile am Mittwochmorgen gefällt worden, da bei 14 Tieren des Betriebs der Virus gefunden worden war. Man habe daher davon ausgehen müssen, dass sehr viele Tiere des Betrieb infiziert seien.

Wie gross der finanzielle Schaden durch die PRRS-Seuche ist, kann laut dem Innerrhoder Landeshauptmann (Regierungsrat) Lorenz Koller noch nicht gesagt werden. Die Sache werde sicher ein juristisches Nachspiel haben, sagte er.

Zur Unterstützung der Arbeiten steht auch der kantonale Führungsstab im Einsatz. Zu seinen Aufgaben gehören laut Quaile die Absperrung von Betrieben, die Betreuung der Besitzerfamilie und Kurierdienste.

Untersuchungen werden intensiviert

Weil sich der Virus entgegen der Annahmen des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) weiterverbreitet hat, werden nun die Nachbeprobungen in drei Seuchenbetrieben intensiviert, wie das BVET am Mittwoch mitteilte.

Vergangene Woche wurden in der Ostschweiz 27 Schweinezuchtbetriebe wegen der Schweineseuche PRRS gesperrt. Betroffen sind Betriebe in den Kantonen St. Gallen, Thurgau, beide Appenzell, Schaffhausen und im Fürstentum Liechtenstein. Sie hatten infiziertes Schweinesperma aus Deutschland importiert. 72 besamte Sauen mussten bereits früher geschlachtet werden.

Bei den Blutproben der geschlachteten Sauen stellte sich heraus, dass in drei Betrieben eine Infektion stattgefunden hatte. Die drei Betriebe in den beiden Appenzell wurden als Seuchenbetriebe eingestuft. Ihr ganzer Bestand wurde daraufhin untersucht.

BVET hatte halb entwarnt

Am Dienstag noch hatte das Bundesamt entwarnt und geschrieben, dass die Untersuchungsergebnisse aus den drei Seuchenbetrieben darauf hindeuteten, dass keine weiteren Schweine infiziert worden waren. Um sicher zu gehen, würden die Schweine in den Seuchenbetrieben bald nachuntersucht.

Zudem wurden sämtliche Kontaktbetriebe ausfindig gemacht und ebenfalls gesperrt. Dies hat zur Folge, dass derzeit rund 4000 Schweine auf PRRS untersucht werden müssen. «Zum heutigen Zeitpunkt wird davon ausgegangen, dass keine Ansteckung über die gesperrten Betriebe hinaus stattfinden konnte», schrieb das BVET nun am Mittwoch.

Anderer Meinung ist Kantonstierarzt Quaile. Da die Untersuchungen in den 27 mit verseuchtem Ebersperma belieferten Betrieben noch im Gang seien, sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Infektionen von Tieren festgestellt würden.

Auszurottende Seuche

Das Porcine reproduktive und respiratorische Syndrom (PRRS) ist ein Schweinevirus, das die Fruchtbarkeit von Sauen beeinträchtigen kann und zu Geburten lebensschwacher Ferkel führen kann. Es kann auch milde Atemwegserkrankungen verursachen. Die Schweineseuche ist weltweit eine der bedeutendsten Schweinekrankheiten.

Gemäss Tierseuchenverordnung ist sie in der Schweiz als auszurottende Seuche eingestuft. Für den Menschen ist das Virus nicht gefährlich und das Fleisch kann bedenkenlos gegessen werden.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • I.L. am 07.12.2012 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schande! Ein Tierleben ist nichts wert!

    Dieser Fall zeigt einmal mehr deutlich auf, dass ein Tierleben für die Menschen rein gar nichts wert ist. Es wird nur vom armen Schweinezüchter gesprochen und das für einen finanziellen Schaden der nun erleiden muss! Eine tierverachtende Wirtschaft und Politik ist schlussendlich immer auch menschenverachtend!

  • Edith Zellweger am 07.12.2012 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Unschuldig hingerichtet!

    Wieder ein Massenmord mehr an Tieren! Wenn es nur ein Gott gibt für die Menschen, dann ist der Mensch der Teufel der Tiere! Stellt euch vor diese 1200 Lebewesen seien so genannte Menschen!!! Doch da die menschliche Rasse immer noch in ihrem Irrsinn und in ihrer Arroganz meint, sie sei etwas Besonderes, müssen unschuldige und anders aussehende Lebewesen tagtäglich millionenfach ihr Leben lassen. Sie werden von uns Menschen regelrecht und mit einer skrupellosen Selbstverständlichkeit abgeschlachtet und hingerichtet!

  • Erich am 05.12.2012 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Welt in der wir leben.

    14 Schweine erkrankt und deshalb 1200 Tiere geschlachtet. Darunter 1000 Ferkel. Wie schrecklich das für diese sensiblen und intelligenten Tiere war, davon steht hier nichts. Es geht nur ums Geld.

    • Thomas am 05.12.2012 19:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Erich

      "Es geht nur ums Geld" ? Wenn es ums Geld gegangen wäre, dann hätte man sie nicht getötet. Hier ging es um die Gesundheit und Verbreitung eines Virus. Irgendwie verdrehen Sie da was.

    • Daniel Stauffer am 05.12.2012 20:57 Report Diesen Beitrag melden

      TIERSEUCHE!!!

      Nun ja es handelt sich um eine (Tier)Seuche. Dieser Begriff sollte Ihnen bekannt sein. Dann wissen Sie sicher auch was folgt, wenn man eine Seuche nicht quarantänisier. So kommen wir darauf, dass es nicht ausschließlich um Geld gehen kann... oder? Euer Kommentar zeugt eigentlich nur, dass Sie im Grunde keine Ahnung haben. Es könnte sich hier sogar um ein Vermehrungszuchtbetrieb handeln. Da ist diese Konsequenz leider unumgänglich. Das traurigste am ganzen ist der Bauer, welcher seine ganze Zucht und somit auch ein Lebenswerk verloren hat.

    • Paul am 05.12.2012 22:30 Report Diesen Beitrag melden

      @D. Stauffer

      Das Traurigste am Ganzen sind doch die armen Tiere. Dass Seuchen vermehrt in Massentierhaltungen vorkommen, dafür ist der Mensch verantwortlich.

    • Edith Zellweger am 07.12.2012 18:26 Report Diesen Beitrag melden

      Tier-nazi-Zeit

      @Herr Daniel Stauffer Was machen Sie mit Menschen, die ebenfalls von einer Seuche befallen sind?! Haben Sie da auch dieselbe Meinung?! Und kommen Sie mir jetzt nicht mit der ewig gleichen Leier.... " Wenn es um Menschen geht, ist dies etwas ganz anderes"!

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