Hochwasser

04. September 2017 17:45; Akt: 04.09.2017 18:14 Print

«Werden die Bäche nicht verbaut, passierts wieder»

Die Ostschweiz hat den starken Regen mit einem blauen Auge überstanden. Doch trotz besserer Bilanz droht weiterhin Gefahr durch unverbaute Bäche.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die heftigen Unwetter in der Ostschweiz waren für Fridolin Sonderegger ein Déjà-vu. «Es ist doch genau gleich wie 2014», findet er. Der Bauer hat Land in Altstätten, das durch den Regen schwer beschädigt wurde. In der Region überliefen viele Bäche – wie bereits im Juli 2014, als Altstätten schon einmal überflutet wurde.

Nun habe der Regen die Massen, die vor drei Jahren gelockert wurden, weggeschwemmt. «Damals wurden Bohrungen gemacht und man stiess auch nach 70 Metern noch nicht auf Fels», sagt Sonderegger. Daher könne die Erde sich nicht mehr verhärten und bleibe locker, bis das nächste starke Unwetter komme und das Material wegschwemme. «Wenn diese Bäche nicht endlich verbaut werden, passiert das immer wieder», so Sonderegger. Für ihn ist klar: Es müssen Massnahmen her. Optimal wäre gemäss ihm ein massives Flussbett.

Besser vorbereitet als 2014

Natürlich blieb man seit der Katastrophe vor drei Jahren in Altstätten aber nicht untätig. «Es gab massiv weniger Schäden und Überschwemmungen als noch 2014», sagt Ralph Dietsche, Kommunikationschef des regionalen Führungsstabs Oberes Rheintal. «Auf dieses Unwetter waren wir besser vorbereitet.» 2017 fiel zwar insgesamt etwas mehr Regen, aber über eine längere Zeitdauer, wie es bei MeteoNews auf Anfrage heisst.

«Nach dem heftigen Unwetter wurden mehrere Massnahmen getroffen», so Dietsche. So wurden bei den Brücken Sensoren angebracht, die ein Warnsignal aussenden, wenn der Wasserstand gefährlich hoch wird. «Deshalb war auch die Feuerwehr schon so früh vor Ort», erklärt er. Weiter wurden auch Bagger mit Holzgreifern eingesetzt. «Diese haben das Geröll zurückgehalten und es mit dem Greifer weggebracht», so Dietsche.

Längerfristiges Projekt geplant

Die verschiedenen Massnahmen hätten gut funktioniert. «Durch den Einsatz wurde eine grössere Katastrophe verhindert», sagt Ruedi Mattle, Stadtpräsident von Altstätten. Trotzdem habe man danach besprochen, wo es noch Schwachstellen gab und wo weitere Massnahmen nötig seien. Zusätzlich sei ein längerfristiges Bauprojekt in Erarbeitung. Mattle: «Wir wollen die Sohle absenken und die Bäche etwas verbreitern sowie auch die Brücken erhöhen.»

(air)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • susanna am 04.09.2017 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    aha..

    lustig. Dabei ist doch genau das Verbauen der ganzen Landschaft Schuld daran, dass das Wasser nirgends abfliessen kann.

    einklappen einklappen
  • Klärer am 04.09.2017 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Der grund für regelmässige überschwemmungen ist das fehlen von natürlichen fluss- und bachbetten. Verbauungen erhöhen nur die fliessgeschwindikeit (mehr schaden) und verhindern ein grossflächiges verteilen der wassermassen bei dauerregen. Mir egal, das wasser wird dieses betongebastel über kurz oder lang ohnehin fortreissen. Hätte man die biber machen lassen, gäbe es dieses problem nicht. Die gier nach bau-und agrarland ist hauptverursacher von überschwemmungen hierzulande.

  • Franz am 04.09.2017 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles überbauen

    VielleichT sollte man beim Bauen beachten, wo man baut und nicht wieder das Wasser Schuld geben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 32 am 08.09.2017 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

  • Ozzly am 05.09.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehler korrigieren!

    Falsch! Die Bäche sind schon verbaut und kanalisiert, darum laufen sie über. Die natürlichen Bachbette welche die Natur ihnen gegeben hat....aber der Mensch halt wieder in seiner Weitsicht....

  • Heudi17 am 05.09.2017 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn und aber

    Dieses ewige wenn und aber nervt. Erst ist wie es ist, wir müssen das Beste daraus machen. Es braucht eben alles seine Zeit. Verbesserungen kann man schon an vielen Orten sehen

  • Skipper1 am 05.09.2017 00:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die böse Natur......

    Wer hat denn die Natur zu betoniert und die Bäche, Flüsse und Kanäle begradigt, damit rechts und links davon noch mehr gebaut werden kann? Die Dummheit der Menschen ist grenzenlos.

  • Steven E am 04.09.2017 23:57 Report Diesen Beitrag melden

    Flutwiesen

    Bei uns in Düsseldorf haben wir mit dem Rheinhochwasser wenig sorgen, weil wir grosse wiesen haben,über die der Rhein sich ausbreiten kann, bevor er die Alstadt durchspült (obwohl da einmal im Jahr auch mal feucht durchwischen sollte.. ;) )

    • Forster am 06.09.2017 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Steven E

      das ist eine etwas andere Situation. Berg- und Wildbäche kann man nicht mit dem Rhein vergleichen. Den Rhein kann man ein wenig regulieren. Diese Bäche führen aber bei Gewitter und Starkniederschlägen einfach viel Wasser. Man kann aber Bachverbauungen erstellen (siehe meine Kommentare unten) und die Schadenpotentiale schützen oder entschärfen.

    einklappen einklappen