Verkehrsunfall-Statistik

14. März 2017 18:25; Akt: 14.03.2017 18:26 Print

«Vielen Schülern ist Style wichtiger als Sicherheit»

Im Kanton St. Gallen stieg 2016 die Zahl der Unfälle mit 13- bis 15-jährigen Schülern um gut 50 Prozent. Die Polizei appelliert an die Eltern.

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Die Unfälle mit Kindern auf ihrem Schulweg ist stark angestiegen. (Bild: Keystone)

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Die Zahl der Unfälle auf den Schul- und Heimwegen ist im Vergleich zum Vorjahr massiv angestiegen. Betroffen sind vor allem die 13- bis 15-Jährigen, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Unfallverkehrsstatistik 2016 der Kantonspolizei St. Gallen.

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Warum sich die Zahl der Unfälle mit Schulkindern verglichen zum Vorjahr von 29 auf 44 erhöht hat, kann man sich bei der Kapo nicht erklären. «Da sich die Unfälle an verschiedenen Orten ereigneten, wurden sie nicht näher untersucht», sagt Sprecher Hanspeter Krüsi.

Fussgänger sollen sichtbar sein

Grundsätzlich sei es aber so, dass die Schüler in der Mittelstufe keinen Verkehrsunterricht mehr erhalten. Das sei vor allem auf den Personalmangel bei der Polizei zurückzuführen. Man habe sich entscheiden müssen, welche Schüler man schule und welche nicht. «Den Verkehrsunterricht im Kindergarten abzuschaffen war aber nie eine Option», so Krüsi.

Um Unfälle mit Kindern zu vermeiden appelliert Krüsi an die Eltern: «Das Verhalten im Verkehr ist auch Erziehungssache.» Es sei aber auch wichtig, dass die Jugendlichen Eigenverantwortung lernten – und dass ihnen vor allem eines bewusst sei: «Wer keine Karosserie hat, verliert.» Zudem rät die Polizei zu heller Kleidung, vor allem im Winter. «Als Fussgänger sollte man immer sehr gut sichtbar sein», sagt Krüsi. Deshalb empfehle die Polizei Reflektoren, Leuchtwesten oder reflektierende Bänder, um auf sich aufmerksam zu machen.

Fehlende Erfahrung im Verkehr

Beim TCS sagt Specher David Venetz auf Anfrage von 20 Minuten: «Viele Jugendlichen tragen aus modischen Gründen keine Leuchtwesten.» Deshalb habe der TCS Schweiz zusammen mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) die Kampagne «made visible» lanciert. Neben hilfreichen Tipps umfasse diese auch entsprechende Kleidungsstücke und Accessoires, die sich in ein stilvolles Outfit integrieren liessen.

Dass vermehrt Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren verunfallten, führt Venetz auf fehlende Erfahrung im Strassenverkehr zurück. «Die Geschwindigkeit von Motor- oder auch Elektrofahrzeugen kann manchmal total unterschätzt werden.» Hinzu komme aber auch die Gefahr der Ablenkung, etwa durch Kopfhörer oder Smartphones. Deshalb rät er: «Egal ob Fussgänger, Töff- oder Autofahrer – man sollte sich immer zu hundert Prozent auf den Strassenverkehr konzentrieren.»

(nab)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Linda Guggi am 14.03.2017 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Vielleicht spielen die Kinder ja mit ihrem Handy, und sind deshalb abgelenkt und unvorsichtig!

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  • A.Wurz am 14.03.2017 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mein "Style" als 7 Jähriger

    war mir so ziemlich egal, wusste wahrscheinlich nicht einmal was dies sein sollte. Dies werden wohl die Eltern sein, denn mein Mami hatte schon geschaut, dass wir "anständig" aussehen. In den Kindergarten oder während der Primarschule gingen wir sowieso immer einer Gruppe, auch wenn dies ab und an zu "unerwünschten Zwischenfällen" führet und wir teilweise für einen 10 Minuten Weg 2H brauchten. Es kammen immer alle nach Hause und es musste auch nie die Polizei anrücken.

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  • Mutter am 14.03.2017 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pseudocool

    Wie wäre es, liebe Eltern, euren Kinder das beim Erziehen beizubringen und immer wieder sagen, sodass die Teenager vielleicht etwas begriffen haben und dann nicht immer die anderen schuld sein müssen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roli am 17.03.2017 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf rechts und links schauen

    Mit Nadel kommen die Jugendliche gut zurecht , warum nicht auf der Strasse , Nadel in den Händen über Fussgänger Streifen missachten , der Fahrer soll warten , es wundert mich nicht das die unter einem Auto Landen

    • Fabian am 19.03.2017 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Hmm

      Was hat denn Dieter Bohlens Ex damit zu tun?

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  • Female pothead am 16.03.2017 02:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Style oder doch handy...

    ... grade heute wieder gesehen: Fussgänger haben rot, eine ca 14 Jährige kommt auf einem Scooter angerollt und fährt ohne vom Handy hochzusehen quer über die Strasse. Die hatte dann echt noch den Mumm, den Herrn der eine Vollbremsung machen musste ( zum Glück auch noch konnte!) anzuschnauzen! Da helfen auch keine Reflektoren, bei solchen müsste ein neues Hirn rein!

  • jane77 am 15.03.2017 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vorbildfunktion

    man muss den kindern ein vorbild sein auch mit handykonsum im strassenverkehr. achtet mal wieviele menschen gar nicht mitbekommen was um sie herumläuft, weil sie mit gesenkten kopf und den augen aufs display gerichtet durch die strasse gehen

  • PROLLTRASH am 15.03.2017 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    yeah

    wie kleidet man sich als 7 jähriger denn stylisch? man kriegt die kleider ja von den eltern...da ist hopfen und malz verloren!?! ich habe immer helle kleider gekriegt. rote hosen und gelbe schuhe. dazu ein grünes t shirt und ein weisser pulli. heute weiss ich warum. man wird besser gesehen! dafür hatte ich im kindergarten die haare wie eine krone nach oben gegelt!#styleundso. das war in den 90ern und nullerjahren in XD

  • karin am 15.03.2017 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm....

    Sein und Schein zählt. Wieso braucht z.B. Mami einen SUV? Oder habt ihr schon mal einen SUV im Gelände fahren sehen? Es geht immer nur um Style und Protzen, wieso sollte also der Racker anders funktionieren?