Restaurant-Ruine Walensee

21. Juni 2016 05:54; Akt: 21.06.2016 08:43 Print

«Ein Privater hat keine Chance mit diesem Haus»

Das ehemalige Restaurant Walensee ist ein Geisterhaus. Bisher scheiterten alle Umbaupläne. «Das war absehbar», sagt ein Architekt. Kauft der Bund das Gebäude zurück?

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Käufer Heinz Peter Moravciks habe lange für das Projekt zur Umnutzung der ehemaligen Raststätte gespart, sagt Mirko Kapor (47), der Architekt, der zuständig für das Vorprojekt war. «Es war sein Lebenstraum.» Nun sei das Geld weg und das Gebäude gammle immer noch vor sich hin. «Es tut mir extrem leid für ihn.» Doch bereits nach der ersten Bestandesaufnahme habe sich herauskristallisiert, dass die Umsetzung des Projektes sehr schwer werde.

«Privatisierung war ein Fehler»

2014 kaufte die Firma Restwal aus Obstalden die ehemalige Raststätte Walensee und plante daraus unter der Leitung des Österreichers Moravciks ein Wohn- und Gewerbehaus. Doch daraus wurde bis heute nichts.

Das wundert Kapor überhaupt nicht. «Die Liegenschaft verursachte vor allem Probleme.» Eines davon war die Zufahrtsstrasse. Denn während das Grundstück von Staats- in Privatbesitz überging, blieb die Strasse zur Raststätte beim Bund. «Die Privatisierung des Grundstücks war ein grosser Fehler», so der Architekt. Eine Privatperson habe überhaupt keine Chance. Denn ein Zugang von einer Bundesstrasse zu einem Privatgrundstück sei fast unmöglich. Die einzige Lösung wäre also der Bau einer zusätzlichen Strasse gewesen. Doch: «Die Kosten wären sehr hoch gewesen. Und Platz hatten wir auch keinen.»

Sehr viel investiert

Auch der bergseitige Hang entpuppte sich als unüberwindbare Hürde, erinnert sich der Architekt. «Schon vor Jahren wurde dieser als gefährlich eingestuft. Jährlich kommen zig Kubikmeter Geröll herunter.» Und auch die Ein- und Ausfahrt entspreche nicht mehr den neuen verkehrsgesetzlichen Bestimmungen. «Die Strasse ist zu eng, zu gefährlich und zu kurz.» Das Tempo müsste dort mindestens auf 50 Kilometer pro Stunde angepasst werden. «Das würde einen enormen Stau verursachen.»

Das Bundesamt für Strassen (Astra) habe Moravciks darauf angeboten, die Raststätte zurückzunehmen. «Das Angebot war fair und kulant, aber er wollte nicht», so Kapor. Das sei irgendwie aber auch verständlich: Er habe, ohne überhaupt mit dem Bau zu beginnen, über 1,2 Millionen Franken investiert: «Aus Dringlichkeitsgründen musste zum Beispiel der Keller, der eher einer Pool-Indoor-Anlage ähnelte, trockengelegt und das triefende Flachdach saniert werden.»

Beim Astra wollte man keine Stellung nehmen.

(nab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mätte am 21.06.2016 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abriss

    So schade es auch ist, ich denke ein abriss wäre das beste. Dieses Haus ist ein Fass ohne Boden.

  • Peter G. am 21.06.2016 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade ...

    ... um das Gebäude und um das versickerte Geld. Ich komme nicht am Eindruck vorbei, dass der Investor etwas unvorsichtig zu Werke gegangen ist. Ein paar vorgängige Abklärungen hätten wohl vom Vorhaben abgehalten. Es führt vermutlich kein Weg am Abriss vorbei.

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  • Jane38 am 21.06.2016 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    schade für jene die visionen haben aber nicht mehr die mittel um sie umzusetzen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christoph am 22.06.2016 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    so ein MÜLL

    Für 1.2 Millionen hätte man die Bude besser gleich abgerissen. SO EIN SCHWACHSINN! Im Übrigen gibt es viele Fussgänger und Velofahrer. Dieses Publikum könnte auch angesprochen werden, statt nur immer das Gejammere mit der gefährlichen Autobahnein- und ausfahrt!

  • Vision am 21.06.2016 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alcatraz

    der Bund könnte da ein Gefängnis daraus machen, wir haben doch zuwenig davon.

  • Willem am 21.06.2016 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abreissen

    Was bringt es, eine solche Trauerkiste stehen zu lassen? Sie ist hässlich und unbrauchbar.

  • Geissenpeter am 21.06.2016 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das sieht so traurig aus

    wenn man Gebäude verlottern lässt. Wieso schalten sich nicht die Behörden ein? Die haben auch Interesse dass Touristen kommen.

  • Andy Honegger am 21.06.2016 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Ruine ist eine Ruine ist eine Ruine

    .. und bleibt es für immer. Diese Raststätte hätte nie verkauft werden dürfen. Es war von vornherein wohl klar, dass der Bund als Verkäufer bei so ziemlich jedem Projekt der erste gewesen wäre, der Einspruch erhebt und unlösbare Auflagen erteilt. Das war eine Frechheit. Für dieses Gebäude gibt es schlicht keine Nutzungsmöglichkeiten mehr.