Bergrennen Hemberg

24. August 2017 05:49; Akt: 24.08.2017 06:00 Print

Zahlt Richard Hammond für seinen Horror-Crash?

Dem Verein Bergrennen Hemberg wurde eine Busse von 5000 Franken auferlegt. Fans und Fahrer zeigen sich solidarisch. Und Crash-Pilot Hammond?

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«Die Reaktionen sind grossartig. Es haben sich Fans und Fahrer aus der ganzen Schweiz gemeldet, die etwas spenden wollen», erzählt Christian Schmid, OK-Präsident des Vereins Bergrennen Hemberg. Man sei zuversichtlich, die 5000 Franken Busse plus 1000 Franken Verfahrenskosten stemmen zu können. Noch vor zehn Tagen sah die Situation ganz anders aus. «Für einen ehrenamtlichen Verein ist das viel Geld», sagt Schmid. Durch die vielen Unterstützer sei es nun möglich, alles zu bezahlen. «Die Anteilnahme war verblüffend. Da fühlt man sich ein bisschen verstanden», sagt Schmid. Trotzdem sei noch unklar, ob das Bergrennen auch nächstes Jahr stattfindet.

Bergrennen Hemberg ist in Gefahr

Die Enttäuschung sei gross gewesen. Laut Schmid ist es nicht die Busse, die am meisten schmerze. Die Ausdrucksweise von Autosport Schweiz (ASS) habe den ehrenamtlichen Organisatoren mehr zugesetzt. Wenn man Aussagen wie «illoyal gegenüber der Sporthoheit» oder «rein monetärer Motivation» lese, zweifle das OK an einer Fortführung des Rennens. «Nicht zuletzt entzieht das Urteil viel Motivation und Energie, auch künftig so viele ehrenamtliche Stunden zu investieren», so Schmid.

Unter anderem schreibt ASS im Entscheid:«Als Organisator des Bergrennens Hemberg 2017 schloss der Verein aus rein monetärer Motivation mit der Produktionsfirma einen Vertrag, welcher in der Ausführung und Umsetzung die Interessen des Automobilrennsportes schädigte.»

Star baut Unfall

Auslöser für die Busse war ein Unfall, der sich am 10.Juni ereignete. Ex-«Top Gear»-Star Richard Hammond kam von der abgesperrten Rennstrecke ab und verunfallte schwer. Der Brite musste sofort ins Spital gebracht werden. Er hatte sich eine Verletzung am Knie zugezogen, die operiert werden musste. Sein Rimac Concept One, eine Rennbolide für rund eine Million Franken, ging in Flammen auf. Unfallursache dürfte ein Fahrfehler des 47-Jährigen sein. «Schon kurz nach dem Unfall gestand der Fahrer seinen Fehler ein», schreibt Schmid in einer Stellungnahme.

Produktionsfirma nicht erreichbar

Ob die Produktionsfirma und Richard Hammond etwas an die 5000-Franken-Busse zahlen, war am Mittwoch noch unklar. Bis jetzt ist laut Schmid kein Geld geflossen. Eine Anfrage von 20 Minuten bei Hammonds Produktionsfirma blieb bislang unbeantwortet. «Wir fänden es eine schöne Geste, wenn sie einen Batzen daranzahlen würden», sagt der OK-Präsident Christian Schmid.

(and)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lebensarchitekt am 24.08.2017 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich und keine Frage!

    Jeder der einen Crash verursacht zahlt den Schaden - auch wenn er Richard Hammond oder anders heisst!

  • Mani Motz am 24.08.2017 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erklärungssuche.

    Vielleicht will sich Autosport Schweiz selber abschaffen oder sie haben sich gar den VCS angeschlossen.

  • Blueyonder am 24.08.2017 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spiess

    Interessant wie hier mit ungleichen Spiessen gehandelt wird. Bei einem Normaltouristen hätte es dann mindestens geheissen, "Ihre Fahrbewilligung für die Schweiz wird aberkannt."

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Nötzli am 24.08.2017 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Riesentheater - Versicherung

    Riesentheater - ist der Fahrer / Veranstalter nicht versichert ?! Fahrlässig .... und ist der Verband eventuell nicht solidarisch hinter dem Veranstalter - sondern wie viele Verbände nur Ein geldgieriger Abzocker ?!!! Ich denke ja ...

  • Gusti Gummel am 24.08.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Grob fahrlässig und leider uneinsichtig

    Leider muss ich es Herrn Schmid und seinen Befürwortern noch einmal klar sagen, dass Auto Sport Schweiz (ASS) absolut richtig, entsprechend dem Int. Sportgesetzes und den eigenen, verschärften Vorschriften in den letzten Weissungen des Veranstalters Hemberg 2017, gehandelt hat. Dem Veranstalter des Bergrennens und seinem gesamten Team ist es hoch anzurechnen, dass man dieses Bergrennen wieder aktivieren konnte. Chapeau. Einen Hammond, ohne feuerfeste Kleidung, Unterwäsche etc. im Kurzarmhemd mit Turnschuhen und Jeans, rennmässig mit einem 1200PS Boliden starten zu lassen, ist grob fahrlässig!

  • A.J. am 24.08.2017 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Regelverstösse werden gebüsst

    "Der Verein hätte gewusst und pflichtwidrig akzeptiert, dass die Demofahrten am Bergrennen Hemberg 2017 nicht gemäss der eigenen Ausschreibung Lit. E und nicht gemäss Art. 6 ISG durchgeführt wurden, was u.a. einen Einfluss auf die Sicherheit hatte. Zudem hätte es der Verein unterlassen, den Sportverband und Träger der Sporthoheit über die wesentlichen Änderungen gegenüber der Ausschreibung zu informieren und diese korrekt im Programmheft zu publizieren, wodurch er sich auch illoyal gegenüber der Sporthoheit verhalten hat."

  • Bigi 62 am 24.08.2017 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich

    Wär nicht mehr als Anstand schlussendlich hat er den Unfall verursacht und nicht die Veranstalter.

  • Roger am 24.08.2017 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrer selber schuld...

    Ich frage mich, weshalb der Organisator schuld sein soll, wenn der Fahrer sein Auto nicht beherrscht? Hanmond soll die 6000.- selber zahlen, er hat ja genug Kohle.