Ostschweiz

02. Juni 2016 18:17; Akt: 02.06.2016 18:29 Print

Vegane Bratwurst aus Tofu eckt bei St.Gallern an

Die Tibits-Gründer Daniel und Reto Frei wollen eine vegane St. Galler-Tofu-Bratwurst lancieren. Die Sortenorganisation und Metzger sind äusserst skeptisch.

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Sie gehört zu St. Gallen wie das Kloster: Die Bratwurst. Klassisch wird dafür Brät aus Kalb-, Schweinefleisch, Speck und Milch sowie Gewürzen in Därme abgefüllt. Doch zwei Rheintaler wollen eine Alternative bieten: Die Brüder Reto und Daniel Frei werden Ende 2017 den St. Galler Standort der Veggie-Restaurant-Kette Tibits eröffnen. Auf dem Buffet soll dann auch eine vegane St. Galler Tofu-Bratwurst stehen,wie der «Rheintaler Bote» am Mittwoch berichtete.

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«Damit wollen wir die Hemmschwelle für Leute senken, die zum ersten Mal in ein Tibits kommen und noch gewisse Berührungsängste mit vegetarischen Restaurants haben», erklärt Tibits-Mitgründer Reto Frei. In Zürich biete man auch Züri-Geschnetzeltes aus Tofu und in Bern Berner-Rösti aus Gemüse an.

Damit habe man gute Erfahrung gemacht: «80 Prozent unserer Gäste sind Fleischesser.» Tofu-Geschnetzeltes und -Bratwurst seien mit einem Augenzwinkern oder als Gaumenspiel zu verstehen. Die Entwicklung der Wurst stecke auch noch in den Kinderschuhen. «Geschmacklich sind wir gut unterwegs, doch bei Röstung und Biss müssen wir uns noch verbessern», so Frei.

Geschützter Name

Nachbessern müssen die Tibits-Mitbegründer wohl auch beim Namen. Denn die Bezeichnung St. Galler Bratwurst ist geschützt.
«Tofu und St. Galler Bratwurst – das geht gar nicht», sagt
Urs Bolliger, Geschäftsführer der Sortenorganisation St. Galler Bratwurst. «Die St. Galler Bratwurst ist nämlich im Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen eingetragen.» Im dazugehörigen Pflichtenheft sind die Zutaten klar geregelt. Wie die Wurst ohne Milch die schöne Röstbräune bekommen soll, ist für ihn schleierhaft. «Die Farbe kommt vom Milchzucker. Milch ist aber nicht vegan.» Vielleicht müsse man dann die Röstbräune aufmalen, scherzt Bolliger.

Mit einer St. Galler Tofu-Bratwurst werde Schabernack mit Kulturgut getrieben: «Bratwurst, Bürli, Bier – das gehört so zusammen. Tofu passt da nicht dazu.» Und die Wurst müsse doch nach Fleisch und Grill schmecken. Wieso man dauernd versuche, Fleischgerichte in veganer oder vegetarischer Form anzubieten, verstehe er nicht.

Auch Peter Egger ist skeptisch: «Man kann alles machen mit Tofu. Mir schmeckt das aber nicht», so der Metzgermeister und Gastronom aus Berneck SG. Dass eine Tofu-Wurst erfolgreich werden kann, bezweifelt er: «Der Geschmack einer Wurst kommt vor allem vom Speck. Ohne Speck kriegt man keine rechte Wurst hin.» Aber vielleicht lasse sich die Tofu-Wurst trotzdem gut verkaufen. Er werde aber nie eine herstellen: «Tofu kommt mir nicht in die Wurst!»

Ultimative Lobhudelei über die St. Galler Bratwurst:

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 02.06.2016 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    und wieder einmal...

    ...muss veganes essen so aussehen als wäre es fleisch und dann auch noch den selben namen bekommen. das ergibt für mich einfach keinen sinn. macht doch klötzchen in 5x5cm daraus und nennt es "st. galler chlötzli". dann stört sich auch keiner daran, wenn es aus irgend was anderem als fleisch ist...

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  • Steve Ti am 02.06.2016 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht konsequent

    Veganer sollten ihren eigenen food kreieren anstatt alles was nicht vegan ist mit ihren körner und samen zurechtzuformen. Wenn schon veganer dann auch nicht ein produkt essen was aussieht wie ein fleischprodukt. Als nöchstes kommt ein veganes spiegelei.

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  • Mira am 02.06.2016 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    eine richtige oder keine

    Entweder eine richtige Bratwurst oder keine. Diese Veganer sollen doch Salat essen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bäumli am 03.06.2016 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch das noch

    Vielleicht ist Fleisch zu essen als Fleisch denken

  • Das Brot am 03.06.2016 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht...

    ... wozu brauchen Veganer/Vegetarier Zeug, das aussieht (und auch noch möglichst schmeckt) wie Fleisch? Das macht doch keinen Sinn... Soll sich jeder ernähren wie er will, aber was zum Geier soll diese "Salatschnitzel"-Macherei?

  • Edith Zellweger am 03.06.2016 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Tipp von einer Metzgerstochter

    "ESST VEGAN", den Tieren, der Umwelt und der Gesundheit zuliebe!!

    • zum Glück gibts Tibits am 03.06.2016 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Edith Zellweger

      Danke für diese treffende kurze Statement. Alles andere ist heutzutage verantwortungslos, egoistisch und erbarmungslos.

    • Irma Duss am 03.06.2016 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Edith Zellweger

      eben genau DAS nervt mich, immer dieses werben sich vegan zu ernähren! das tun die fleischesser und vegetarier auch nicht!

    • Das Brot am 03.06.2016 15:34 Report Diesen Beitrag melden

      Dir ist schon bewusst...

      ... dass du als Metzgerstochter unter einer Brücke, im Karton aufgewachsen wärst, würden sich alle an deinen Tipp halten oder?

    • Reini am 03.06.2016 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Irma Duss

      Kennen die Veganer das Wort Toleranz nicht?

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  • Simi am 03.06.2016 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tofu vs Fleisch

    Von mir aus kann jeder essen wer will. Was ich aber nicht verstehe ist, Veganer verachten Fleisch und Fleischesser aber warum muss das Tofu immer nach Fleisch aussehen? Ist doch ein Widerspruch.

    • Lunita am 03.06.2016 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Simi

      Ich probiers dir mal aus meiner Sicht zu erklären: Als ich 12 war, sah ich, wie ein Pferd geschlachtet wurde. An diesem Tag sagte ich zu meiner Mutter, dass ich nie mehr Fleisch essen werde, weil ich nicht will, dass ein Tier für mich sterben muss. Und so ist das bis heute (unterdessen bin ich 36-ig). Obwohl ich Fleisch vom Geschmacklichen her mag, esse ich es nicht, weil mir die Vorstellung, dass es sich dabei um ein totes Tier handelt, ablöscht. Ich esse aber gerne Fleischersatz-Produkte, weil ich, wie gesagt, den Geschmack mag, es sich aber dabei nicht um eine Tierleiche handelt.

    • Lunita am 03.06.2016 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Simi (Teil 2)

      Ah, und ich verachte übrigens weder Fleisch noch Fleischesser, jeder muss selber entscheiden, was er isst. Aber auch ich als Vegi (weshalb ich Vegi bin siehst du im anderen Kommentar) habe ab und zu Lust auf eine Lasagne oder Zürcher-Geschnetzeltes. Anstatt dafür auf ein totes Tier zurückzugreifen, kaufe ich Gehacktes oder Geschnetzeltes aus Fleischersatz. Auch brätle ich gerne eine Wurst über dem Feuer, einfach halt keine aus totem Tier. Ist doch völlig legitim, oder? ;-)

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  • Irma Duss am 03.06.2016 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    veganer, macht es, aber hört auf mit eurem werben

    von mir aus sollen veganer essen wie und was sie wollen, ist mir völlig egal... was mich aber extrem nervt ist diese penetrante werberei, man soll sich vegan ernähren wegen diesem und jenem und alles andere wäre ja fast wie ein "verbrechen".. DAS stört mich an dieser ganzen veganen geschichte!