Frauenfeld

03. März 2016 17:40; Akt: 03.03.2016 18:23 Print

Cyber-Attacke – Pegida-Computer lahmgelegt

Böse Überraschung für die Schweizer Pegida-Chefs: Als sie ihre Demo vom Samstag absagen wollten, waren ihre Websites und Computer gehackt worden. Die Spur führt nach Basel.

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Mit grossen Tönen hatte Pegida-Schweiz-Präsident Mike Spielmann Ende Januar auf Facebook eine Demo angekündigt: «Pegida Schweiz in der Hauptstadt vom Kanton Thurgau – Frauenfeld wir werden kommen!» In der Ankündigung dazu wurden deutliche Worte gewählt: «Die Demo findet auch ohne Bewilligung statt! Was die Linken können, können wir ab sofort auch.» Damals nahm Spielmann die juristischen Konsequenzen noch furchtlos in Kauf.

Davon kann keine Rede mehr sein. Die Stadt Frauenfeld erteilte der Pegida eine Abfuhr: Sie lehnte das Gesuch für eine Kundgebung am 5. März auf dem Mätteli ab. «Ich wurde mit Regressansprüchen von bis zu einer Viertelmillion Franken für den möglichen Polizeieinsatz am Samstag konfrontiert», sagt Mike Spielmann, der Präsident der Pegida Schweiz, auf Anfrage. Zudem würde eine illegale Demonstration strafrechtliche Folgen haben und zur Anzeige gebracht werden.

«Man will uns sabotieren!»

Die Einschüchterung durch die Behörden wirkte: Pegida machte einen Rückzieher und wollte die Demo absagen. Doch da stellte sich das nächste Problem: «Wir konnten die Absage nicht kommunizieren, da wir unter einer immensen Cyber-Attacke standen», sagt Spielmann. Sämtliche Server, Home-Rechner und E-Mail-Accounts der Schweizer Pegida-Anführer Ignaz Bearth, Tobias Steiger und Mike Spielmann seien gehackt worden. «Unsere Website wurde für mehrere Tage komplett lahmgelegt. Wir mussten sie neu aufsetzen.» Die Angriffe hätten die Organisation mehr als 4000 Franken gekostet. Doch die Pegida habe die IP-Adresse der Hacker zurückverfolgen können. Spielmann: «Sie führte zur Uni Basel.»

Auch auf Facebook ist man bei Pegida nicht gut zu sprechen. «Facebook hat alle 15 Admins einer unserer Facebook-Seiten unbegründet gesperrt», wettert Spielmann. Aus seiner Sicht eine ungerechtfertigte Kollektivstrafe: «Man will uns sabotieren und operiert mit allen Mitteln gegen uns.» In der Zwischenzeit habe man die Demo öffentlich absagen können, so Spielmann.

Auch ausserhalb der sozialen Medien wurde Spielmann attackiert. «In der Nacht auf Mittwoch haben Sprayer das Wohnhaus, in dem ich mit meiner Familie lebe, beschmutzt», so Spielmann am Donnerstag. Der Thurgauer will aber nicht aufgeben: «Die Pegida wird weiter für eine Demo kämpfen.»

(afa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sabrina am 03.03.2016 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Recht auf eine Demonstration habe alle - auch

    Wir leben nicht in einem totalitären Staat und in einer Demokratie muss auch einer Minderheit die Möglichkeit gegeben werden, sich zu äussern. Ob dies eine öffentliche Kundgebung ist oder eine andere politische Aktion. Auch wenn mir die Pediga zu weit geht, soll sie ebenfalls sich äussern können, wie andere Gruppierungen auch.

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  • Waggis am 03.03.2016 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum erstaunlich

    Weder pro noch con zur Pegida aber eine , radikale "elitäre" Anti Tendenz ist offensichtlich. Anstatt das Gespräch zu suchen schreiten sie zur Cyper Gewalt. Meine Damen und Herren angehenden Akademiker: Actio e reactio oder nicht. Es erstaunt mich gar nicht, dass offenbar die Hackerei aus der Uni Basel kommt.

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  • Der Sepp am 03.03.2016 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur gerede

    Nein, das glaube ich nicht. Die Hacker haben die IP sicherlich verschleiert. Die werden wohl wissen was sie machen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Il.U am 04.03.2016 00:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mhhh

    wie ist den das passiert oder, wie konnte das passieren? ich frage mich einfach zu viel, also, ehmm, keine ahnung wie das passieren konnte

  • Der Sepp am 03.03.2016 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur gerede

    Nein, das glaube ich nicht. Die Hacker haben die IP sicherlich verschleiert. Die werden wohl wissen was sie machen

  • Waggis am 03.03.2016 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum erstaunlich

    Weder pro noch con zur Pegida aber eine , radikale "elitäre" Anti Tendenz ist offensichtlich. Anstatt das Gespräch zu suchen schreiten sie zur Cyper Gewalt. Meine Damen und Herren angehenden Akademiker: Actio e reactio oder nicht. Es erstaunt mich gar nicht, dass offenbar die Hackerei aus der Uni Basel kommt.

    • Alex K am 03.03.2016 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Waggis

      schon mal überleg dass nur weil es an der uni ist nicht zwangsläufig studenten waren? ein hacker kann sich locker an einem unicomputer anmelden...

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  • Sabrina am 03.03.2016 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Recht auf eine Demonstration habe alle - auch

    Wir leben nicht in einem totalitären Staat und in einer Demokratie muss auch einer Minderheit die Möglichkeit gegeben werden, sich zu äussern. Ob dies eine öffentliche Kundgebung ist oder eine andere politische Aktion. Auch wenn mir die Pediga zu weit geht, soll sie ebenfalls sich äussern können, wie andere Gruppierungen auch.

    • Alex K am 03.03.2016 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sabrina 

      Grundsätzlich ja.Aber Pegida ist nicht einfach eine Demonstration sondern ein Aushängeschild für Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz. Das darf es in der Schweiz nicht geben.

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