Schon wieder

14. Juli 2013 18:59; Akt: 15.07.2013 08:53 Print

Handy-Akku geht in Flammen auf

Ist die Hitze schuld? Das Handy eines Leser-Reporters aus Heerbrugg SG explodierte auf dem Weg in die Badi. Erst vor wenigen Tagen wurde eine 18-Jährige bei einem ähnlichen Fall schwer verletzt.

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Am 5. Juli ging das Smartphone von Fanny Schlatter aus La Chaux-de-Fonds in Flammen auf. Die 18-Jährige zog sich schwere Verbrennungen am Oberschenkel zu, weil ihre Hose brannte. Dieses Mal geschah es in Heerbrugg SG: Das Handy von Erhat Kurtishi explodierte in der Tasche seiner Frau. «Wir waren mit dem Roller auf dem Weg in die Badi, sie hatte die Tasche mit unseren Sachen hinter sich deponiert», sagt der 27-Jährige. Als die beiden ankamen, roch es nach Verbranntem. «Ich dachte zuerst, es sei der Roller», so Kurtishi.

Als seine Frau (22) jedoch die Tasche aufhob, entdeckte sie ein Loch darin: Der Akku des Handys war explodiert und hatte das Gerät in Flammen gesetzt, Kurtishis mazedonischer Pass war teilweise verbrannt. Die beiden hatten allerdings Glück im Unglück: Durch den Brand war auch ein Loch in der Sonnencreme entstanden, die Tube schmolz und die flüssige Creme löschte den Brand.

War es zu heiss für den Akku?

Das Paar war von Heerbrugg über die österreichische Grenze in die Badi gefahren und wandte sich auf dem Rückweg an einen Zollbeamten. «Wir wussten nicht, was wir tun sollten, mein Pass war nicht mehr zu gebrauchen», so Kurtishi. Der Zöllner schickte die zwei auf die Polizeistation Widnau SG, doch dort konnte man ihnen nicht weiterhelfen. «Wir müssen mit dem Konsulat Kontakt aufnehmen.» Und sich wohl auch ein neues Handy besorgen. Sich bei Samsung beschweren will Kurtishi nicht – «da kommen wir nicht weit».

Wieso das Handy explodierte, ist unklar. Möglich ist, dass es mit der Hitze zusammenhängt. «Wenn ein Handy hohen oder sehr tiefen Temperaturen ausgesetzt wird, kann es explodieren. Das ist aber extrem selten», sagt Marcel Held, Akku-Experte bei der Empa. Am wohlsten fühle sich ein Akku bei Zimmertemperatur. Held rät zudem: «Man sollte sicher nur Original-Akkus und -Ladegeräte verwenden.» Samsung will jetzt Kontakt mit Kurtishi aufnehmen. «Solange das Handy nicht untersucht worden ist, können wir aber noch nichts sagen», so Sprecherin Mirjam Berger.

(tab/hal)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schutz Hülle am 14.07.2013 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Schutzhüllen

    Schlecht gemachte Schutzhüllen führen oft zu Hitzestaus. Auf praktisch allen Bildern von "explodierten" Handies sieht man solche Schutzhüllen. Da kann der Hersteller auch nichts für

  • Samsungnutzer am 15.07.2013 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Bereich Fotokamera wird heiss!!!

    Ich habe es verschiedentlich schon festgestellt, dass bei meinem SAMSUNG S2 im Bereich der Fotokamera extrem heiss wird. Ich werde NIE mehr ein SAMSUNG kaufen, da diese Geräte einfach zu billig gemacht sind. Sorry, aber ich bin kein Fan mehr von SAMSUNG

  • Kudi am 14.07.2013 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ach bei Jets möglich

    Dreamliner lässt grüssen!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans am 16.07.2013 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Erklärung 2

    Die Firma Evonik hat einen flexiblen keramischen Separatormembran entwickelt, welcher die beiden Eigenschaften vereint. Eine weitere Sicherheitsvorkehrung sind die Sollbruchstellen bei Akkus, sollte die Temperatur und damit der Druck im Inneren zu hoch werden, reißt der Akku auf, bevor er explodiert. Im ungünstigsten Fall treten Gas oder Flüssigkeiten aus und fangen Feuer.

  • Hans Meier am 16.07.2013 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Erklärung

    Ein Handy Akku besitzt einen sogenannten Seperator. Hier setzt man mikroporöse Membranen ein, um den Ionendurchgang zu ermöglichen. Dabei handelt es sich meist um polymere Folien. Da diese Folien zwar sehr gute elektrochemische Eigenschaften, aber nur eine geringe Temperaturbeständigkeit (etwa 120 °C) aufweisen, werden auch hitzebständige mikroporöse keramische Separatoren eingesetzt. Deren Bruchempfindlichkeit schränken die Einsatzmöglichkeiten allerdings auf stationäre Anwendungen stark. Der Separator hat die Aufgabe einer Barriere, die die beiden Elektroden elektrisch voneinander isoliert.

  • Armin Hans am 15.07.2013 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch reagiert beim Mädchen

    Beim Mädchen mit der brennenden Hose hat man zusätzlich einen Fehler begangen: Man darf nie Kleidungstucke entfernen, damit entfernt man haut welche evtl. zu retten gewesen wäre. Im schlimmsten Fall drüber urinieren wenn kein Wasser zum löschen da ist und schleunigst zum Notfall und immer mit Wasser kühlen.

  • Chris am 15.07.2013 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Interessante Geschichte, da sich der Akku bei diesem Samsung Smartphone doch an einem völlig anderen Ort befindet. Nächstes Mal eine etwas bessere, überlegtere Geschichte ausdenken um nach "Schadensersatz" klagen zu können. ;-)

    • AndroidSHQIP.net am 15.07.2013 23:38 Report Diesen Beitrag melden

      NICE ONE

      You sir,made my day! :)

    einklappen einklappen
  • Batterie am 15.07.2013 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boing Dreamliner

    Ob Boings Dreamliner oder Handys mit Lithium Ionen Batterien, haben doch alle das gleiche Problem. Diese Firmen kaufen doch die Batterien alle vom selben Hersteller