Bergrennen Hemberg

14. August 2017 07:37; Akt: 14.08.2017 09:52 Print

Verein kassiert Busse wegen Hammond-Unfall

Ex-«Top Gear»-Star Richard Hammond verunfallte am diesjährigen Bergrennen Hemberg. Nun muss unter anderem der zuständige Verein 5000 Franken Busse zahlen.

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Am 10. Juni 2017 kam es am Bergrennen Hemberg zu einem schweren Unfall. Beim verunfallten Fahrer handelte es sich um den ehemaligen «Top Gear»-Star Richard Hammond. Hammond fuhr einen weissen Rimac Concept One – ein Elektro-Sportwagen mit 1088 PS und 1600 Nm Drehmoment –, als er von der abgesperrten Rennstrecke abkam.

Nach dem Unfall wurde er im Kantonsspital St. Gallen am Knie operiert.

Mehrere Urteile

Auto Sport Schweiz hat den Unfall im Rahmen der Demofahrten des Rennens untersucht und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Die hierfür relevanten Reglemente und Anwendungen sind u.a. die Ausschreibung der Veranstaltung, das Jahrbuch Automobilsport sowie das Internationale Sportgesetz (ISG) der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA).

Das Fazit: Der Verein Bergrennen Hemberg kassiert eine Busse in Höhe von 5000 Franken plus 1000 Franken Verfahrenskosten. Urteile gibt es aber auch gegen den Zeitnehmer, drei Sportkommissare und den Rennleiter. Am Montagvormittag wurden sie auf der Website von Auto Sport Schweiz veröffentlicht.

Fehler lag bei Fahrer

In der Urteilsbegründung gegen den Verein Bergrennen Hemberg heisst es: «Als Organisator des Bergrennens Hemberg 2017 schloss der Verein aus rein monetärer Motivation mit der Produktionsfirma einen Vertrag, welcher in der Ausführung und Umsetzung die Interessen des Automobilrennsportes schädigte.» Vor allem seien die Interessen der Produktionsfirma höher gewertet worden als der sichere und zeitgerechte Ablauf der Rennsportveranstaltung. Der Verein hätte gewusst und pflichtwidrig akzeptiert, dass die Demofahrten am Bergrennen Hemberg 2017 nicht gemäss der eigenen Ausschreibung Lit. E und nicht gemäss Art. 6 ISG durchgeführt wurden, was u.a. einen Einfluss auf die Sicherheit hatte. Zudem hätte es der Verein unterlassen, den Sportverband und Träger der Sporthoheit über die wesentlichen Änderungen gegenüber der Ausschreibung zu informieren und diese korrekt im Programmheft zu publizieren, wodurch er sich auch illoyal gegenüber der Sporthoheit verhalten hat.

Der Verein Bergrennen Hemberg hat bereits reagiert und eine Stellungnahme zum Urteil per Mail versandt. «Mit Erstaunen und Befremden muss das Bergrennen Hemberg den Entscheid von Autosport Schweiz (ASS) zur Kenntnis nehmen», heisst es darin. Besonders schmerzlich seien die Vorwürfe, die Verantwortlichen hätten sich «illoyal gegenüber der Sporthoheit» verhalten und aus einer« rein monetärer Motivation» einen Vertrag mit der TV-Produktionsfirma abgeschlossen.

Hinzu komme, dass Hammond schon kurz nach dem Unfall seinen Fehler eingestand. «Die TV-Produktionsfirma lobte ausdrücklich den vorbildlich verlaufenen Rettungseinsatz und das perfekte Zusammenspiel der Vereins- und Blaulicht-Organisationen», heisst es in der Stellungnahme des Bergrennens weiter. Weder die amtliche Bewilligungsbehörde, noch die anwesende Polizei, noch die Staatsanwaltschaft haben dem Verein oder den Verantwortlichen Fehler zur Last gelegt.

Die Verantwortlichen würden keine objektiven oder faktischen Grundlagen sehen, die die Vorwürfe des ASS stützen würden. Dennoch werde man nicht gegen das Urteil rekurrieren. Das sei dem ehrenamtlich agierenden Verein gar nicht möglich. «Wie es nun mit dem Bergrennen Hemberg weitergeht, ist Teil zahlreicher Gespräche im Team und wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen», schreiben die Verantwortlichen.


(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim und struppi am 14.08.2017 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drei Fragezeichen

    Interessant... Hammond baut den Unfall, findet den Fehler bei sich und der Verein muss Busse zahlen??? Was für eine verkehrte Welt.... Manchmal fällt es mir wirklich schwer diese Welt zu verstehen

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  • Marco am 14.08.2017 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verursacher

    Anständig wäre ja wenn das der Verursacher des Unfalls oder seine Produktions Firma diese 6000.- bezahlen würde. Kohle haben die genug.

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  • spip am 14.08.2017 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz ist Weltmeister!!! Im Bussen aussprechen..

    Ich bin begeisterter Motorsport-Fan und bin verärgert über die "ASS". Immer wenn etwas passiert werden Bussen oder Sperren verhängt!! Ist den offiziellen der "ASS" langweilig??? Der Unfall ist ja nicht absichtlich passiert, also wozu dann die Bestrafung?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Realisr am 24.08.2017 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum heulen

    Sorry aber wenn der Verein die 5000Fränkli nicht zusammenkriegt wär Töfflirennen oder Kegeln die bessere Wahl! Fahre selbst Autorennen und weiss wieviel Geld in den Wagen steckt und Vereinsmitglieder sind einfach zu geizig um was beizusteuern! Bei 20 Mitgliedern kostet das 250.-.. Klar wär es eine schöne Geste, wenn Hammond zahlen würde! Doch ich nehme an, dass dank ihm mehr Zuschauer kamen, assen und tranken und er das Ganze ohne Gage tat!

  • Josef am 18.08.2017 23:27 Report Diesen Beitrag melden

    Strafe an Hammond

    Der einzige der hier eine Busse verdient hat, ist Richard Hammond. Der Unfall passierte deutlich nach der Zieldurchfahrt. Und jedem Rennfahrer ist klar, dass man sofort nach der Zieldurchfahrt verlangsamen muss. Das ist so Vorschrift und es war ein krasser Fahrfehler noch dazu. Was kann hier der Veranstalter dafür, wenn Einer die Regeln so verletzt?

  • Ricco G. am 18.08.2017 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sporthoheit

    Da sind wieder einmal, supergescheite Sportfunktonäre, die sich in der Ehre verletzt fühlen. Der Grund ist doch einfach dass der ASS nicht mitverdienen konte, also Neid, wie so vielmals im Sport.

  • Marco am 14.08.2017 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    zwei Paar Schuhe

    Es ist schon lustig wie die meisten gegen den ASS schimpfen. Schlussendlich ist es aber so, dass der Unfall an sich nichts mit der Busse zu tun hat. Die Busse wurde ausgestellt, da sich der Organisator nicht an die internen und externen Vorschriften gehalten hat. Dies sicherlich auch aus image oder finanziellen Gründen. ist ja klar gibt es diese Vorteile bei der Teilnahme eines Top Gear Mitwirkenden mit Filmteam. Also ist eine Bestrafung gerechtfertigt. Über die Höhe lässt sich streiten und ist der vorausgegangenen Entschädigung für den Auftritt anzupassen. Also für uns schwierig zu beurteilen

    • Besucherin am 14.08.2017 15:00 Report Diesen Beitrag melden

      Ungerechtes Urteil

      Wenn man sieht, mit wieviel Herzblut die Mitglieder dieses Vereins einen solchen Anlass stemmen und wieviel Geld zum Schluss übrig bleibt, verdient dieser Verein eher einen Orden als eine Busse. Wenn sich ein paar Berühmtheiten am Bergrennen zeigen, kann das doch nur als gutes Marketing eines solchen Events gewertet werden. Dass der ASS den Verein derart bestraft, löst bei mir nur Kopfschütteln aus und setzt m.E. einen Präzedenzfall an alle Veranstalter solcher Anlässe, lieber die Finger davon zu lassen. Schade.

    • Marco am 14.08.2017 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt.

      Da gebe ich Ihnen absolut recht. Es ist wichtig, dass solchen Spezialteilnahmen Platz gewährt wird und dies auch finanziell mithilft die Veranstaltungen weiter zu betreiben. Nur können dazu die Vorschriften nicht ignoriert werden. Schön wäre, wenn es eine Verwarnung getan hätte mit einer Busse auf Bewährung. Es ist aber so, dass die Vorschriften eingehalten werden müssen. Mir geht es mehr darum, dass auch der ASS nun nicht einfach als der Böse hingestellt werden kann. Da finde ich die Idee mit dem Spendenkässeli gar nicht so verkehrt, dann zeigt sich die Verbundenheit zum Event.

    • Innerschweizer am 14.08.2017 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Besucherin

      Richtiges Urteil, klar sollen Prominente an so einem Rennen fahren dürfen, aber für sie gelten die gleichen Regeln wie für alle andern, es darf nicht sein das man nur genug Zahlen muss und die Regel gelten nicht mehr.

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  • Eddy Huser am 14.08.2017 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit dieses Urteil

    Kopf hoch Veranstalter. Topp Veranstaltung. Lasst euch nicht entmutigen von den Schreibtischtätern.