Säntispark

10. Januar 2017 09:07; Akt: 11.01.2017 08:32 Print

«Meine ganze Badehose wurde dabei zerrissen»

In der neuen Rutschenwelt im Säntispark in Abtwil SG kam es am Sonntag zu einem Unfall. Eine Gehirnerschütterung, ein kaputter Fuss und Rückenprellungen waren die Folge.

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Beim Wirbelwind im Säntispark kam es am Sonntag zu einem Unfall. (Bild: Screenshot/Youtube Rutscherlebnis.de)

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«Es war unser zweiter Besuch nach der Eröffnung », sagt der St. Galler Amun Mekkawy gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Er, sein Cousin und ein weiterer Kollege waren am Sonntag um 20.45 Uhr in der neuen Rutschenwelt im Säntispark. Die drei gingen auf die Bahn Wirbelwind, wo es danach zu einem folgenschweren Zwischenfall kam.

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«Vor uns stiegen zwei Personen verbotenerweise mit Gummireifen in die Rutsche, danach waren wir an der Reihe», sagt Mekkawy. Er rutschte los, prallte auf die Reifen und blieb stecken, wie das «Tagblatt» schreibt. Er wollte seinen Cousin mit Schreien warnen – vergeblich. Der Cousin stiess ihm direkt in den Rücken. «Danach sassen wir beide fest.» Irgendwie gelang es Mekkawy, sich zu befreien. «Meine ganze Badehose wurde dabei zerrissen.»

Niemand habe etwas unternommen

Sogleich habe er Hilfe gesucht. Doch obwohl er zwei Angestellten den Zwischenfall geschildert habe, habe niemand etwas unternommen. Er selbst habe dann einen Warnkegel vor den Rutscheneingang gestellt. Sein Cousin sowie drei weitere Personen sassen immer noch fest. Vom Zwischenfall habe der Cousin zahlreiche Rückenprellungen davongetragen, sein Kollege habe sich die Nase gebrochen und eine Jugendliche habe sich eine Prellung am Fuss zugezogen. Mekkawy selbst erlitt eine Gehirnerschütterung.

«Unglaublich, dass so etwas passieren konnte. Niemand wusste, was zu tun war. Das ist einfach nur grobfahrlässig und verantwortungslos», sagt Mekkawy zum «Tagblatt». Zudem sei nirgends ein Warnschild aufgestellt gewesen, dass das Rutschen mit Gummireifen verboten sei. Nach dem Vorfall sei die Rutschbahn wieder geöffnet worden, als wäre nichts passiert.

Natalie Brägger, Mediensprecherin des Säntisparks, hat Kenntnis vom Vorfall. «Wir bedauern diesen Vorfall sehr, insbesondere weil dadurch unschuldige Personen zu Schaden gekommen sind», heisst es am Dienstag in einer Medienmitteilung. Den Verantwortlichen sei es äusserst wichtig, die Sicherheit in der Rutschenwelt jederzeit zu gewährleisten.

Videobilder ausgewertet

Weiter heisst es in der Mitteilung, dass inzwischen die Videobilder ausgewertet wurden. Der im Überwachungsraum tätige Bademeister habe den Kontrollraum verlassen, um sich um Gäste zu kümmern, die sich nicht an die Regeln hielten. Genau gleichzeitig seien zwei weitere Gäste unerlaubter Weise mit Reifen in die Wirbelwind gegangen. «Da unser Bademeister zu dieser Zeit nicht im Kontrollraum war und der Bademeister auf der Startebene mit anderen Gästen beschäftigt war, konnte im vorliegenden Fall niemand eingreifen», so Brägger. Die Gäste mit den Reifen seien während dem Rutschen von den Reifen gefallen und hätten sich anschliessend nicht um die festgeklemmten Reifen gekümmert. So kam es zum Zwischenfall.

«Als unsere Bademeister auf das Problem im Wirbelwind aufmerksam wurden, haben sie die entsprechende Rutschbahn sofort gesperrt», so Brägger. Die verletzten Personen seien betreut worden. Den Vorwurf, dass keine Warnschilder angebracht seien, weist sie von sich. Der Vorfall werden nun intern analysiert und die Mitarbeitenden entsprechend sensibilisiert, damit so etwas nicht mehr vorkommt.

20 Minuten war bei der Eröffnung der neuen Rutschenwelt vor Ort. Hier ein Video:

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Radix am 10.01.2017 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sich nicht an

    Betriebsvorschriften halten ist wie Skifahren abseits der markierten Pisten- auf eigene Gefahr. Damit noch Andere mit reinziehen ist dann noch das Sahnehäubchen.

  • Tim Segmüller am 10.01.2017 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    Ein Bereich in dem nie gespart werden soll, ist die Sicherheit. Sowohl technisch als auch beim Personal!

  • MichaelZH am 10.01.2017 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Steht da keine Aufsichts- Person vor den rutschen und überwacht das einsteigen ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • BVBkusi am 11.01.2017 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt die frage

    Fehlt bei dieser rutsche eine ampel wann der nägste rutschen dürfte.und was hat die jenige pers.mit dem reifen dort zu suchen gehapt?

  • Elch.Test am 10.01.2017 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Denken gibt es keine App

    Wenn ich schon weiss, dass Gummireifen in dieser Rutsche nicht erlaubt sind, dann steige ich nicht noch hinterher und nehme ein Risiko auf mich. Also überlegt das nächste mal was zu tun ist - ob auf der Rutsche, auf dem gefrorenen See, vor dem Rotlicht ... .

  • Annie94 am 10.01.2017 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht gar nicht

    Es hat doch überrall bei jeder Rutschbahn Personal, die schauen das alles läuft.... warum haben die, die Reifen nicht gesehen.... Verstehe ich nicht....

  • JayJay am 10.01.2017 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Rutschen für Anfänger

    Ich kann auch nicht auf die Skipiste ohne Skifahren zu können und eine grosse Klappe haben, wenn ich dann auf die Nase fliege. Der Wirbelwind ist als schwierige Rutsche taxiert, also wer nicht rutschen kann, einfach ins Sprudelbad gehen. Ist ein bisschen Eigenverantwortung zu viel verlangt? Für Kinder sollte die Verantwortung sowieso bei den Eltern liegen.

  • Sunnyboy am 10.01.2017 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut ersichtlich

    Ich war jetzt schon das zweite mal dort und es ist alles deutlich angeschrieben. Sie müssen ja alles anschreiben was erlaubt ist und was nicht weil sonst genau wie in diesem Fall jemand kommt und sagt, es sei nicht angeschrieben. Alles deutlich ersichtlich. Ich habe das Gefühl das sie einfach bisschen sehr überrennt wurden von den Menschenmassen. Aber leider ist es ja heutzutage so das immer die anderen schuld sind und nie die Person selber.