«Schlimm wie nirgendwo»

14. Oktober 2014 09:14; Akt: 14.10.2014 10:38 Print

Prügeln, pinkeln und pöbeln an der Olma

Am St. Galler Jahrmarkt wüteten am Wochenende Betrunkene. Gäste sind verunsichert, Standbetreiber sauer.

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Laut den Standbetreibern am Olma-Jahrmarkt haben sich die Probleme mit Betrunkenen massiv verschärft – vor allem wenn die Olma-Hallen geschlossen werden und die Betrunkenen auf den Jahrmarkt strömen. Wie das «St. Galler Tagblatt» schreibt, sprechen einige sogar davon, dass es in St. Gallen so schlimm sei wie nirgendwo sonst in der Schweiz.

18-Jähriger attackiert

«Mit so etwas hätte ich nie gerechnet», sagt Randy Hauser gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Der 18-Jährige, der am Jahrmarkt am Süsswarenstand von Hablützel Bonbonnière arbeitet, wurde am Freitagabend von vier Betrunkenen angegriffen. Das Fazit: Ein blaues Auge, Schürfungen und Kopfschmerzen.

Grund für die Auseinandersetzung: Hauser und sein Vater wollten am Freitagabend gegen 22 Uhr zwei Männer daran hindern , hinter ihrem Stand zu pinkeln. «Die Männer und ihre zwei Kollegen gingen unter wüsten Beschimpfungen plötzlich auf mich los», sagt er. Die vier liessen erst von ihm ab, als die Polizei da war. Für Hauser ist klar: Ab jetzt trägt er immer einen Pfefferspray bei sich.

«Die Respektlosigkeit hat zugenommen»

Tatsächlich ist der Fall von Hauser kein Einzelfall. Gewisse Leute hätten schon an seinen Stand gepinkelt, während er für sie einen Hamburger zubereitet habe, erzählt ein Betroffener. Ruth Walliser vom gleichnamigen Confiseriebetrieb aus Rheineck ärgert sich zudem über Beleidigungen, Vandalismus und Diebstahl: «Die Respektlosigkeit hat zugenommen. Und die Leute werden immer aggressiver.» Sie hat am Abend sogar Angst, am Stand zu stehen.

Die Betrunkenen würden die Marktfahrer auch provozieren. «Komm nach draussen, dann schlagen wir dich zusammen», heisse es etwa. «Schlampe» sei noch die angenehmste Beschimpfung, die man von Betrunkenen zu hören bekomme, so Odette Lang. Sie ist am Jahrmarkt mit einem Schiess- und Spielbetrieb präsent. Kräftig getrunken werde laut Lang auch an anderen Messen und Märkten, aber so gross wie in St. Gallen sei die Aggressivität nirgends. Dem pflichten auch Ruth Walliser und Marcel Barth vom Tübacher Confiseriebetrieb Barth zu. Vor allem Menschen im Alter von 14 bis etwa 30 Jahren lassen jegliche Hemmungen fallen, so Barth.

Verständnis für Ärger

Olma-Direktor Nicolo Paganini sagt auf Anfrage vom «St. Galler Tagblatt», bei den Kontakten zwischen Olma, Marktpolizei und Marktfahrer-Vereinigung sei in den vergangenen Jahren nie Handlungsbedarf bei diesem Thema angemeldet worden. Zudem sei die Stadt für den Jahrmarkt zuständig.

Gemäss Roman Kohler, Leiter Kommunikation der St. Galler Stadtpolizei, sind während der Olma und dem Jahrmarkt bis zu dreimal mehr Polizisten im Einsatz als sonst. «Trotzdem können wir nicht zehn Tage lang jeden Stand während 24 Stunden bewachen.»

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mister cor-rect am 14.10.2014 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut

    Das stimmt alles, es trifft es ziemlich genau. Als nüchterner Jahrmarktgänger versteht man da die Welt nicht mehr. Kleiner Makel bei dem Ganzen, es gibt praktisch keine öffentlichen WC's, wo also hin mit der vollen Blase ? Sicher nicht an den Stand oder an fremdes Eigentum..bitte um Alternativen !

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  • Großmutter am 14.10.2014 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung

    Mich wundert das nicht, schon bei Kleinkindern wird man oft auf respektlose Art behandelt. Kindererziehung lässt grüßen.

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  • ohne mich am 14.10.2014 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    olma..

    genau wegen solchen personen gehe ich NICHT mehr an die olma! sind ja nicht alle so, aber mir sinds schlichtweg zu viele...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schelbli Bernardus am 14.10.2014 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehler der Generationent

    Die Kinder von heute sind die Frucht der antiautoritären Erziehung von heute!! Die Kinder wachsen auf in dem Zeitalter des Humanismuses! Die Strafe wird mit Liebe Bestraft?? darum haben wir Kinder die jegliche Grenzen überschreiten! weil sie keine Grenzen mehr haben? Geschweige noch kennen??

  • Ani am 14.10.2014 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Voll asozial

    Ich habe am Freitag gesehen, wie eine Frau (CH) die einen Stand hatte von einem jungen Mann (CH) ca. 27 Jahre verprügelt wurde. Er hat an ihrem Stand was kaputt geschlagen und wollte das Geld dafür! Sogar seine Freundin (CH) war auf seiner Seite! Unglaublich, dass hier in der Schweiz in Mitten von Leuten eine Frau geschlagen wird! Voll asozial!!!

  • Thomas am 14.10.2014 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande für die Stadt St. Gallen

    Gerne melde ich mich auch zu Wort. Als Stadt St. Galler der in unmittelbarer Gegend des OLMA Areals aufgewachsen ist kenne ich die Problematik bestens. In der Tat stelle auch ich fest dass gegenüber früher vieles sich zum Negativen gewendet hat, leider! Klar, auch früher gab es die einen oder anderen Pöbeleien und getrunken wurde ebenfalls auch schon immer sehr viel. Was aber sicherlich  anzubringen gibt, ist die Tatsache das die Hemmschwell heute im Grunde genommen gar nicht mehr existiert. Heute bin ich Familienvater von 3 Kindern, unser kleinster Knirps ist gerade mal 3 Jahre jung. Als arbeitender Familienvater ist es daher legitim dass auch ich mich mit meiner Familie Abends am Jahrmarkt vergnügen darf. Das Problem ist nur das niemand auf die kleinsten Rücksicht nimmt. Würde ich meinen kleinen Sohn nicht auf den Armen durch den Jahrmarkt tragen würden Ihn die Besoffenen Massen zerdrücken in seinem Kinderwagen oder mit Bier vollkippen. Das Problem ist aber nicht nur das die Jungen neigen sich voll laufen zu lassen, genau so tun es die älteren, teileweise über 40ig und 50ig jährigen die sich äusserst primitiv verhalten, einfach nach dem Motto die OLMA ist zu Saufen da. Entsprechend ist auch die Sicherheit ausserhalb der eigentlichen OLMA, also am Jahrmarkt seitens der Stadt und der Polizei nicht gewährleistet. Es wird heftig zugeschlagen, gepöbelt gestossen, geflucht und die Frauen werden überall billig angemacht und betatscht. (Im Suff eben fallen die Hemmungen,  halt im wahrsten Sinn des Wortes! Typen die sonst nichts zu sagen haben in Ihrem Job oder sonst wo werden im Suff plötzlich zu Mackern, nur mit dem einen Problem das sie auf uns nüchterne "lächerlich" wirken. Im Bereich des Talhof Areals wird überall herumgepinckelt und herumgekotzt, zudem ist die Drogenszene präsenter denn sonst wenn keine OLMA stattfindet. Ich als St. Galler schäme mich für unsere Stadt, das geht soweit dass ich jahrelang während den Herbstferien genau dann weggefahren bin in der Zeit wo die OLMA stattfindet um das nicht erdulden zu müssen. Nun sind die Kinder schon grösser und wollen halt auch mal an den Jahrmarkt, was legitim ist! Meine Empfehlung an die Stadt und Polizei wäre den Jahrmarkt wie ein Freizeitpark einzuzäunen und Einlass hat nur wer kein Alkohol intus hat. Zudem braucht es mehr Sicherheitskräfte die das Ganze unter Kontrolle haben. Die OLMA und er Jahrmarkt könnte so etwas Schönes sein wenn all dies nicht wäre. Meine Hoffnung das sich diesbezüglich etwas ändert schwindet von Jahr zu Jahr.

    • Vanessa am 15.10.2014 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sorry aber

      Sorry aber was hat ein 3jähriges Kind am Abend an der OLMA verloren? Mir würde es nie in den Sinn kommen mit meinen Kindern am Abend an ein solches Fest... Am Sonntagnachmittag hatte ich noch nie Probleme...

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  • Hans am 14.10.2014 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke Olma

    An die Olma gehe ich auch nicht bzw. nur am Nachmittag. Dieses Besäufnis ist echt zu viel. Es geht nur um das Saufen. Ist mir zu blöd.

    • MaxiKing am 14.10.2014 19:07 Report Diesen Beitrag melden

      Ex SGler

      Da ich jetzt in Deutschland wohne, freue ich mich immer wieder auf die OLMA/OFFA. Komme dann extra in die Schweiz und treffe all meine Freunde wieder. Weil alle an der OLMA/OFFA sind.

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  • Gast am 14.10.2014 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt geht den Bach runter

    Alkohol und "Rambazamba" sind mittlerweile ja salonfähig. Unsere Gesellschaft verblödet aber Hauptsache die "Kohle" stimmt.