St. Gallen

10. November 2017 15:56; Akt: 10.11.2017 16:07 Print

Polizei streckt suizidalen Mann mit Taser nieder

Ein 40-Jähriger fügte sich mit einem Rasiermesser selbst Verletzungen zu. Um ihn zu stoppen, setzte die Polizei einen Taser ein.

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Ein Taser wird am 18.11.2013 auf dem Gelände der Landespolizeischule in Berlin präsentiert (Symbolbild). (Bild: Keystone/Rainer Jensen)

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In der Nacht auf Freitag, kurz vor 2 Uhr, rückte die Stadtpolizei St. Gallen wegen eines Mannes aus, der sich auf einem Fenstersims in fast fünf Metern Höhe stehend mit einem Rasiermesser selbst verletzte. Der 40-Jährige sagte, er wolle sich umbringen, und fügte sich selbst mit einem Rasiermesser am ganzen Körper tiefe Schnittwunden zu, wie die Stadtpolizei St. Gallen am Freitagmittag mitteilte.

Da der 40-Jährige nicht davon abgebracht werden konnte, sich weiter zu verletzen, und aufgrund des Rasiermessers eine Annäherung durch den Polizisten nicht möglich war, wurde er mit einem Taser handlungsunfähig gemacht. Dabei fiel der Mann vom Fenstersims auf ein von der Feuerwehr vorbereitetes Sprungkissen. Unten gelandet, fuhr der 40-Jährige damit fort, sich selber mit dem Rasiermesser zu verletzen. Es musste ihm ein weiterer Elektrostoss gegeben werden, damit ihm das Rasiermesser abgenommen werden konnte. Anschliessend konnte der Mann in Handfesseln gelegt und mit unbestimmten Schnittverletzungen ins Spital gebracht werden.

Für Personen, die die Szene miterleben mussten, wurde psychologische Hilfe angeboten. Einsatzkräfte wurden nicht verletzt, auch ihnen steht psychologische Hilfe zur Verfügung.

Tasereinsätze sind selten

Einsätze mit Taser sind äusserst selten. «Bei der Stadtpolizei St. Gallen war dies erst der zweite Einsatz», sagt Roman Kohler,
Leiter Kommunikation der Stapo. Es seien auch nicht alle Polizisten in der Stadt damit ausgerüstet. «Nur wer am Taser ausgebildet wurde, darf das Gerät mitführen. Und das ist nur ein Teil des Corps.»

(jeb)