Fastenzeit

01. März 2017 05:45; Akt: 01.03.2017 05:45 Print

«Ohne Smartphone nutze ich meine Zeit sinnvoller»

Bei der St. Galler Aktion «40 Tage ohne» versuchen Jugendliche, Gewohnheiten loszuwerden, und verzichten zum Beispiel aufs Handy. Zwei Teilnehmerinnen erzählen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Ich verzichte bis Ostern auf mein Smartphone», sagt Iris Halbeisen. Die 24-jährige Lehrerin lebt schon zum dritten Mal in der Fastenzeit ohne Smartphone: «Am Anfang ist es komisch, doch gegen Schluss geniesst man es sehr, nicht immer und überall erreichbar zu sein», sagt sie. Natürlich sei es ohne Smartphone komplizierter, etwas abzumachen, doch es lohne sich: «Ich verplempere viel weniger Zeit und mache sinnvollere Dinge, man gewinnt klar an Lebensqualität.» Sie mache mehr Sport, lese mehr und nehme Zeit für Dinge, die sie sonst nicht mache: «Ich koche etwas Aufwändiges oder miste meinen Kasten aus.»

Umfrage
Fasten Sie auch ab dem Aschermittwoch bis Ostern?
10 %
68 %
22 %
Insgesamt 262 Teilnehmer

Auch Rachel Fischer macht seit sechs Jahren bei der Aktion «40 tage ohne» mit und verzichtet auf Whatsapp und mobiles Internet: «Es ist eine gute Erfahrung zu merken, dass ich es schaffe und bestimmte Dinge nicht brauche», so die 23-jährige Psychologiestudentin. Sie habe auch schon auf Facebook verzichtet, danach habe sie ihr Konto gelöscht. «Ich habe gemerkt, dass ich das überhaupt nicht brauche.»

Das Problem, wenn man auf Whatsapp verzichtet, sei, dass sich gewisse Leute aus dem Umfeld nerven würden: «Es gibt schon dumme Kommentare, aber es ist ja nicht so, dass ich unerreichbar bin, man kann mir ja ein SMS schreiben», so Fischer. Wie auch Halbeisen habe sie gemerkt, wie viel Zeit man damit verbringt, Bilder via Whatsapp zu verschicken oder auf dem Internet zu surfen. «Man lernt sich anders zu organisieren, das tut gut.»

Jeder fastet auf seine Art

Bereits zum zehnten Mal startet am Aschermittwoch die Aktion «40 Tage ohne», die vom Netzwerk Junge Erwachsene der Evangelisch-re­formierten Kirche des Kantons St.Gallen und der Fachstelle Kirchliche Jugendarbeit des Bistums St.Gallen organisiert wird. Jedes Jahr machen zwischen 150 und 200 Teilnehmer im Alter von 18 bis 35 Jahren mit, die bis Ostern Verzicht üben.

Die jungen Leute können selber entscheiden, worauf sie in der Zeit verzichten möchten: «Jeder fastet anders und macht seine eigenen Erfahrungen. Natürlich wünschen wir uns, dass die Teilnehmer etwas aus dem Projekt mitnehmen», sagt Markus Naef, der Projektleiter der Aktion. Die Absicht sei es, die alte Tradition vom Fasten in die heutige Zeit zu 0übersetzen.

Keine Jugendslang-Wörter mehr

Eine Teilnehmerin verzichtet auf Augen-Make-up, ein anderer hat sich vorgenommen, während des Autofahrens keine Nachrichten mehr zu lesen und zu schreiben. Es gibt auch Leute, die auf gewisse Verhaltensweisen verzichten: «Jemand will sich nicht mehr über andere lustig machen und ein anderer möchte keine Jugendslang-Wörter mehr benutzen», sagt Naef.

Er merke, dass in den letzten Jahren immer mehr Junge auf Instagram, Facebook, Whats­app, Youtube und dergleichen verzichten. Naef: «Die Jungen merken, dass sie sehr viel Zeit am Smartphone verbringen und wollen deswegen mal darauf verzichten.»

Katharina Eugster ist Lernende an der Schule für Gestaltung St. Gallen und machte den Siegerclip für die Aktion «40 tage ohne»:


(luh)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pralinchen am 01.03.2017 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also

    während dem Autofahren keine Nachrichten zu schreiben oder zu lesen sollte man eigentlich das ganze Jahr machen..... nicht nur in der Fastenzeit

  • Hotwith am 01.03.2017 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wekend

    Mein Handy hat öfters am weekend frei da genisse ich wochenende und nicht handygucken.ist entspannend

  • Livia19 am 01.03.2017 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nur 40

    Anstatt einmal im Jahr 40 Tage Totalverzicht schlage ich ähnliches im Alltag vor. Wäre doch schön, 365 Tage mit mässigem Konsom zu verbringen und - wie diese Damen sagen - an Lebensquali zu gewinnen, oder?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Livia19 am 01.03.2017 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nur 40

    Anstatt einmal im Jahr 40 Tage Totalverzicht schlage ich ähnliches im Alltag vor. Wäre doch schön, 365 Tage mit mässigem Konsom zu verbringen und - wie diese Damen sagen - an Lebensquali zu gewinnen, oder?

  • Pralinchen am 01.03.2017 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also

    während dem Autofahren keine Nachrichten zu schreiben oder zu lesen sollte man eigentlich das ganze Jahr machen..... nicht nur in der Fastenzeit

  • Die Bernerin am 01.03.2017 06:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Zucker

    Ich verzichte ab heute auf den ganzen Zucker. D.h. keine Süssigkeiten mehr bis Ostern. Es geht mir überhaupt nicht darum, abzunehmen, sondern gezielt auf etwas zu verzichten, was zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Jetzt bin ich gespannt auf diese neue Erfahrung.

  • Hotwith am 01.03.2017 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wekend

    Mein Handy hat öfters am weekend frei da genisse ich wochenende und nicht handygucken.ist entspannend