Weihern Openair St. Gallen

18. September 2016 16:44; Akt: 18.09.2016 16:46 Print

«Der Polizeieinsatz war aggressiv und grotesk»

Dario Aemisegger, Veranstalter des Weihern Openair in St. Gallen, fühlt sich schikaniert: Die Polizei sei am Freitag völlig unverhältnismässig aufmarschiert. Die Stapo kontert.

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«Dieser Polizeieinsatz war reine Schikane», so Dario Aemisegger gegenüber der «Ostschweiz am Sonntag». Gemeint ist das Auftauchen der Polizei am Freitagabend am Weihern Openair in St. Gallen. «Es war grotesk. Es wurde sogar gedroht, das Festival abzubrechen», so Aemisegger.

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Dabei sei das Veranstalter-Team mit dem Quartierpolizisten noch am frühen Freitag vor Konzertbeginn, zusammengesessen. Bis dahin sei alles in Ordnung gewesen. Kurz nach der Lagebesprechung erhielt Aemisegger dann ein Telefon vom Lärmschutzbeauftragten der Stadt St.Gallen. «Er rief mich von seinem privaten Telefon an und erzählte auf dramatische Weise, dass viele Lärmklagen eingingen und bei der Polizei bereits Feuer im Dach sei. Wie viele es waren konnte er mir aber nicht sagen», so Aemisegger. Dabei habe man immer alle Grenzwerte eingehalten.

Festivalabbruch–Drohung

Aemisegger wundert sich: «Eigentlich gehen die Lärmklagen doch bei der Polizei ein. Wieso bekomme ich dann eine Verwarnung vom Lärmschutzbeauftragten, der droht, das Festival abzubrechen?» Stadtpolizei-Sprecher Roman Kohler relativiert: «Nach meiner Information wurde nicht mit einem Abbruch des Festivals gedroht, sondern damit, dass der Veranstalter die Musik leiser machen muss, sofern neue Lärmschutzklagen eintreffen.»

Laut Aemisegger trafen dann kurz nach 22 Uhr zwei Polizisten mit Kastenwagen auf dem Gelände ein. Dabei sei die Polizei ziemlich aggressiv vorgegangen. «Eineinhalb Stunden musste ich mich rechtfertigen», so Aemisegger.

Wie Stapo-Sprecher Kohler angibt, seien am Freitag rund fünf Lärmklagen eingegangen, bereits am Donnerstag gab es eine. «Die Polizei ist dazu verpflichtet, Lärmklagen ernst zu nehmen und den Veranstalter darüber zu informieren. Es sind zwei Polizisten beim Veranstalter erschienen um vorzusprechen», so Kohler. Das sei eben deren Job und bestimmt keine Schikane.

Nicht das erste Mal

Aemisegger sieht das anders. Schon seit das Festival vor fünf Jahren das erste Mal durchgeführt wurde, gebe es immer wieder Probleme. «Immer wieder werden uns Steine in den Weg gelegt», so Aemisegger.

Für ihn ist deshalb klar: «Es muss sich etwas ändern. Für mich liegt es nun an der Stadt und der Politik eine Lösung zu finden.» Aemisegger fordert, dass man die Vorfälle genau untersucht und abklärt.

(luh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Felix am 18.09.2016 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Als ich den Titel gelesen habe dachte ich an ein Grossaufgebot. Dabei waren es ja nur 2 Polizisten. Wie kann das als übertrieben wahrgenommen werden?

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  • Ronja Räubertochter am 18.09.2016 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Verstehe ich jetzt nicht - es gibt doch sicher Grenzwerte, die eingehalten werden müssen - und dafür gibt es auch Messgeräte. Also, der Veransalter muss sich daran halten und wenn's bewilligt ist, kann nicht jeder einfach so reklamieren nach Gutdünken...

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  • Sepp am 18.09.2016 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 1/2 Stunde

    Eineinhalstunden mit der Polizei diskutiert, ja Zeugt auch nicht von Einsicht des Veranstalters!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Amareterra am 19.09.2016 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konflikt vorprogrammiert

    Ich frage mich, ob es wirklich so eine gute Idee ist, ein Openair in einem bewohnten Gebiet durchzuführen. Weit herum werden Anwohner beschallt, ob sie wollen oder nicht. Konflikt ist vorprogrammiert. Das sollte weder den Veranstalter noch die Behörden erstaunen. Ich bin erstaunt, dass nur 5 Klagen eingegangen sind. Die meisten haben wohl die Faust im Sack gemacht. Bessere Ideen für den Durchführungsort sind gefragt!

  • Shaka freak am 18.09.2016 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    diese Menschen die wegen jeder kleinigkeit der Polizei Anrufen oder absolut keine tolleranz haben gehen mir echt auf den keks genau IHR seit diejenigen die uns immer mehr freiheit nehmen.....

    • Amareterra am 19.09.2016 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Shaka freak

      Toleranz ist etwas, das auf beiden Seiten gelten sollte...

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  • Tom Z. am 18.09.2016 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesetze gelten für alle

    Macht keinen Lärm und dann kommt auch keine Polizei.

  • oorebutz am 18.09.2016 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    das Glück dieser Erde

    diese Leute meinen sie beglücken die Erde, indem sie ganze Gegenden mit ihrem Sound zumüllen. DAS ist Schikane, für die Anwohner.

  • Martin Schweizer am 18.09.2016 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja wie jetzt....?

    Zwei Polizisten? Echt jetzt! Der Überschrift nach zu urteilen tönte das eher nach einer Hundertschaft in Kampfmontur. Also derart aggresiv und grotesk kann ich mir zwei Beamte an einem prall gefüllten Openair nicht recht vorstellen.