Versuchter Mord an Türsteher

07. März 2016 08:36; Akt: 07.03.2016 16:06 Print

«Sie kamen zurück und griffen ihn gezielt an»

Mehrere Männer aus der Schweiz haben versucht, in Lustenau (A) einen türkischen Türsteher zu töten. Vier Männer sitzen in Haft. Ihr Motiv ist noch unklar.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wie die Landespolizeidirektion Vorarlberg am Montag mitteilte, geschah der Angriff am frühen Sonntagmorgen im Lustenauer Club Sender. Mehrere «Rocker» aus der Schweiz – laut einem Club-Insider habe allerdings keiner der Täter Rocker-Insignien oder Ähnliches getragen – seien auf einen 37-jährigen Mitarbeiter des Clubs losgegangen und verletzten ihn erst durch einen Schlag am Kopf.

In der Folge attackierten die Männer aus der Schweiz noch einen 47-jährigen Türsteher. Sie schlugen und traten mit Fäusten und Füssen auf das Opfer ein. Als ihr Opfer bereits am Boden lag, zückte ein 30-Jähriger ein Messer und fügte dem bereits verletzten Türsteher mehrere tiefe Schnitt- und Stichwunden zu. Die Polizei schreibt deshalb von einem Mordversuch. Das Opfer musste notoperiert werden – sein Zustand sei stabil.

Einsatzkommando Cobra fasst vier Tatverdächtige

Clubbesitzer Veli Fidan ist fassungslos: «Noch nie hat es in den vergangenen Jahren Ärger gegeben», sagt er zu den «Vorarlberger Nachrichten». Er habe sich im Innern des Lokals aufgehalten, als er per Funk über Randale in der Garderobe beim Eingangsbereich informiert worden sei. Laut Fidan waren die Männer zuvor noch nie bei seinem Lokal aufgetaucht.

Die Männer flüchteten mit mehreren Fahrzeugen Richtung Schweizer Grenze, vier von ihnen konnten jedoch mit der Unterstützung des Einsatzkommandos Cobra gegen 4.30 Uhr beim Zollamt Höchst festgenommen werden. Sie sind zwischen 22 und 37 Jahre alt. Über ihre Identität und die mögliche Zugehörigkeit zu einer Bande will die Polizei am Montag keine Angaben machen. «Wir halten die Bandenzugehörigkeit in diesem Fall für irrelevant», so Polizeisprecher Norbert Schwendinger. Die Männer aus der Schweiz sind nicht geständig und verweigern laut Schwendinger jegliche Aussage. Es handle sich bei den Tätern, so viel geben die Behörden bekannt, weder um Mitglieder des Boxclubs Osmanen Germania noch um solche von Sondame FC.

Opfer stammt aus der Türkei, Täter aus Albanien

Wie 20 Minuten aus Kreisen der Party-Veranstalter erfahren hat, ist der türkischstämmige Türsteher seit Jahren beim Club Sender angestellt, im Ort und in der Umgebung bekannt, ein «netter Familienvater, den alle mögen und den alle schätzen». Der Rest der Darstellungen widerspricht den Schilderungen des Club-Besitzers: Zeugen wollen gesehen haben, wie sechs bis acht Männer aus der Schweiz wegen ihres Verhaltens «aus dem Club geschmissen wurden». Kurz danach sei es passiert: «Sie kamen zurück und haben ihn gezielt angegriffen». Einige der Täter seien «den Leuten bekannt: Es sind Albaner aus der Ostschweiz», so der Insider weiter.

Der 47-Jährige Mann sei zum Glück ausser Lebensgefahr. Er habe «grosses Glück» gehabt. Zu den noch flüchtigen weiteren Tätern gibt es keine genauen Hinweise. Besucher des Nachtclubs, die die Tat oder die Flucht beobachten konnten, werden gebeten, sich mit der Landeskriminalamt Vorarlberg oder der Polizeiinspektion Lustenau in Verbindung zu setzen (004359133-80-3333).

(nab, taw, gbr)