Konzert in Badi

16. September 2014 05:40; Akt: 16.09.2014 05:40 Print

Veranstalter darf keinen Alkohol ausschenken

Absurde Situation am Weihern Unplugged in St. Gallen: Der Festivalorganisator darf kein Bier und Wein ausschenken. Alkohol wird trotzdem reichlich konsumiert.

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1300 Besucher zählte am Wochenende das Weihern Unplugged. Es war die nunmehr dritte Auflage des idyllischen Festivals oberhalb der Stadt St. Gallen im Familienbad Dreilinden. Und zum dritten Mal erhielt der Veranstalter keine Bewilligung für einen Alkoholausschank. «Wir und die Besucher sind mit dieser Situation nicht glücklich», sagt Organisator Dario Aemisegger.

In den städtischen Freibädern gilt generell ein Ausschankverbot für Alkohol. Weil das Festivalgelände in der Badi liegt, sind die Konzert-Veranstalter ebenfalls davon betroffen. Und das, obwohl die Badesaison zu Ende ist. Anders sieht es in der Badhütte Rorschach aus, wo Aemisegger jeweils Mitte August das Lakeside Unplugged organisiert. «Dort dürfen wir problemlos alkoholische Getränke verkaufen.»

Roman Kohler, Mediensprecher der Stadt St. Gallen, weist darauf hin, dass keine Bewilligung für das Ausschenken von Alkohol in Badeanstalten erteilt werde. So wolle es das kantonale Gastwirtschaftsgesetz. «Daran können wir leider nichts ändern, auch wenn die Badi während des Festivals nicht offen hat», sagt Kohler. Ein Freibad bleibe eben ein Freibad, auch wenn dieses als Festivalgelände genutzt werde.

Besucher bringen Bier mit

Der Veranstalter hat erhebliche Zweifel an der Effektivität des Verbots. Denn Alkohol wird am Weihern Unplugged trotzdem getrunken. «Die Besucher holen sich ihr Bier einfach in den umliegenden Gastrobetrieben.» Laut Aemisegger habe sich wegen dem Ausschankverbot niemand die gute Laune verderben lassen. Die Stimmung sei hervorragend gewesen und man zählte zehn Prozent mehr Publikum als im Vorjahr.

Für nächstes Jahr bemüht sich Aemisegger ein weiteres Mal um eine Bewilligung, damit er seinen Gäste auch alkoholische Getränke anbieten darf. Neben den Konzerten lege man grossen Wert auf das gastronomische Angebot. «Für viele gehört zur Wurst ein Bier oder zu einem leckeren Menü ein Glas Wein.»

(dst)