M13 und seine Kollegen

18. November 2012 18:18; Akt: 18.11.2012 18:24 Print

Nicht jeder Bär ist ein Problembär

Die Bündnerinnen und Bündner müssen sich an Bären in ihrem Kanton gewöhnen. Laut Regierungsrat Mario Cavigelli ist dies aber nicht so schlimm, wie vermutet. Denn Nicht jeder Bär sei wie M13.

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Die Bündnerinnen und Bündner müssen sich auf weitere Bärenbesuche einstellen. Damit meint der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli nicht Besuche von M13, sondern von Bären aus dem italienischen Trentino. M13 wird derweil mit Gummischrot und Hundegebell von bewohnten Gebieten ferngehalten.

Die Population im Trentino wachse weiter, sagte der oberste Bündner Wildhüter im Interview mit der «Südostschweiz am Sonntag». Gleichzeitig relativiert er: Problembären wie einst JJ3 oder jetzt M13 seien selten. In den letzten Jahren seien bis zu acht Bären in Graubünden unterwegs gewesen, und nur diese beiden hätten als Problembären eingestuft werden müssen.

«Die übrigen Bären blieben allesamt unauffällig. Von einer Häufung der Probleme mit eingewanderten Bären kann demnach keine Rede sein.»

M13 aber bereite ihm Sorgen. Der Bär verhalte sich mehr als nur auffällig. «Und nun stellt sich die Frage, ob das Tier durch sein Verhalten zu einer unmittelbaren Gefahr für Menschen in Wohngebieten wird», sagt Cavigelli.

Unter scharfer Beobachtung

Doch erst wenn M13 sich weiter negativ entwickeln sollte, «würden wir ihn neu als Risikobären betrachten müssen». Und dann wäre ein Abschuss möglicherweise unausweichlich, denn die Alternativen seien nur theoretischer Art.

M13 einzufangen und in seinem Herkunftsland wieder auszusetzen sei zwar möglich. «Wir können leider aber nicht davon ausgehen, dass die italienischen Behörden gewillt sind, die Rückverfrachtung eines Risikobären ins Trentino zu erlauben.» Aus tierschützerischer Sicht sei es zudem problematisch, ein auf freier Wildbahn geborenen Bären in einem Gehege eines Parks unterzubringen.

M13 war Anfang vergangener Woche in einer Puschlaver Maiensässregion auf rund 1700 Metern in ein Ferienhaus eingedrungen und hatte nach Fressbarem gesucht.

Am Freitag besuchte der eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig im Puschlav Vertreter der Bündner Behörden und die Bevölkerung. Besiegelt wurde das Schicksal von M13 nicht.

«Wir versuchen, dem Bären Unangenehmes zuzufügen, wenn er sich in der Nähe von bewohnten Gebieten befindet und nach Fressbarem sucht», sagte Schnidrig am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Das geschehe mit Gummischrotschüssen, mit Licht, aber auch mit Lärm wie beispielsweise Pfeiftönen, Warnhörnern oder Hundegebell.

Petition gegen möglichen Abschuss lanciert

Derweil bildet sich gegen einen allfälligen Abschuss von M13 Opposition. Eine Onlinepetition namens «M13 - Der Engadiner Bär soll leben» möchte einen unnötigen Abschuss verhindern. Zudem sei im Ernstfall die Betäubung vorzuziehen. Bis Sonntagabend haben rund 520 Leute das Anliegen zuhanden des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden unterstützt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • maja naef am 19.11.2012 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Stiere gefährlicher

    So wie es aussieht werden mehr Menschen durch Stiere getötet in der Schweiz als durch Bären.

  • Nix Jaeger am 18.11.2012 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Blödsinn,

    Ueber kurz oder lang knallt die Jagdlobby mit Freude und Weidmaennischem Genuss alles ab ... Jeder Baer ist am Anfang drollig, danach reisst er etwas (weil er Hunger hat), dann wird er auffällig und erscheint taeglich in der Zeitung, dann wird er zum Problem und die Trophaeenjagt beginnt ..

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  • Koni am 18.11.2012 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glauben macht sehnig !

    Das Glauben wohl aber nur unwissende . In bewohnten gebieten Ist jeder Bär ein Problem ,nicht nur in der Schweiz!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Noldi Schumacher am 20.11.2012 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wann merkt man?

    Dass der Platz in den CH Bergen, Wälder zu klein ist um einem Bären die nötige Freiheit zu garantieren. Zeigt doch, das die Zivilisation zu nah an den Bären kommt. Seine natürlichen Instinkte kann er ja nicht ablegen, also sollte die Menschen, ihm zuliebe auf das Zulassen des Bären bei uns verzichten. Dem Bären zuliebe!

  • maja naef am 19.11.2012 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Stiere gefährlicher

    So wie es aussieht werden mehr Menschen durch Stiere getötet in der Schweiz als durch Bären.

  • Timo Gammler am 19.11.2012 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ferienhaus an jeder Ecke

    Ach ja ein Ferienhaus. Dann hört doch endlich auf die Natur weiter zu verbauen und den Tieren den Lebnensaum zu stehlen. Bestimmt ein Unterländer welcher 3x im Jahr ins Haus fährt. Aber die Bauern da oben haben das Haus bestimmt für gutes geld verkauft. Alle nicht jammern sondern die natur dort lassen wo sie ist.

  • Tierfreud am 19.11.2012 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Bär!

    Geben wir die Bären endlich das Recht, wieder in ihre alte Heimat zurück zu kommen. Sie folgen nur ihre Instinkt, wir haben sie verjagt und ihre Platz weggenommen!

  • Eine Mutter am 19.11.2012 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Prävention

    Wir sollten nicht warten, bis etwas passiert und die Sache erledigen! Was, wenn er eines Tages ein Kind angreift??

    • Hege Sitter am 19.11.2012 14:54 Report Diesen Beitrag melden

      Wahnsinn

      Super ein Kind alleine im Walde wie Hänsel und Gretel. Aufsichtspflicht ist gefragt.

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