Strafanstalt Gmünden

19. August 2014 06:05; Akt: 19.08.2014 06:05 Print

Häftlinge leimen 30 Schlösser in Gefängnis zu

In der offenen Strafanstalt Gmünden in Niederteufen AR haben Unbekannte die Schlösser von 30 Zellen zugekleistert. Ausser Ärger und Kosten hat die Aktion nicht viel gebracht.

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Passiert ist die Leim-Attacke am Freitagabend, wie Kurt Ulmann, Direktor der Strafanstalt Gmünden, am Montag gegenüber 20 Minuten bestätigte. Ein Aufseher, der die Insassen am Abend in ihren Zellen einsperren sollte, hatte die zugeleimten Schlösser entdeckt. Die Gefangenen waren zu diesem Zeitpunkt nicht in ihren Zimmern und konnten sich innerhalb der Anstalt frei bewegen.

Die Aussenschlösser von rund 30 Zellen wurden mit Industrieleim zugekleistert, so dass sie nicht mehr benutzt werden konnten. Ulmann spricht von «einem extremen Blödsinn, der niemandem etwas bringt». Denn neben den Aussen-schlössern verfügen die Zellen noch über ein ganz normales Türschloss. So verbrachten alle Häftlinge die Nacht trotzdem hinter Schloss und Riegel. «Es bestand zu keinem Zeitpunkt ein Sicherheitsproblem», sagte Ulmann.

Wer hinter der Leim-Attacke steckt, war bis am Montag unklar. «Es kann sich um einen oder mehrere Häftlinge handeln.» Bekannt ist nur, dass der Industrieleim aus der Werkstatt der Strafanstalt entwendet wurde. Auch zum Motiv kann der Gefängnisdirektor keine Angaben machen. Dem Vorfall vom Freitagabend seien keine gravierenden Ereignisse oder Besonderheiten vorausgegangen. In der Strafanstalt herrsche eine gute Stimmung.

Kontrollen verstärken

Ulmann geht davon aus, dass der oder die Beteiligte mit dieser Aktion ihren Frust ablassen wollten. Der Gefängnisdirektor trommelte die insgesamt 58 Insassen noch am Samstag zusammen. «Ich teilte ihnen mit, dass dies der falsche Weg sei, um auf Probleme aufmerksam zu machen», sagte Ulmann.

Die Gefängnisleitung will jetzt besprechen, welche Massnahmen ergriffen werden. «Wir werden die Zügel sicher anziehen und die Kontrollen verstärken», sagte Ulmann. Leidtragende seien all die Insassen, die nichts mit dieser Aktion zu tun hätten. Die Gefängnisleitung nehme die Sache ernst und habe Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die beschädigten Schlösser müssen jetzt wohl ausgewechselt werden. Es entstand ein Schaden von rund 5000 Franken.

(dst)