Hilfe nach Tragödie

05. November 2015 05:54; Akt: 05.11.2015 12:26 Print

«Endlich sehe ich Licht am Ende des Tunnels»

Viktoria Günther (30) verlor im Sommer bei einem Badeunfall ihren Lebenspartner und ihren Sohn. Viele 20-Minuten-Leserinnen und -Leser haben Mitleid und bieten ihr Hilfe an.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Es ist ein schönes Gefühl, wenn sich Menschen um andere kümmern», so Viktoria Günther. Am Dienstag berichtete 20 Minuten über das Schicksal der 30-Jährigen. Für Günther brach nach dem Tod ihres Lebenspartners Matze Koitz (33) und ihres achtjährigen Sohnes Darius eine Welt zusammen: «Ich habe keinen Anspruch auf Witwenrente, da ich nicht mit Matze verheiratet war», so Günther.

Die Reaktionen auf den Bericht waren überwältigend. Zahlreiche Leserinnen und Leser riefen an oder mailten und boten ihre Hilfe an. «Ich würde gerne Frau Günther einen finanziellen Zustupf geben», so eine Leserin. «Leider kann ich keine neue Bleibe oder einen Job anbieten, aber wenn Sachspenden möglich wären, würde ich gerne Frau Günther und ihren Sohn unterstützen», schrieb eine andere.

Licht am Ende des Tunnels

Mit solchen Reaktionen habe sie nicht gerechnet, sagt Günther. Das gebe ihr wieder Hoffnung: «Ich bin erleichtert, endlich sehe ich wieder Licht am Ende des Tunnels». Nach dem Unfall musste die junge Frau ihr Haus auf dem Walenstadtberg SG verkaufen. Seither leben sie und ihr Sohn mit zwei Hunden und einer Katze bei einem Freund im Keller. Daher bot eine dreifache Mutter ihre Hilfe an, auch wenn sie Günther nicht finanziell unterstützen könne: «Ich kann ihnen ein Dach über dem Kopf bieten, auch wenn unser Haus nicht riesig ist.»

Ein Bündner Lehrer bot der jungen Frau Zuflucht auf seinem Hof an. Auch dem siebenjährigen Sohn Cedric, der unter der Woche in eine Sonderschule geht, könne er womöglich helfen. «Vielleicht könnte ich ihm Nachhilfe geben», so der Mann. Zudem könne Viktoria Günther auf dem Bauernhof mithelfen, so der Bündner. Laut Günther kommt es für sie durchaus in Frage, auf einen Bauernhof zu ziehen: «Mein Sohn liebt Tiere über alles.»

Eine ältere Dame wollte einfach mit Günther reden: «Mein Mann ist auch verstorben und mir tat es gut, mit Menschen darüber zu sprechen.» Sie sei zudem im Verein Aurora tätig, dort fänden Witwen mit minderjährigen Kindern einen Platz.

Vater wollte seinen Sohn retten

Die vierköpfige Familie Günther hatte im Juli dieses Jahres einen Sonntagnachmittag bei der Einmündung der Seez in den Walensee verbracht. Beim Schwimmen im Walensee geriet Sohn Darius in einen Strudel. Sein Vater eilte ihm zu Hilfe und wollte ihn retten – mit fatalen Folgen: Der Sog riss die beiden in die Tiefe. Stunden später wurden sie tot geborgen. Zur Erinnerung an ihre Liebsten hat Günther an der Unfallstelle ein kleines Bäumchen gepflanzt und ein Holzkreuz aufgestellt.

(mlü)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.m. am 05.11.2015 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschüttel

    Frag mich, wieso ist so etwas in unserem land möglich. Der mann arbeitete in der schweiz und musste sicher bei uns steuern zahlen. Nach dem schrecklichen ereignis wurde sie nicht betreut und unterstützt von der gemeine, früherer arbeitgeber etc. wie kann man eine familie nach solch einem schicksal alleine lassen. Wo ist da der sozialstaat? Viel kraft der witwe.

    einklappen einklappen
  • Leo Schmid am 05.11.2015 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst Leute hier helfen!

    Viel Kraft wünsche ch der liebe Frau. Eigentlich fraglich das es eine Gesetzlücke für so ein Fall gibt und auf der andere Seite soviel Geld für Die Migrations Krise zur Verfügung steht. Man muss zuerst Leute hier helfen die in der Not geraten, denn auch gerne andere.

    einklappen einklappen
  • doris.ruchti am 05.11.2015 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Titel

    Ich freue mich für die Frau. Das Angebot des Lehrers ist toll. So sind alle Probleme gelöst.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Unbekannt am 05.11.2015 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hypothetisch

    Kann es sein, dass Fr. Günther Hausfrau und Mutter war vor dem Unfall? Jetzt nach der Tragödie findet sich nicht einfach grad so ein Job. Auch wenn das Haus verkauft wurde, darauf lastete sicher eine Hypothek. Und ob es zum Marktwert verkauft werden konnte oder ein Immobilienhai die Situation ausgenutzt hat? Ebenso die Tiere, sie waren vorher bereits Teil dieser Familie. Sollen sie einfach abgegeben werden, ein weiterer Verlust? Und wer ist gegen alles abgesichert? Und auch als Schweizer/in kann man zwischen Stuhl und Bank fallen, trotz unserem angeblichem super Sozialsystem.

    • Sara am 05.11.2015 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Unbekannt

      Mich hat gestört dass sie nie gearbeitet hat und auch nicht sagte, sie suche Arbeit. Das Kind ist in der Schule. Bedeutet ein Kind haben, dass die anderen für meinen Lebensunterhalt zu zahlen haben? Sollen wirs alle so machen? Jetzt zusammennehmen, stark sein fürs Kind und gefälligst arbeiten.

    • Regenbogen am 05.11.2015 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nie gearbeitet

      Nie gearbeitet? Haushalt führen mit Partner, Kindern und Tieren? Kann Ihnen nicht folgen. Eine Hausfrau leistet top Arbeit und beinhaltet nebst Koch, Putzfrau, Waschfrau, Näherin, Erzieherin, Bastlerin, Hausaufgabenhilfe, Krankenschwester, Trösterin, Einkäuferin, Budgetberechnerin etc etc und dies alles ohne Entgelt? Der Hausfrauentag endet nicht nach 8 Stunden und einer 5 Tage Woche. Sollte dies entlöhnt werden, dann gäbe dies nen tollen Zahltag. Jede Hausfrau leistet einen hervorragenden Beitrag in unserer Gesellschaft. Und zum vornweg nehmen, ich arbeite und mein Mann ist Hausmann!

    • Donald am 05.11.2015 21:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Sara

      Alle, die so kommentieren wie du, kann ich mir nur damit erklären, dass ihr noch nie jemanden verloren habt. Wenn jemand gestorben ist, kann man nicht einfach so tun, als ob nichts passiert wäre und stark sein. Kommt hinzu, dass dieser Unfall kein natürlicher Tod war, das macht es nochmals schwieriger. Vielleicht geht es ihr in einem halben Jahr, vielleicht auch erst in einem Jahr besser.

    • VG am 05.11.2015 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Unbekannt

      Es war nicht mein Haus das hatten wir gemietet und dann wurde es verkauft und wir mussten bis Ende September raus! Es sind beide meine leiblichen Kinder und Matthias war der leibliche Vater der Kinder. Bevor ich die Kinder bekommen habe habe ich gearbeitet danach arbeitete ich in einer Bar und jetzt bin ich auch auf der Suche nach Arbeit aber das geht leider nicht von heut auf morgen. Und ich will kein Mitleid sondern mir half keiner auch die Gemeinde nicht wirklich und daher sah ich die Zeitung als letzte Chance an. Doch mit solchen bösartigen Kommentaren habe ich nicht gerechnet!

    • Regenbogen am 06.11.2015 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kopf hoch

      Kopf hoch! Diese Menschen sind wahrscheinlich sehr jung. Haben noch nie mit wirklichen Widerwärtigkeiten des Lebens zu tun gehabt (Lebenserfahrungen). Und (ver)urteilen ohne die Hintergründe zu kennen, oder definieren nach dem eigenen Wertsystem, liegt leider in der Natur der Spezies Mensch. Ihnen viel, viel positive Energie die Sie das Schicksal meistern lässt.

    • Ursula am 06.11.2015 10:45 Report Diesen Beitrag melden

      Familieneinkommen

      Gerade deshalb ist es auch wichtig, dass man sich in einer Familie nicht nur auf 1 Einkommen verlässt, sondern dass beide einen Fuss im Job behalten! So kommen zu einem tragischen Verlust nicht noch Existenzängste hinzu!

    • M.S. am 06.11.2015 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      Viktoria G.

      @ VG Sie sollten diese Leserbriefe nicht Lesen! Es gibt viele die zu ihnen stehen vor allem wenn man sie kennt! Sie machen das ganz toll!

    • M.S. am 06.11.2015 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      Geld

      @Ursula! Beide im Job und die Kinder in der Krippe? Viktoria G. blieb zu Hause und hat zu den Kindern geschaut. Das Drama konnte niemand voraussehen! Allen Mütter die Zuhause für die Kinder da sind ein grosses Kompliment! Geld ist halt nicht alles!

    einklappen einklappen
  • witwe am 05.11.2015 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hilfe selber holen

    bin auch witwe von zwei kindern. mir hatte auch niemand geholfen und ich muss auch alles selber organisieren und lösungen suchen. der partner resp. vater ist während dem abendessen vor uns allen an herzstillstand von uns gegangen.

  • jetztistesraus am 05.11.2015 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau Günther

    war schon auf Betteltour, bevor sie ihren Lebenspartner und Sohn verloren hat.

    • Oriana am 05.11.2015 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @jetztistesraus

      Ändlich sagt jemand was wirklich Sache ist!!Super!!

    • wild. am 06.11.2015 23:02 Report Diesen Beitrag melden

      Guter verdienst

      Aber Günther hat sehr gut verdient!

    einklappen einklappen
  • petra g am 05.11.2015 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ziel erreicht

    die gute dame hat wohl ihr ziel erreicht. den medien etwas vorjammern und dann spenden erhalten...

  • cornelia am 05.11.2015 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    Warum müssen sich denn so viele Leute rechtfertigen!?Wenn jemand dieser Frau helfen möchte ist das gut und schön.Wenn nicht auch gut.Jedoch empfinde ich es als traurig diese Frau zu verurteilen. Ich wünsche den beiden viel Kraft auf dem weiteren Lebensweg.